Die drei Stufen des Annehmen – Preview

Wir alle halten uns für tolerant und glauben, dass wir vieles akzeptieren können. Zumindest so lange, bis wir in der äußeren Welt mit einem Thema in Berührung kommen, das uns emotional aufwühlt und wir ablehnen. Dann verfallen wir in unsere alten Muster und Denkstrukturen und ewig grüßt das Murmeltier.

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Was heißt: annehmen?

Über das Annehmen kursieren viele Glaubenssätze und Gerüchte. „Du kannst das doch nicht einfach tolerieren!“, „Wo kämen wir denn dahin, wenn das alle machen!“ oder „Wie jetzt, und der andere hat gewonnen, oder?“

Annehmen ist mit Sicherheit eines nicht: aufgeben.

Im Gegenteil, wer die Kunst des Annehmen perfektioniert hat, ist Beherrscher seiner Emotionen geworden und herrscht damit über sich selbst. Was bringt es dir, wenn die anderen die Schlawiner sind? Zum einen sind die anderen nicht die Schlawiner, sondern Projektionen deiner abgelehnten Gefühle, damit du sie erfahren und ihnen bewusst werden kannst. Und zum anderen ist es egal, was die anderen sagen, denken oder tun, weil sie ihr eigenes Leben erschaffen und du für deine Emotionen selbst verantwortlich bist. Das erlaubt dir künftig, selbstbestimmt agieren zu können, anstatt zu reagieren.

Ein anderes Wort für Annehmen ist Aufmerksamkeit schenken, demgegenüber steht die Ablehnung.

Und das ist die eigentliche Krux, da die wenigsten bemerken, dass sie gerade hochgradig ablehnen und denken, sie nehmen doch an. Das, was du in deinem Leben vermisst, ist das, was du in dir drin ablehnst bzw. nicht annehmen kannst.

Ich gebe dir ein Beispiel:

Gestern fand zum 64. Mal der Eurovision Song Contest statt und zum wiederholten Male hat Deutschland einen wenig begehrten hinteren Platz geholt. Die Ablehnung ist momentan groß. In der Gesamtwertung aller Songcontests seit 1955 liegt Deutschland auf Platz 3 der meisten letzten Ränge mit neunmal. Der Sieger ist der diesjährige Gewinner Norwegen mit elfmal letzter Platz. Sind wir ein schlechtes Land? Haben wir einen katastrophalen Musikgeschmack?

Nein, nichts davon, wir sind es gewohnt, uns chronisch abzulehnen und erst einmal leisten zu müssen. Wir schicken keinen Gewinner, der mit Stolz ein wertvolles Land und seine Musik vertritt. Wir schicken einen Verlierer, der versucht, im Namen einer Nation der europäischen Welt (um Australien ergänzt) zu gefallen. Mit Verlierer meine ich nicht, dass unser Musikakt schlecht war. Mir persönlich hat er weit besser gefallen, als die meisten Songs aus dem kommerziellen Einheitsbrei. Mit Verlierer meine ich, dass Deutschland seinen eigenen Interpreten keinen Rückhalt gab und dennoch hoffte, das zwei Mädels die Welt … Pardon, den ESC für uns retten. Das ist unsere deutsche Mentalität der Ablehnung. Erst schauen wir, ob die anderen es gut finden, dann erlauben wir uns Freude und Unterstützen. Diese Mentalität begegnet uns nicht nur beim ESC, sondern jeden Tag im eigenen Land und Leben.

Es hat lange gebraucht, ehe ich mich von dem Glaubenssatz verabschieden konnte: Der Prophet zählt im eigenen Land nichts. Denn viele unserer Propheten und Erfolgreichen zählten von Anfang an viel im eigenen Land. Einfach erklärt, wenn wir unseren eigenen Interpreten beim ESC ablehnen und „scheiße“ finden, kann ihn Europa nicht lieben. Egal, wie sehr wir hoffen und mitfiebern. Gewinner entstehen anders herum, wie Stefan Raab mit Lena bewiesen hat. Lena kannte niemand – außerhalb Deutschlands. Und ihre Stimme ist ebenfalls nicht perfekt, sondern piepsig und auch schräg. Dennoch war sie innerhalb Deutschlands eine Nummer, dank Raab. Er hat das getan, was Walt Disney, Steve Jobs, Henry Ford und mein Mustervorbild des Annehmen Thomas Alva Edison taten: Sie haben in sich selbst die Vision als Wahrheit angenommen (=welch herrliches Wort), Gewinner zu sein und sich im Außen so zu verhalten, damit andere sie als Gewinner betrachten konnten.

Ich gestehe, ich schaue mir das Finale vom ESC an, um mich in die Stimmung zu versetzen. Die gesamte Atmosphäre, der Applaus ist eine herrliche Hintergrundstimmung eines Gewinners, um in der Emotion zu Arbeiten. Das setzt voraus, dass ich die Stimmung annehme, egal, wie die Punktevergabe zu Deutschland aussieht und welcher Akt mir gefällt oder nicht. Die Veranstaltung ist eine Gewinner Energie, die du positiv für dich nutzen kannst, wenn du dich öffnest und aufhörst, emotional auf der Verliererseite zu stehen. Dann lässt du dir nicht mehr von den Bildern und Meinungen anderer deine Stimmung vermiesen, sondern bleibst bei dir und deinem Vorhaben.

Annehmen bedeutet, anzunehmen, was ist, ohne es verändern zu wollen.

Wir haben den drittletzten Platz beim ESC erreicht und das ist okay. Denn ein Gewinner kann erst zu sich stehen, wenn er die Verluste würdigt, auf dem Weg dahin. Bekämpfst du das, was da ist, bekämpfst du auch das, was du gerne hättest und in dir Ausdruck sucht.

  • Bekämpfst du die Angst, bekämpfst du die Liebe in dir.
  • Lehnst du den Mangel ab, lehnst du die Fülle in dir ab.
  • Lehnst du deine Enttäuschung ab, lehnst du dein Vertrauen in dir ab.
  • Verweigerst du dir Leid, verweigerst du dir Freude.

Beide Gegensätze sind immer untrennbar miteinander verbunden. Das heißt: Erst, wenn du das verlierst, was dich am Gewinnen hindert, kannst du Gewinnen.

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Annehmen will gelernt sein

Ich schrieb zu Beginn, dass die Meisten glauben, schon anzunehmen, obwohl sie ablehnen.

Woran erkennst du, dass du angenommen hast?

Ganz einfach, wenn du die äußere Welt nicht mehr ändern möchtest, hast du angenommen.

Ja aber … Ich kann den Aufschrei hören: „Wenn wir das Außen nicht mehr ändern, geht die Welt den Bach runter!“

Nein, die Welt geht den Bach runter, weil wir das Außen ändern wollen, anstatt unser Inneres und damit das Außen. Falls du das nicht verstehst, ließ den ersten Abschnitt nochmal. Die äußere Welt ist deine Interpretation der inneren Welt. Du denkst über sie nach und betrachtest sie durch die Wahrnehmung deiner Gedanken, Emotionen und Erfahrungen. Würdest du weiterhin nur im Außen deine Konflikte lösen wollen, ist das genauso, wie wenn du dich übergibst, um das fettige Essen wieder loszuwerden, das du dir zuvor gierig rein geschaufelt hast. Das Problem, das Falsche zu essen, besteht solange weiter, bis du dein Essverhalten im Inneren änderst und dich nicht mehr übergeben musst.

  • Das Außen macht keinen Gewinner aus dir, du nimmst den Gewinner

 


Der gesamte Artikel beinhaltet 3570 Worte

  • Warum Annehmen immer in dir stattfindet.
  • Die drei Stufen des Annehmen und wie du herausfindest, in welcher du dich befindest.
  • Woran du erkennst, dass du noch ablehnst.
  • Den Artikel als Podcast.

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