Bist Du schon ein bedingungsloser oder noch ein falscher Geber?

Wusstest Du, dass Du auf verschiedene Arten geben kannst? Du kannst Dich selbst ausbeuten und jedem Menschen, der Dir begegnet planlos geben, während Deine Gabe und Deine Träume verkümmern. Du kannst aber auch ganz anders geben, erfüllend und für alle bereichernd …

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Bist Du schon ein bedingungsloser oder noch ein falscher Geber?

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Fangen wir einmal ganz von vorne an. 

Du bist gerade mit einer sehr wichtigen Aufgabe beschäftigt und möchtest sie unbedingt abschließen. Schon lange willst Du Deinen bereichernden Platz in der Gesellschaft einnehmen und mit Deiner besonderen Fähigkeit dienen. Da kommt plötzlich ein Freund auf Dich zu und fragt Dich, ob Du ihm jetzt helfen könntest bei …

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Was tust Du? .

Möglichkeit 1: 

Du lässt alles stehen und liegen, weil geben seliger, als nehmen ist. Schließlich ist es egoistisch, „Nein!“ zu sagen und Du bist ein lieber und anständiger Mensch, der es allen Recht machen will. Und wo kommen wir da hin, wenn nur noch Egoisten auf dieser Welt sind? Also sagst Du „JA!“ zu Deinem Freund, stellst Dich selbst zurück und hilfst ihm. Dem nächsten ebenso, der an Dein Bewusstsein klopft und den nächsten … und Deine Gabe verstaubt in der Ecke.

Was ist das Ergebnis, dieser Art zu geben? Die Menschen um Dich herum schätzen Dich, Du bist wichtig und beliebt – glaubst Du. Allerdings rückt Dein Traum, Deine Werte und Deine Gaben zu geben in ganz weite Ferne … bis Du alles begräbst. In Dir hadert Dein Wertesystem mit dieser Situation. Du kannst Deinen Job im Leben nicht richtig ausfüllen und wirst unzufrieden, bis sich vielleicht Dein Körper einmischt und krank wird.

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Möglichkeit 2: 

Du hörst Dir an, was Dein Freund von Dir will. Ist es eine Kleinigkeit, die wenige Minuten in Anspruch nimmt, kannst Du überlegen, ob jetzt der richtige Augenblick ist, „JA!“ zu sagen und eine kleine Pause Deiner Arbeit einzulegen. Handelt es sich und eine längere Aufgabe, die zu Deiner Lebenseinstellung passt, kannst Du offen und ehrlich „Nein!“ sagen und um einen späteren Termin bitten. Dann erfüllst Du den Anspruch an Deine persönliche Entwicklung und gibst Dir die Möglichkeit aus Freude heraus zu einem späteren Zeitpunkt geben zu können. Handelt es sich um eine Aufgabe, die weder zu Deinen Werten noch Deiner Gabe oder Deinem Leben passt, kannst Du ehrlich und offen „Nein!“ sagen und ihn bitten, woanders zu fragen. Wenn Deine Arbeit zu wichtig ist, kannst Du ihn auch ungehört um einen späteren Termin bitten.

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Was glaubst Du, mit welcher Möglichkeit leben Du und Dein Freund besser? Wenn Du ihn über Dich stellst? Oder wenn Du Deine Bedürfnisse wichtiger nimmst und dadurch später die Möglichkeit hast Deinem Freund aus der satten Fülle Deiner Gaben, Werte und Zeit geben zu können?

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Warum gibst Du?

Im letzten Artikel behandelten wir die Problematik, „es jedem Recht machen zu wollen“. Für manche – ich nenne sie gern „ehrenamtliche Geber“ – ist das eine befremdliche Vorstellung, denn Geben soll eine Freude sein und das Leben bereichern. Da passt das Ablehnende „NEIN!“ nicht wirklich zur Lebenseinstellung. Eigentlich. Es kommt hierbei darauf an, aus welcher Intension heraus jetzt im Moment gegeben wird: Erwartungsvolles Geben, vermeidendes Geben oder bedingungsloses Geben.

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Erwartungsvolles Geben

Wenn Dir gegeben wird von einem Freund, Familie, Kollegen, … wie fühlst Du Dich damit als „Nehmer“? Kannst Du ehrlich und bedingungslos „Danke!“ sagen? Oder regt sich ein Gefühl von „Schuld“ und „Verpflichtung“ in Dir? Hast Du das Gefühl, zurückgeben zu müssen, um eine Erwartung zu erfüllen? Gibst Du vielleicht sogar selbst mit dem Gefühl der Erwartung? Erwartest Du, dass der andere Dir gegenüber „Etwas“ schuldig bleibt, wenn Du gibst?

Geben aus einer Erwartungshaltung führt letztendlich zu Enttäuschung. Du gibst und gibst und hoffst, dass Dein Umfeld Deine Erwartungen nach Aufmerksamkeit, Zeit, Gegenständen, Gefühlen und Werten erfüllt. Ein Kind gibt im Bonbonladen ein Lächeln, um eine Süßigkeit zu bekommen. Ein Erwachsener gibt seine Stimme, um ein Wahlergebnis zu erwirken. In den sozialen Netzwerken werden Posts gegeben um Likes zu bekommen. Im Freundeskreis wird gejammert, um Mitleid zu bekommen. In der Nachbarschaft werden Freundschaftsdienste erwiesen, um Freundschaftsdienste zurückzubekommen. Das alles hat nichts mit Geben zu tun. Das sind stillschweigende Geschäfte, die mit Annahme von beiden Seiten akzeptiert werden. Der Nachteil dieses Gebens ist: Du selbst, die Entwicklung Deiner Gaben und Werte bleiben auf der Strecke, wenn Du in Deinem Leben zu viele erwartungsvolle Nehmer hast, die mit Deinen Gaben und Werten wenig zu tun haben.

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Ein Beispiel:

Du kannst malen und empfindest große Freude daran. Du versuchst es, so oft wie möglich zu tun um Dein Umfeld mit Deinen farbenfrohen Werken zu bereichern. Dein Konflikt ist, dass Du viele Freunde hast, die Deine Aufmerksamkeit brauchen, um Dir ihr Leid und ihre Sorgen zu klagen. „Du bist so ein toller Freund und verstehst mich!“ Dir ihre Sorgen anzuhören und Deine Zeit zu geben scheint zunächst nobel.

ABER: Je mehr Zeit Du mit ihnen verbringst, umso weniger Zeit hast Du, Deiner Freude nachzugehen und die Welt mit Deinen gemalten Bildern zu bereichern. Du bist in diesem Fall der falsche Geber! Du kannst Bilder geben und sollst stattdessen psychologischen Beistand leisten. Ihren Geber würden sie in den sozialen Berufen finden. Oft stehen Ängste, Mangeldenken oder andere Blockaden im Weg und so „stehlen“ sie ihren Freunden dadurch Lebenszeit, nehmen beiden die Freude aus dem Austausch an sich und verhindern beiderseitige Entwicklung.

Versteh mich richtig: Es ist jederzeit in Ordnung zu nehmen, oder nach Hilfe zu fragen. Achte hierbei bitte darauf, Deine Anfrage an den richtigen Geber zu stellen. Nicht jeder Mensch kann Dir bei Deinem Problem helfen. Nur der Geber, der das was Du brauchst in sich und seinem Leben hat! Andernfalls stehst Du der Freude des Gebens im Weg, weil Du seine Gabe nicht annehmen kannst.

Frage Dich, aus welcher Erwartung heraus gibst Du? 

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Vermeidendes Geben

Aus welcher Angst heraus gibst Du? Was möchtest Du mit dem Geben vermeiden? Gibst Du, um NICHT enttäuschen zu müssen? Um Dich und Dein wundervolles selbst weiter hinter Beschäftigung und Aufmerksamkeit verstecken zu können? Gibst Du, weil Du Angst vor dem allein sein hast? Oder weil Du das Wesen in Dir nicht magst und Dir diesen Mangel woanders ausgleichst?

Vermeidendes Geben ist ein Deckmantel der Angst. Der innere Druck, funktionieren zu MÜSSEN. Das gute Gefühl des Gebens hat in diesem Verhalten einen fahlen Geschmack des Minderwertes. Das Gefühl, nicht gut genug zu sein und noch Leisten zu MÜSSEN treibt „ehrenamtliche Geber“ hier zu Höchstleistungen. Sie Eiern oft den ganzen Tag umher, geben zu viel an die eigene Familie, die Freunde, die Arbeit, die Religion, den Staat und die Wirtschaft. Abends sind sie so müde, dass sie scheinbar glücklich ins Bett fallen – weil sie endlich von einem besseren Leben träumen können. Am nächsten Tag beginnt der Kreislauf von vorne – und ihre Träume bleiben auch morgen noch Träume.

Vermeidende Geber wissen oft gar nicht, wer das Selbst in ihnen ist und was sie für „ besondere Fähigkeiten“ haben. Zu groß ist die Angst, diesen Wert der Welt zu zeigen und abgelehnt zu werden. Sie handeln aus „Hilfsbereitschaft“ und „Aufopferung“, um sich ihre eigene Hilflosigkeit nicht ansehen zu müssen.

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Ein Beispiel: 

Du weißt nicht, was Du gut kannst und schaust mit einer Sehnsucht auf die Menschen um Dich, die so außergewöhnliche Begabungen haben. Du hast für die vielen kleinen Talente ein offenes Ohr und unterstützt sie mit allem, was Du hast. Du bist ihr fleißigster Kunde und fegst marktschreierisch durch die Welt, um ihnen zu helfen. Spendest ganze Einkommen an Hilfsorganisationen und bist der oder die Erste vor Ort im Katastrophengebiet. Schließlich muss sich jemand um all die armen Seelen kümmern. 

ABER: Wer kümmert sich um die Bedürfnisse des kleinen Wesens in Dir, wenn Du wegen der Rettung der Welt keine Zeit hast?

Frage Dich, warum läufst Du vor Dir davon? 

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Bedingungsloses Geben

Was ist nun die gesunde Art, zu geben? Hierzu möchte ich auf das Beispiel zu Beginn unserer Reise zurückkommen.

Du bist gerade mit einer sehr wichtigen Aufgabe beschäftigt und möchtest sie unbedingt abschließen. Schon lange willst Du Deinen bereichernden Platz in der Gesellschaft einnehmen und mit Deiner besonderen Fähigkeit dienen. Da kommt plötzlich ein Freund auf Dich zu und fragt, ob Du ihm helfen könntest bei …

Fühl bitte in diese Situation hinein. Stell Dir die Dringlichkeit Deiner Arbeit in diesem Augenblick vor. Wie wichtig es ist, sie jetzt zu tun, Deine Berufung zu erfüllen. Deine Begabung, um nicht nur Deine Beitrag zu leisten, sondern der Welt das zu geben, was Du in Dir hast. Dieser kostbare Moment, in den Du bereits alles aus Dir gibst. Und dann kommt ein Freund und möchte jetzt „egoistisch“ Deine Aufmerksamkeit nehmen …

… während Du als Sanitäter ein sterbendes Leben rettest.

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Ich gebe Dir jetzt ein paar Augenblicke Zeit, das zu verdauen.

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Egoismus ist ein Wort unserer Neuzeit, das inzwischen leider eine einseitige Bedeutung bekommen hat. Der „Ja!“-Sager und „alles-recht-Macher“ entspricht den braven, gesellschaftsfähigen Lemming, während dem „Nein!“-Sager Selbstsucht und Egoismus unterstellt wird. Derweil tummeln sich auf der Nehmer-Seite ebenfalls mehr als genug „Egoisten“, die Deine Aufmerksamkeit um jeden Preis haben wollen. Zur Not „stehlen“ sie Deine Zeit aus Angst und sonstigen Blockaden.

Es ist weder egoistisch, ein gesundes Maß an „Nein!“ von sich zu geben, noch anständig, jeden mit seinen Problemen zu belästigen. 

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Was macht bedingungsloses Geben aus?

Bedingungsloses Geben kannst Du nur, wenn Du Deine Gaben, Werte und Fähigkeiten kennst und Dein Sein respektierst. Wenn Du alle Gefühle in Dir angeschaut hast und in Harmonie mit Dir bist. Was willst Du geben, wenn Du keine Ahnung von Deinen Talenten hast? Wenn Du nicht weißt, welche Träume Du in der Welt für alle verwirklichen möchtest und mit wem Du den Weg gemeinsam gehen kannst? Was willst Du Deinen Kindern geben, wenn Du Deine Werte nicht kennst und Dich ablehnst? Welche Hilfe möchtest Du geben, wenn Du Deine eigenen Bedürfnisse weder kennst noch erfüllst? Welches Mitgefühl kannst Du geben, wenn Du Dich zutiefst verurteilst? Welche Qualität bringst Du in diese Welt, wenn Du vor Dir Angst hast?

Bedingungslos geben kannst Du, wenn Du weißt, was in Dir los ist und Deine Bedürfnisse an Liebe, Freude, Zufriedenheit, Wohlfühlen und „Dasein dürfen“ erfüllt sind. Wenn Du Dein Selbst bedingungslos angenommen hast, kannst Du von der Fülle aus Dir mehr und mehr in die Welt geben, ohne Dich zu vernachlässigen oder auszubeuten. Bedingungslos geben kannst Du, wenn Du Deine Grenze kennst und respektierst. Welche Zeiten für eine Pause, was Du für andere bewältigen kannst und was nicht. Bedingungslos geben kannst Du, wenn Du Deine Gaben geben darfst und akzeptiert wirst, wie Du bist.

Bedingungslos geben kannst Du nur Dich selbst und das was in Dir und Deinem Leben ist. 

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Abschließend noch ein paar Gedanken für Dich:

  • Deine Seele, Dein Sein, Deinen Körper, Gefühle, Talente, Gedanken, Ideen, Lebenszeit, die Dinge in Deinem Leben, … diese Fülle aus allem hast Du zu geben.
  • Wenn Du aus Dir gibst, frei von Erwartung und Angst im Einklang mit Deinem Lebensweg ist das Geben eine allseitige Freude, die unsere ganze Welt bereichert. Die Freude am teilen aus sich selbst heraus. Geber und Nehmer werden gleichermaßen beschenkt.
  • Das Leben ist das, was Du daraus machst. Du darfst jederzeit bedingungslos in Freude geben, so oft Du willst, wenn es sich für Dich richtig gut anfühlt.
  • Du hast die Verantwortung „Nein!“ zu sagen, wenn es für Dich unstimmig ist, Deinen Werten und Sein widerspricht oder Du der falsche Geber bist. Nicht immer ist ein Nehmer mit sich im Klaren, was er oder sie benötigt.
  • Denk an den Beruf des Sanitäters. Würden wir alle immer unsere Werte und Gaben zurückstellen und jedem Nehmer helfen, versinkt die Welt noch mehr im Chaos, als sie schon ist. Nimm die prominentesten Beispiele. Wir hätten heute keinen Strom, wenn Volta und Tesla zu allem „Ja!“ gesagt hätten, anstatt den Gleich- bzw. Wechselstrom nutzbar zu machen. Wir würden im dunkeln vor einer Kerze arbeiten, wenn Edison jedem Freund geholfen hätte, anstatt die Glühbirne zu erfinden. Wenn Gates und Jobs zu jedem Nehmer „JA!“ gesagt hätten, statt Computer zu erfinden, wären unsere technischen Möglichkeiten heute anders. Geben ist richtig – auf eine Art und Weise, die mit Deinem Leben und Deinen Werten im Einklang ist an einen Nehmer, der Deine Werte auch annehmen kann.
  • Jeder Mensch hat eine Gabe, eine besondere Fähigkeit, und diese Gabe macht ihn zum Geber.
  • Einmal „JA!“ ist kein Dauerauftrag! Du kannst bei jedem Menschen neu entscheiden, ob Du jetzt im Moment „JA!“ oder „NEIN!“ sagen möchtest. Respektiere dabei bitte, dass Dein Gegenüber in jeden Augenblick ebenfalls neu entscheiden darf.
  • Du wirst in Deinem Leben Momente haben, wo Du erwartungsvoll, vermeidend oder bedingungslos gibst. Das ist in Ordnung und kommt auf die Situation an, welche Intension Du verfolgst. Immer seinen Ängsten ins Auge zu blicken ist genauso anstrengend, wie nur berechnend zu sein. Gönne Deiner Seele zwischendrin genug bedingungsloses Geben. Einfach so, weil es Dir gerade gut geht und Du Freude teilen willst.

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Mehr über die Welt der Gefühle erfährst Du auf www.spielWeltv3galerie.com

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PS.: Sei es Dir Wert, herauszufinden, was für eine Fülle in Dir schlummert!

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#folgeDeinemHerzLICHT

#findeDeinebesondereFähigkeit

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2 thoughts on “Bist Du schon ein bedingungsloser oder noch ein falscher Geber?

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