Ein Gefühl namens Schuld – Preview

Um das Schuldgefühl zu ergründen, ist es erforderlich eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen. Zu einer Zeit, als die Menschen noch an Götter glaubten und mit Feuern ihre Behausungen erhellten. Ich verspreche dir, am Ende wirst du verstehen, wie wir über Jahrhunderte gelernt haben, uns schuldig zu fühlen. Und wie du lernen kannst, es loszuwerden.

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Die Geschichte der Schuld

Wenn wir heute von Schuld sprechen, unterscheiden wir in der Rechtssprechung zwischen schuldig und unschuldig. Doch so einfach ist es nicht. Weder kann uns ein Gericht ein Gefühl von Schuld geben, noch ein Gerichtsurteil uns das Gefühl von Schuld nehmen. Das Gefühl, schuldig zu sein, wurde uns über viele Jahrhunderte anerzogen.

Begeben wir uns in eine Zeit, als es weder Strom, noch Handys, Internet oder Autos gab. Als der flackernde Schein eines Feuers Wärme und Licht spendete in einfachen Hütten, deren Öffnungen von Brettern vernagelt worden sind, als Schutz vor der Kälte. Die Menschen verstanden nichts von den heutigen medizinischen Kenntnissen und glaubten an unterschiedliche Götter, die sie für reiche Ernten mit einem Opfer milde stimmen mussten. Der sogenannte Sündenbock wurde mit Schuld beladen und durch das Dorf getrieben, der für alle Missernten und böses Hexenwerk des Teufels verantwortlich gemacht wurde. Das Verständnis von Schuld und Unschuld in der unbewussten Zeit basierte auf Kulte, Religion und die Obrigkeit, die bestimmte, wer sich für welches Fehlverhalten schuldig machte.

Fast alles, was wir heute ungestraft tun und leben dürfen, war zu dieser Zeit verboten, teilweise unter Todesstrafe. Das Anbeten der falschen Götter, Homosexualität, freier Wille, das Jagtrecht, die eigene Ernte, eigener Besitz, Einfluss, Meinungsfreiheit, freie Berufswahl, Frauenrechte, Wahlrecht, Grundrechte, Grundsicherung, Demokratie, Freiheit, Reisefreiheit, Bewegungsfreiheit, Gleichberechtigung, … und viele weitere Rechte, die wir uns unter Blut, Demonstrationen, Kriege und Schweiß erarbeitet haben.

Das Fußvolk hatte damals keine eigenen Rechte und musste sich der Obrigkeit unterwerfen. Springen wir wenige Jahrhunderte in die Zukunft, landen wir beim Prügelknaben, der für den reichen Spross bestraft wurde. Oder bei den Hexenprozessen, die nicht aufgrund Schuld zum Tode durch den Scheiterhaufen verurteilt wurden, sondern wegen roter Haare, Muttermale, Wassertraufen, Folter oder schlichtweg zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Die Menschen damals waren weit weg von einem Selbstbewusstsein und beschuldigten sich wahllos gegenseitig für ihre Probleme.

Ich könnte sagen, die Menschen damals beschuldigten sich gegenseitig für ihre anerzogenen Schuldgefühle und taten alles, um unschuldig zu sein.

Erst Jahrhunderte und zahlreiche Revolutionen und Kriege später änderte sich die Rechtslage für das einfache Volk. Rechtssprechung bekam das Gesicht von Justitia und fand gleichberechtigte Anwendung bei Arm und Reich. Der Buchdruck ermöglichte eine schnelle Verbreitung von Informationen und erste Reformer wie Luther legten sich mit der Weltreligion an, um einen solidarischen Gedanken zu verbreiten. Demokratien und Wahlen wurden ausgerufen. Die Kriminalität und Forensik nahm erste Züge an und verhinderte manches falsche Urteil. Medizinische Fortschritte erlaubten „Leichenschändung“ und führten das Forschungsgebiet Pathologie ein. Trotzdem bestimmten nach wie vor oft die Herrschenden, was verboten und was erlaubt war. Es vergingen weitere Jahrhunderte, bis Frauen wählen durften und ein Recht auf freie Arbeitswahl hatten. Und je mehr die Technologie voranschritt, umso schnelle verbreitete sich das Wissen um die ganze Welt und siegte für Kriege im Namen der Gerechtigkeit der Unterdrückten. Schauen wir uns heute unseren Planeten an, dann erkennen wir in manchen Ländern den Kampf um die Würde und Meinungsfreiheit des Menschen.

Wir blicken auf mehrere Jahrtausende anerzogene Schuldgefühle, die von anderen bestimmt und festgelegt wurde. Eine Gewohnheit über hunderte Generationen, die wir in unseren Genen weitervererbt haben und bis heute leben: Uns schuldig fühlen. Und um diese Schuldgefühle loszuwerden versuchen wir weiterhin den ausweglosen Kampf, die anderen für unsere Gefühle verantwortlich zu machen. Derweil denken wir selbst unsere Gedanken, die uns nicht gefallen und erzeugen unser Kopfkino ganz alleine. Deswegen fühlen uns schuldig und zeigen dennoch weiterhin mit dem Finger auf die anderen – heute in Form eines „gefällt-mir-Button“ und Shitstorm in den Netzwerken. Versteckt hinter einer virtuellen Identität, um uns lautstark Luft zu machen.

„Ja aber was ist mit den Tätern, die morden, plündern, vergewaltigen und missbrauchen? Die Bösen da draußen, die schuld sind?“ Ich möchte den Kreis schließen und auf den Anfang verweisen:

Weder kann uns ein Gericht oder eine Tat ein Gefühl von Schuld geben, noch ein Gerichtsurteil uns das Gefühl von Schuld nehmen. Das Gefühl, schuldig zu sein, wurde uns über viele Jahrhunderte anerzogen.

Das gilt genauso für einen Täter, der über seine Tat mit seinem Schuldgefühl umzugehen versucht.

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Schuld vs. Verantwortung

Wenn wir von Schuld sprechen, vergessen wir einen wesentlichen Kontext: Niemand ist allein schuldig oder unschuldig an einer Tat.

Es bedarf die Begegnung zweier Individuen, damit eine Tat geschehen kann: Ein Opfer, das unachtsam ist und dem Täter ein Annähern ermöglicht – bewusst oder unbewusst, und einen Täter mit der Absicht eine Tat zu begehen. Erst unter diesen Bedingungen kann eine Tat auf zwischenmenschlicher Ebene geschehen.

Es gibt weitere Straftaten, die kein Opfer, wohlweislich aber Bedingungen benötigt, um sie auszuüben. Beispielsweise im Straßenverkehr Geschwindigkeitsüberschreitungen. Hier ist die Sprache von Regeln und Richtlinien, die ein harmonisches Zusammenleben ermöglichen sollen. Doch alle diese Konstellationen geben uns nicht automatisch ein Gefühl von Schuldigkeit. Ein Täter muss sich wegen seiner Tat nicht Schuldig fühlen und ein Mensch kann sich schuldig fühlen, ohne ein Opfer zu sein.

Was also ist es, das uns das Gefühl Schuld vermittelt? Das, was alle Gefühle in uns auslöst: Unsere …

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Der gesamte Artikel beinhaltet 2680 Worte

  • Was Schuldgefühle mit dir machen.
  • Wie andere dich mit Schuldgefühlen manipulieren.
  • Was deine Schuldgefühle auslöst.
  • Wie du es schaffst, deine Schuldgefühle loszuwerden.
  • Den Artikel als Podcast.

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