Wie dein Verstand dich kontrolliert – Preview

Du bist nicht dein Verstand. Du bist auch nicht dein Körper. Weder dein Gefühl noch dein Gedanke. Du bist Bewusstsein, dass sich jederzeit aus all diesen Zutaten deine Erfahrungen kreiert… Katze! Hast du hunger …? IH, EINE MAUS! Ui, da fällt mir ein, als ich mal zehn Jahre alt war … Der Verstand ist ein verflixt hibbeliges Ding. Wie er dich ständig versucht abzulenken, schauen wir uns heute an.

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Wo mangelnde Aufmerksamkeit sinnlos verpufft

Ich kenne einen lieben Zeitgenossen, den ich ab und an besuche. Wenn Harald einen guten Tag hat, können wir uns über interessante Themen, wie Kultur, Archäologie und sehenswerte Orte in unserer Umgebung unterhalten. An einem schlechten Tag erzählt er eine halbe Stunde sinnloses und unzusammenhängendes, bei dem ich mich frage, was er jetzt „eigentlich“ sagen möchte. Harald bricht dann mitten im Satz ab, beginnt eine neue Erzählung von irgendetwas oder irgendjemanden, die er nicht zu Ende erzählt und wieder abbricht. Gut, der ist halt betagt oder auf dem besten Weg, dement zu werden. Das wäre wenigstens eine Erklärung, aber Nein. Weder ist Harald senil, noch ein sabbernder, alter Greis im Rollstuhl. Er ist betagt und geistig fit und ein Ass auf dem Gebiet der Archäologie. Liest Fachbücher, zusammen mit dem passenden Lexikon, um es zu verstehen, und hat einen geregelten Tagesablauf. Er hat jedoch ein Problem: seinen Verstand.

Sein Leben lang diktierte sein Verstand ihm, wie er sein Leben zu leben hat. Und wie der brave Soldat Sveik hat er gelernt, auf ihn zu hören und alles tun zu müssen, was er ihm diktiert. Selbst sich permanent unterbrechen und ablenken lassen, weil er sich nicht konzentrieren kann. Zudem hört sich sein Verstand gern reden. Was allerdings beim Gesprächspartner ankommt, ist nicht wichtig, Hauptsache er kann seine Sätze loswerden und hat jemanden, den er herumkommandieren kann.

Die Gespräche an einem schlechten Tag laufen dann in etwa so ab:

„Gestern stand was in der Zeitung von einem Unfall. Da fällt mir mein guter Freund ein, dem ich neulich getroffen habe. Den treffe ich selten, aber die letzten Male hat er mich noch erkannt und neulich nicht mehr.“

„Und was hat das mit dem Unfall zu tun?“

„Welchen Unfall?“

„Na, ich hörte vorher den Satz, dass gestern ein Unfall in der Zeitung stand.“

„Möchtest du was trinken.“ Schon war er aufgestanden und holt ein Wasser, während er weiterredet. Ich kann ihn in der Küche nicht verstehen. Dann stellt er Wasser auf den Tisch.

„Es soll ein gutes neues Restaurant bei Füssen geben.“

„Okay, und wo?“

„Neulich war ich mit meinem Freund hier ums Eck, der ist nicht gut.“

Ich lege ihm die Hand auf den Arm. „Bleib mal beim Thema und erzähl langsam. Du wolltest über ein neues Restaurant in Füssen reden.“

„Da fällt mir ein, ich wollt dich noch was anderes fragen…“

In dem „Monolog“ ist es das Beste, zu schweigen oder gleich zu gehen. Das ist für Harald ein schwieriger Tag, weil er sich so gut wie nicht konzentrieren kann und sich noch mehr als sonst von seinem Verstand ablenken lässt. Zudem hört er sich nicht zu. An einem guten Tag hört er wenigstens zu und schafft es, ein paar Minuten beim Thema zu bleiben. Die permanente Selbstablenkung ist sein Standard.

Wenn du das nächste Mal in einem Gespräch sitzt, werde einmal mehr zum Zuhörer und achte darauf, wie dein Gegenüber redet. Bleibt er oder sie beim Thema? Konzentriert und aufmerksam? Hat das Gespräch einen roten Faden? Kommt er oder sie zum Punkt? Entwickelt sich das Gespräch oder lenkt sich dein Gegenüber ständig selbst ab, indem es seine Aufmerksamkeit umherschweifen lässt oder in Vergangenheit / Zukunft abdriftet? Bricht es mitten im Satz ab und fängt mit einem neuen Thema an? Ergibt das Gespräch für dich überhaupt Sinn?

Wenn dein Gesprächspartner einverstanden ist, könnt ihr das gegenseitig beobachten und eure Gespräche aufzeichnen. Ihr werdet erstaunt sein, wie viel davon „sinnloser und unverständlicher“ Inhalt ist.

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Wozu brauchen wir einen Verstand

Die Frage mag dich überraschen. Vor allem dann, wenn du mit deinem Verstand behaftet bist, dass du seine 40.000 bis 60.000 Kommentare pro Tag unbedingt hören musst. Du könntest ja was bahnbrechendes Verpassen. 😉 Falls es dir noch niemand gesagt hat: Die 40.000 bis 60.000 Gedanken sind jeden Tag fast identisch. Du verpasst also rein gar nichts. Im Gegenteil. Je weniger du das glaubst, was dein Kopf dir erzählt und weiß machen möchte, umso entspannter lebst du. Weil du endlich Zeit hast, die Dinge zu tun, die du tun möchtest und dich fühlen kannst, wie du dich fühlen möchtest – weil er dich nicht mehr davon abhalten kann.

Wozu brauchen wir einen Verstand?

Stell dir vor, dein Verstand ist ein Computer mit haufenweise Apps und Programmen. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten, ihn zu nutzen:

  1. Gezielt für dein Vorhaben, indem du aus der Masse an Programmen die auswählst, die du brauchst.
  2. Oder du verbringst stundenlang davor und probierst alles aus und schaust dir alles an, was dir der Computer jeden Tag zeigt.

Im ersten Fall führst du ein selbstbestimmtes Leben. Im zweiten Fall bist du zu 80 % fremdgesteuert, weil du davor sogar isst und vermutlich auf der Tastatur schläfst.

Wenn du dich stark von deinem Verstand abhängig gemacht hast, dass du alles glaubst, was er dir sagt, ohne es zu hinterfragen, ist dein Leben geprägt von Stress, Enttäuschung, Schuldzuweisung, Opferbewusstsein, Druck und Angst. Warum? Weil dein Verstand keine Gegenwart kennt. Das jetzt, im gegenwärtigen Augenblick gewahr sein, ist dem Verstand unmöglich. Er kann über Vergangenheit und Zukunft nachdenken, Themen analysieren, Rechnen, Zusammenhänge verstehen, Vorstellungen entwickeln, Sinneseindrücke verarbeiten und interpretieren und mit Logik kombinieren. Der Verstand kann weder fühlen noch das Denken abstellen – bis zum Tod. Und in einem ist der Verstand Weltmeister: im lernen. Mit Lernen meine ich nicht Vokabeln oder Klavier spielen. Der Verstand lernt ein Leben lang, das zu glauben, was er lange genug gedacht hat. Das bedeutet, die 40.000 bis 60.000 Gedanken, die du jeden Tag denkst, sind überwiegend diejenigen, die du in deinem Leben zu glauben gelernt hast. Von deinen Eltern, Erziehern, Ausbilder, Chefs, Freunden, Kollegen, Nachbarn, Medien, Netzwerken, Zeitungen, Büchern usw. Das, was du heute über dein Leben denkst, ist das, was du zu denken gelernt hast, ohne jemals infrage zu stellen, ob es die Wahrheit ist.

Waren die Eltern arm, hast du gelernt, arm zu sein. Waren die Eltern Unternehmer, hast du gelernt, Unternehmer zu sein. Haben deine Eltern die anderen für ihre Probleme verantwortlich gemacht, hast du gelernt, ein Opfer der Umstände zu sein. Haben deine Eltern in allem ein Problem gesehen und Angst gehabt, hast du gelernt, in allem ein Problem zu sehen und Angst zu haben. Haben deine Eltern ihr Leben geliebt und sich alles erlaubt, hast du gelernt, dich zu lieben und zu sein, was du sein möchtest. Sind jetzt deine Eltern schuld, wenn dein Leben heute nicht verläuft, wie du es gern hättest? Nein. Sie haben dir beigebracht, was sie selbst sind bzw. glaubten. Wenn dir das heute nicht mehr gefällt, dann solltest du aufhören, das zu denken, was du von ihnen gelernt hast. Du solltest aufhören, auf deinen Verstand zu hören und anzufangen, das denken zu wollen, was dir gefällt.

Wie du lernst, dich von deinem Verstand zu lösen, findest du im Podcast.

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Wie dein Verstand dich von der Gegenwart ablenkt

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1. Vergangenheit:

Die Vergangenheit existiert nicht mehr. Alles, was du davon wahrnehmen kannst, sind deine Erinnerungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du es tatsächlich erlebt hast, dir einbildest, es auf diese Weise erlebt zu haben, oder dir die Erinnerung lediglich erzählt wurde. Dein Gehirn ist in der Lage, dir zu nahezu allem, worauf du deine Aufmerksamkeit lenkst, Bilder zu liefern. Daher kannst du Erinnerungen durcheinanderbringen oder sogar ganz verdrängen, wie es bei einem Trauma der Fall ist. Und wenn dir Erinnerungen lange genug erzählt wurden, übernimmt sie dein Verstand als deine eigenen, obwohl du sie nie wirklich erlebt hast. Anstatt dich in alten Erinnerungen zu verlieren, auf die du keinen Einfluss mehr hast, konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment. Denn im jetzt kannst du deine Gefühle beeinflussen und jetzt bestimmen, was du morgen erleben willst. In der Vergangenheit nicht. Nutze den Verstand lieber bewusst als App, um herauszufinden, warum dich die Gegenwart belastet. Warum du deine gelebte Echtzeit lieber mit Vergangenheit verschwendest? Wen machst du noch für deine Gefühle verantwortlich? Welche Situation belastet dich noch, die du dir nicht vergeben kannst? Welche Emotionen verdrängst du, um sie (jetzt) nicht fühlen und erleben zu müssen?

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2. Zukunft:

Alles, was du dir in Zukunft vorstellst, existiert noch nicht …

 

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Der gesamte Artikel beinhaltet 4619 Worte

  • 9 Beispiele, wie dein Verstand dich kontrolliert.
  • Zugang zum Wissen, wie du dich von deinem Verstand löst. 
  • Den Artikel als Podcast.

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