Lass uns ein wenig streiten – Preview

 

Streit ist ein innerer Konflikt, den wir nach außen Kommunizieren. Wir stehen mit unserer Wahrnehmung auf Kriegsfuß und versuchen, sie zu ändern, anstatt unser Denken darüber. Das Ergebnis ist eine Projektion in Form von Streit.

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Warum streitest du?

Streit geschieht überall, wenn zwei Individuen aufeinandertreffen und ihre unterschiedlichen Wahrnehmungen diskutieren. Deswegen nennen wir es auch Meinungsverschiedenheit.

Auch Wissenschaft ist genau genommen eine Meinungsverschiedenheit, bis jemand kommt und die gültigen Erkenntnisse widerlegt. Die flache Erde im Frühmittelalter zur Kugel. Die Kugel zum Mittelpunkt der Welt. Den Mittelpunkt der Welt zu einem Teil einer größeren Welt, genannt Sonnensystems. Das Sonnensystem zu einem unter vielen im Universum. Das Universum zu einem Feld der Möglichkeiten, bis auch das jemand widerlegt.

Und dazwischen streiten wir um das, was wir wahrnehmen und versuchen uns gegenseitig davon zu überzeugen, dass die eigene Wahrnehmung „echter“ und „richtiger“ ist, als die der anderen. Mich eingeschlossen. 😉 Jahrelang anerzogenes Diskutieren und mit dem Finger auf die Mitmenschen zeigen, stellt sich nicht von heute auf morgen ab. Diskussionen entstehen weiterhin. Interessanterweise in meiner heutigen Wahrnehmung oft bei meinem Gegenüber, das auf meine Rückfragen nicht eingehen kann oder will. Oder meine Reaktion irritiert, weil sie anders ist, als er oder sie es gewohnt ist. Deswegen schauen uns ein paar Gründe an, warum wir streiten, wie dadurch der Konflikt im Außen entsteht und wie du deine Wahrnehmung ändern kannst.

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Der Weg des Streitens

Wer glaubt, dass ich mir die Themen Woche für Woche aus den Fingern sauge, der irrt. Ich bekomme die Themen von meinem Unterbewusstsein vorgegeben und nehme sie wahr. Dann befasse mich eine Woche damit und habe genug Erfahrung, einen Artikel darüber zu schreiben. Das Thema dieser Woche ist Streit, das bedeutet, ich denke darüber nach und fühle hinein.

Das Ergebnis: Jede Menge Streitpotenzial für Erfahrungen, die augenscheinlich unangenehm sind, dennoch lebensbereichernde Erkenntnisse liefern.

Es ergab sich letzte Woche für mich die Gelegenheit für eine Wandertour in Garmisch-Partenkirchen. Mein Bekannter Rudolf ist dort aufgewachsen und wollte mir eine Route zeigen. Er kennt die Berge um Garmisch fast in- und auswendig. Interessanterweise hat er sich von allen Möglichkeiten ausgerechnet den Weg zu seiner „Hochzeitskapelle“ herausgesucht, an der er seine Frau vor fast 50 Jahren geheiratet hat, die vor über 15 Jahren verstorben ist. Er hat zudem ein massives Problem, allein zu sein und versteht nicht, dass ich zur Zeit freiwillig Single bin und meine Zeit genieße. Auch, um in Ruhe meine Gedanken- und Wahrnehmungsexperimente in austesten zu können. Das Thema Einsamkeit beschäftigt ihn seit Jahren und es wurde von Anfang an eine interessante Wanderung.

Die erste Diskussion startete auf der Autofahrt. Mein Bekannter neigt dazu, in alle Richtungen zu deuten und irgendwas über die Landschaft zu erzählen. „Da, schau!“, „Da drüben, schau!“, „Da, hast du das gesehen?“ Ich denke, es ist unnötig zu erwähnen, dass ich bei 100 km/h auf der Landstraße NICHT hinterherschaue, sondern meine Augen stur auf die Fahrbahn richte. Dennoch ist Autofahren mit ihm eine echte Herausforderung, meine „Ignoranz“ auf dem Gebiet zu trainieren. Am Parkplatz seines Stammlokals zeigten mehrere Hinweisschilder Warnungen vorm Abschleppen, dementsprechend leer war die geteerte Fläche. Keine Wanderer parkten hier. Mein Bekannter meinte, er sei Stammgast und das passt schon. Ich erwiderte, dass die mein Auto nicht kennen. Er beharrte darauf, bekannt zu sein und so dauerte es eine Weile, bis er bereit war, Bescheid zu sagen und zu fragen, ob wir parken dürfen, wenn wir anschließend zum Mittagessen kommen. Zu meinem Erstaunen kannte drinnen den „Stammgast“ niemand und auf die Frage des Personals meinte er: Zum Jahrgangstreffen.

Gut, nach der Diskussionsrunde war das Parkplatzproblem gelöst und wir wanderten los. Es dauerte nicht lange, bis die nächste entflammte, weil er mein Single-Dasein ansprach. „Kein Wunder, dass du niemanden abbekommst, wenn du deinen eigenen Kopf hast.“ Ich fragte ihn, warum er glaubt, dass jeder eine Beziehung haben muss, um glücklich zu sein? Und warum er in einer Beziehung nicht sein darf, wie er ist? Kein Mensch ist es wert, eine Beziehung einzugehen, wenn er sich verstellen muss, um zu gefallen. Zudem erzeugt er sich das Gefühl Einsamkeit selbst und das kann ihm eine Beziehung nicht nehmen, denn er ist für seine Gefühle selbst verantwortlich. Mit der Antwort hat er nicht gerechnet und schwieg eine Weile, ehe er gestand, dass gern jemanden hätte in den Momenten, in denen er sich einsam fühlte. Er dachte, die Lösung sei eine Beziehung. Dass diese ihm das Gefühl von Einsamkeit nicht nehmen kann, war ihm nicht bewusst, leuchte ihm jedoch ein. Die Diskussion löste sich damit in Luft auf.

Wir erreichten die Kapelle und fanden das nächste Überraschungskonfliktei. Er erzählte alle Umstände zu seiner Hochzeit und was damals alles schiefgelaufen ist, packte noch seine Erfahrung mit Ex-Beziehungen dazu und meinte am Ende, es ist ein zu schöner Tag zum Streiten und sich mit den alten Kamellen zu beschäftigen. Zur Erinnerung, die Route und Themen gab er vor. Und in so einem Moment ist es manchmal einfach besser, zu schweigen und die Leute reden zu lassen. Je weiter wir uns von der Kapelle entfernten, umso besser gelaunt wurde er und wir landeten bei Dialogen zum Thema Natur.

Auf dem Weg bergab entflammte die nächste heiße Phase, als ich ihn bat, ob er still sein könnte, damit ich den Ort fühlen kann. Das schaffte er jeweils Sekunden und redete munter weiter über seine Erfahrungen und geschichtlichen Hintergrund, meine Bitte völlig ignorierend. Und so blendete ich ihn aus meiner Wahrnehmung aus und fühlte die blühende Gegenwart mit ihren  wundervollen Düften. Interessanterweise gefiel ihm das nicht, da ich in seinen Augen sein Publikum war und zuhören musste. Zurück am Auto entflammte eine Diskussion wegen dem Mittagessen. Er wollte woanders hingehen, obwohl wir mit dem Personal am Restaurant fürs Parken abgemacht hatten, nach dem Wandern dort essen zu gehen. Und in so einem Fall entscheidet die Fahrerin – ich. 😉

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Warum streiten wir?.

Es gibt mehrere Gründe für eine Meinungsverschiedenheit:

1. Erwartungen schüren.

Wenn wir uns gegenseitig von einem Ort oder Restaurant vorschwärmen, schüren wir Erwartungshaltungen. Wir haben Freude erlebt und wollen dieses Gefühl mit unseren Freunden teilen. Wir schwärmen und erzählen, wie wundervoll es wahr und geben eine Empfehlung weiter. Dann machen unsere Freunde eine negative Erfahrung und sind enttäuscht. Anstatt die Verantwortung für ihre Enttäuschung zu übernehmen, weil sie sich keine Freude an dem Ort erlaubt haben, machen sie uns verantwortlich. Es entsteht eine Diskussion über die unterschiedlichen Wahrnehmungen, die nichts mit dem Ort zu tun haben. Wir erzeugen unsere Gefühle selbst, die wir erleben – auch, wenn uns die Erfahrung nicht gefällt.

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2. Davon ausgehen, dass das Gegenüber das Gleiche weiß, wie wir.

Bleiben wir am Beispiel …

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Der gesamte Artikel beinhaltet 3607 Worte

  • Warum wir streiten und was Streit auslöst.
  • 9 Gründe, wie wir streiten.
  • 12 Gründe, wie du auf Streit reagieren kannst.
  • Den Artikel als Podcast.

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