Musst du noch oder lebst du schon – Prewiev

Ist der Fehler in dem Zitat aufgefallen? Der Ikea-Spruch: „Wohnst du noch oder lebst du schon?“, war damals eine bahnbrechende Werbung, die sich in Lichtgeschwindigkeit eingeprägt hat. Ein kurzer und knackig Satz, deswegen wird er vom Unterbewusstsein so geliebt. Ich zweckentfremde ihn gerne, um mir meiner Unzulänglichkeiten bewusst zu werden, die ich glaube, noch leisten zu müssen. Weil ich wieder mal in meinen Illusionen des Alltags vergessen habe, dass das Leben kein Leistungssport ist, sondern eines erfordert: bewusst da sein. Das ist in Angst kaum möglich, sondern erfordert das Überwinden der eigenen gedanklichen Begrenzungen. Oder eine Abkürzung. Und die schauen wir uns jetzt genauer an. 😉

.

Ein Platzhalter namens Akzeptanz

 

 

 

 

 

Was musst du morgen alles erledigen? Wie lang ist deine To-do-Liste? Musst du in der Arbeit noch das Projekt fertig machen? Hast du noch so viel vor und keine Zeit? Dann hast du deinen Freunden noch das versprochen. Und zu der Veranstaltung solltest du auch noch …

Atme einmal tief durch und hol Luft. Und nochmal, tief in den Bauch einatmen und ausatmen. Pfffff. Merkst du, wie diese paar Zeilen den Druck erhöhen können? Wie du im Kopf schon beginnst, dich zu stressen, weil du noch so viel musst und keine Zeit dafür hast? Das sind harmlose Gedanken. Allerdings haben sie die Hoheitsgewalt über unsere Emotionen. Wir alle haben uns der täglichen Herausforderung zu stellen, den Überblick zu wahren und bewusst auszuwählen, welche Gedanken wir zulassen und in den Kaninchenbau folgen. Das, was uns dann an Gefühlen darin erwartet ist entweder ein stressiger Alptraum oder ein wunderschöner gelebter Traum.

Wie schaffen wir es, uns vor diesen Gedanken abzugrenzen? Und gelassen zu bleiben?

.

Positive und Negative Behauptungen

Die Zitate kennen wir:

  • Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.
  • Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
  • Nur starke Menschen bekommen einen schweren Weg.
  • Nimm dir Zeit für Dinge, die dich glücklich machen.

Wie fühlst du dich damit? Welche Emotionen und Bilder lösen diese Sätze in dir aus? Diese Lebensweisheiten kamen von unseren Vorfahren, die sie weiter gegeben haben. In schweren Zeiten schenken sie uns Vertrauen und Kraft. Sie erinnern uns an das Gute und helfen uns, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen, weil wir trotzdem liebenswert sind. Das heißt, sie wirken sich positiv auf uns aus.

Schauen wir uns ein paar Behauptungen an, die wir uns heute gegenseitig in den Netzwerken ins Profil klatschen.

  • Ich habe in drei Monaten viel Geld verdient, indem ich das und jenes getan habe. Du kannst das auch.
  • Erfolgreich und schlank in sechs Wochen, du schaffst das auch.
  • Top gestylt finden sie ihren Traumberuf.
  • Die Singlebörse boomt, finden auch sie noch heute ihren Traumpartner.

Was lösen diese Sätze in dir aus? Fühlst du dich gut und entspannt? Fühlst du dich geliebt, so, wie du bist? Wertgeschätzt? Oder macht sich eine Emotion von Mangel und nicht gut genug sein in dir breit? Weil dir jemand sagt, dass du erst noch besser werden musst. Dich anpassen musst und er oder sie weiß, wie das geht?

Ich habe letzte Woche ein Webinar mitgemacht zum Thema Content Marketing. Marketing ist ein wichtiges Thema für mich, aber nicht zu jedem Preis. Der Trainer war wirklich gut. Er hat viel Inhalt geboten und logische Schritte, die Sinn ergeben. Allerdings haben mich zu Beginn gleich die ersten beiden Sätze seiner Präsentation abgeschreckt: „99 % der Kunden im Internet kaufen nicht. Deswegen musst du sie von deiner Leistung überzeugen.“ Bam, schon war die Emotion Selbstliebe dahin und bereitete den roten Teppich für Mangel aus. Das hohe Tempo des Webinars durch diese Behauptung zog sich wie ein roter Faden zum Ende durch und ich fragte mich, ob ich überhaupt irgendetwas richtig mache, wenn es so verdammt anstrengend ist, überhaupt vorwärtszukommen? Nach dem Webninar folgte eine lange E-mail mit knallgelben Markierungen in Schriftgröße blindes Huhn. Und als Bonus schenkte er mir noch eine kostenlose Analyse meines Shops und sein Buch gratis gegen Versand und Druckkosten, das normalerweise 19,99 EUR im Handel kostet. Weil er so gut ist, war die Begründung.

Durch meine Fachbücher zur Verlagsgründung für meine Ebooks und Printprodukte weiß ich heute, das Verlage ihre Ladenhüter zum Druckkostenpreis verramschen, um noch ein wenig Umsatz herauszuholen. Dieser Trainer bot eine gute Idee und guten Inhalt über 1,5 Stunden. Eigentlich ansprechend, wäre da nicht der unglaubliche Druck, noch mehr leisten und überzeugen zu müssen. Und deswegen ein Hagelgewitter an E-mails auf die Abonnenten loszulassen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, ich selbst konsumiere viel über das Internet, weil ich auf dem Land wohne und die nächste richtige Einkaufsmöglichkeit 30 km bis 80 km entfernt ist. Bisher hab ich von niemanden verlangt, mich überzeugen zu müssen. Jeder Kunden ist in der Lage, selbst zu entscheiden, ob das Produkt zu ihm /ihr und den Werten passt oder nicht. Überzeugungsarbeit ist dann notwendig, wenn du glaubst, nicht gut genug zu sein. Der Hacken dabei ist, egal, wie viele du schon von dir überzeugen konntest, solange du es weiterhin glaubst, hört das Leisten müssen nie auf. Ob als Selbständiger, Angestellter oder im Privatleben.

„Der einzige Mensch, den du von dir überzeugen musst, bist du selbst.“ 

.

Finger weg von allem, was dir mangelt 

.Solange du in deiner inneren Welt mit dir unzufrieden bist, konsumierst du in der Hoffnung, dass das nächste Buch, die nächste Information, das nächste Webinar, der nächste Kunde, die nächste Diät, der nächste Partner oder der nächste Arbeitstag eine Besserung bringt. Und bis zur Besserung leistest du noch mehr, probierst es noch härter und fühlst dich am Abend noch frustrierter.

Ich habe früher meinen Beruf Bankkauffrau für meine Unzufriedenheit verantwortlich gemacht. Immer mehr leisten müssen, immer mehr lernen müssen und immer mehr arbeiten müssen. Der Tag war voll von To-do’s, die ich erledigen sollte. Und die Freizeit zu kurz, um alles zu tun, was ich wollte. Um da herauszukommen habe ich viele Jahre auf all die Behauptungen gehört, die mir sagten, was ich tun muss, wenn ich es ändern möchte. Und jeder Schritt bestand darin, noch mehr zu tun, anstatt weniger. Noch mehr leisten, anstatt weniger. Noch besser werden, anstatt dankbar zu sein, für das, was ich heute schon bin.

  • Jede Werbung, die mir Schönheit versprach, wenn ich das Produkt benutze, sagte damit aus: „Du bist hässlich. Wir machen dich schön.“
  • Jede Werbung, die mir schlank sein versprach, sagte damit aus: „Du bist zu dick. Wir machen dich schlank.“
  • Jede Werbung, die mir Reichtum versprach, sagte damit aus: „Du bist wertlos. Wir machen dich reich.“

Mit diesen Gedanken besteht das Leben aus vielen Dingen, die du erst an dir ändern musst, ehe du gut genug sein kannst. Das Leben zieht vorbei, weil es zu einem Leistungssport geworden ist, in dem du jedem Tag um eine Medaille kämpfen musst. Mir mangelte nicht an Informationen, die ich tun konnte, um mein Leben zu verbessern. Mir mangelte an …


Der gesamte Artikel beinhaltet 3048 Worte

  • Wie du lernen kannst zu akzeptieren. 
  • Woran du bemerkst, dass dein Leben ein Leistungssport geworden ist.
  • Wie du heraus finden kannst, warum du glaubst, noch leisten zu müssen. 
  • Wie du mit einer einfachen Übung bei dir selbst ankommen kannst.

.

Schalte den ganzen Artikel frei und

starte mit deinem Onlinetraining. 

.

 

Du bist schon im Training?

Ganzen Artikel findest du mit deinem gewohntem Passwort hier: 

.

.

.

%d Bloggern gefällt das: