Woran erkennst Du falsche Erinnerungen

Was glaubst Du, weil Du es wirklich erfahren hast und was, weil es Dir eingeredet wurde?

Ich habe in meiner Kindheit viel schreckliches Erlebt – dachte ich. Seitdem die Manipulierungen von Außen weggefallen sind, kamen viele schoene Erinnerungen zu Tage, die unter den falschen Deckmantel der Beschuldigungen und Annahmen verborgen waren.

Das Problem mit diesen Geschichten, die Du dir selbst erzehlst oder von anderen einfach glaubst ist, Du musst die Realitaet staendig diesen Geschichten anpassen, damit Du sie in Deinem Kopf aufrecht halten kannst.

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Woran erkennst Du falsche Erinnerungen?

Vorlage

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Ich habe Menschen kennen gelernt – sowohl ehemalige Freunde, als auch Familie – die Gerede von Dritten mehr glauben schenken, als den Personen, die es wirklich betrifft und es selbst erlebt haben. Und egal, was Du dann diesen Personen erklaerst und belegst, um die Dinge richtig zu stellen, das Wort von Außenstehenden darueber zaehlt mehr als Deines. Warum ist das so? Ganz einfach, ihm Kopf dieser Menschen hat bereits eine Geschichte begonnen, lebendig zu werden. Eine Geschichte, wie die Realitaet zu sein hat und wie diese Dinge kuenftig gesehen werden muessen. Da werden Gedanken verknuepft, Gefuehle hinein geflochten und schon ist eine Story fertig Marke Eigenbau und meilenweit weg von der Wahrheit und dem, was wirklich passiert ist. Von jetzt an bist Du ein Feind, denn  Du koenntest ja diese Geschichte zu fall bringen… .

Bevorzugt erzaehlen sich solche Geschichten Menschen, die ihre schlimmen Erlebnisse als Ausrede vorschieben, um die Verantwortung fuer ihr Leben nicht uebernehmen zu muessen. Menschen, die Zeit ihres Lebens in der Opferrolle verharren und immer hilflos und machtlos bleiben wollen. Nicht aus Bosheit, sondern aus Angst vor Verantwortung fuer ihr Handeln. Und damit Sie das auch morgen noch kraftvoll koennen, muss die Vergangenheit immer traumatischer, gemeiner und bedrohlicher werden. Das Schlimme daran sind nicht die Maerchen, die sich sich jeden Tag selber erzaehlen. Das Schlimme daran sind die anderen, die sich ihrem Maerchen entsprechend verhalten muessen, oder zu ihren Feinden erklaert werden – weil die ja den ganzen Tag nur Luegen erzaehlen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir als Kind von den großen viele Luegen erzaehlt wurden ueber das, was ich ueber meine Verganenheit glauben sollte und was gewesen ist. Ueber den boesen Schuldigen, der so boese und gemein war, das seine Taten das kuenftige Leben beherrschen muessen und er zur perfekten Ausrede avanciert ist, nicht zu koennen. So lange, bis ich nach vielen Jahren traumatischer Vergangenheit angefangen habe, meine eingeredeten Erinnerungen genauer zu durchleuchten. Aber das ist ein harter Weg und dafuer brauchst Du mehr, als nur ein dickes Fell. Denn Du wirst dabei sehr schnell selber zum boesen verstoßenen Feind, weil Du ja jetzt ploetzlich nicht mehr das glaubst, was andere wollen. Sondern die Fehler von Dir selber UND anderen durchleuchtest, um die Wahrheit hinter so einem Schuldigen aufzudecken, hinter dem sich die anderen immer verstecken wollen.

Weißt Du, was ein Suendenbock ist?

Vor vielen Jahrhunderten wurde alle Schuld auf einen Ziegenbock projeziert und dieser mit Schimpf und Schande aus dem Dorf gejagt. Bald schon wurde aus dem Bock ein armer (unbeliebter) (un)schuldiger Mensch, der verantwortlich sein musste. Und heute wird dieses Spiel in vielen Familien in allen Laendern derWelt immer noch fort gefuehrt. Es hat ein wenig was von der Reise nach Jerusalem, nur eben landet auf den nicht vorhanden Stuhl immer ein anderer, der jetzt einfach Schuldig ist. Bis zum naechsten Suendenbock.

Wenn Du falsche Erinnerungen in Dir, von echten unterscheiden willst, dann muss Dir klar sein, dass Du zuallererst mit diesem Schuldspiel aufhoeren darfst. Du willst ja wissen, was sich wirklich hinter den falschen Erinnerungen verbirgt? Und dazu ist das erste, dass Du akzeptierst, dass Du mitverantwortlich bist an allen Ereignissen, die Dir widerfahren sind. Ich rede nicht von Schuld oder Opfer  – Taeter. Ich rede von Verantwortung und die hat das Opfer genauso, wie der Taeter.

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Woran erkennst  Du echte Erinnerungen

Echte Erinnerungen erkennst Du, dass nicht nur ein Bild in Dir entsteht, sondern auch Emotionen, Geruch, Geschmack, Farben, ein ganzes Erlebniskino fuellt dich aus. Es fuehlt sich echt an und es ist leicht, Zugang zu solchen Erinnerungen zu haben. Gut, dass schafft eine jahrelang eingeredete Erinnerung irgendwann ebenfalls. Aber die echte kannst Du von allen Seiten in Deinem Inneren betrachten, hinein gehen und rein oder raus zoomen. Du kannst mit dieser Erinnerung wie mit einer Fernbedienung spielen, sie macht alles mit. Sie ist offen und bereit, jeden Betrachtungswinkel zu zulassen. Du kannst die Perspektive wechseln und Dich in Details verlieren. Diese Erinnerung haelt fremden Meinungen stand und bleibt unveraenderlich bestehen, egal, was jemand sagt oder Dir einreden will.

Bei einer falschen Erinnerung ist es so, dass die sich sofort bedroht fuehlt, wenn jemand etwas anderes darueber erzaehlt. Eine falsche Erinnerung basiert auf einem Konstrukt, das heißt einer Geschichte, die staendig ins Wanken geraet, wenn irgendwo ein Indiz nicht passt oder jemand etwas erzaehlt, was die Geschichte veraendern koennte. Du kannst Dir das mit einer Zeugenaussage vorstellen. Ist die Erinnerung echt, dann koennen sich die Polisten Loecher in den Bauch fragen, die Erinnerung bleibt konstant, die Antworten decken sich und weichen nie ab und am Ende ist die Wahrheit bewiesen. Bei einer erzaehlten Erinnerung oder einer Luege ist es schwer, das Gedankenkonstrukt stetig aufrecht zu erhalten. Die Polisten fragen so lange, bis sie die Luecke gefunden habe und die Story irgendwann in sich zusammen bricht.

Genau das Gleiche erfordert es, falsche Erinnerungen aufzudecken. Du wirst zum Anwalt Deiner Vergangenheit und versuchte mit gezielten Fragen an Dein Unterbewusstsein heraus zu finden, ob die Erinnerung wirklich war ist? Du wirst Eingebungen erhalten, Deine Erinnerungen von mehren Perspektiven zu betrachten und Du wirst anfangen, Dich an Dinge zu erinnern, die Du vorher ausgeblendet hast.

Ein Beispiel. Mir wurde als Kind erzaehlt, dass sehr viel schlimmere Dinge als Alkoholmissbrauch geschehen waren. Ich habe in meinen Erinnerungen immer ein Messer ganz knapp an meinem Kopf vorbei fliegen sehen. Durch die Erzaehlungen dachte ich, es war Gewalt oder fast schon bewusste Verletzung oder Mordversuch. Die Blase wuchs. Als ich angefangen habe, meine Vergangenheit zu durchleuchten und alles in Betracht zog, wurde aus dem gefaehrlichen Messer ein Buttermesser, dass in Wut einfach nach hinten geschmissen wurde, wo ich mich zufaellig im Moment gerade befand. Nichts gefaehrliches, kein Uebergriff. Blutende Haende wurden zu einer zerbrochenen Glasscheibe an der ich mich geschnitten hatte und vieles, was mir so dargelegt wurde, ist nie passiert. Ich habe also viele Jahre eine falsche Vergangenheit geglaubt, die zwar immer noch schlimm war, aber nicht lebensbedrohlich.

Natuerlich sind jetzt die Beteiligten, die auf ihre Version pochen, nicht begeistert, dass ich angefangen, zu hinterfragen und durch Wissen und Erfahrung die Dinge heute anders betrachte, wie als kleines Kind. Aber ganz ehrlich? Das ist mir egal, weil ich mich damit auseinander setzen will und muss und mich mit einer geklaerten Vergangenheit wohler fuehle, als einem falschen Gedankenkonstrukt, dass auf Geschichten und Uebertreibungen basiert.

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Wenn Du Deine wahren Erinnerungen aufdecken willst, dann

  • muss dir klar sein, dass Beteiligte auch Verantwortlich sein und die Dinge vollkommen anders sein koennen, als sie in Deinem Kopf vorhanden sind. Opfer koennten auch Taeter sein! Du selbst koenntest auch verantwortlich sein! Dazu darfst Du erst mal bereit sein, Dich Deinem Schatten zu stellen, denn hinter der Story kann sich eine unschoene Wahrheit ueber Dich selbst verbergen.
  • Stell Dir Fragen. Ist es wirklich wahr? Haben die Beteiligten sich wirklich so verhalten? Kann es auch anders gewesen sein? Warum muss diese Situation so gewesen sein? Was weiß ich heute ueber die Beteiligten? Ueber die Umstaende? Ueber die Zeit? Welche Literatur zu dem Thema kann mir eine neue Sichtweise geben? Wen kann ich dazu befragen, der aehnliche Erfahrungen hat? Du kannst nie alles wissen, warum Menschen handeln und welche Interesse sie verfolgen? Und ob Deine Erinnerung wirklich so gewesen ist? Sei offen fuer alles.
  • Erlaube alles moegliche. Angst vor der Wahrheit zu haben fuehrt nur zu weiteren Stories in Deinem Kopf, um das Gedankenkonstrukt weiter zu spinnen. Am Ende ist der Deckmantel so groß, dass Du Dich in Deinem eigenen Gedankenkonstrukt verirrst.
  • Rede mit den Beteiligten und nicht ueber die Beteiligten! Wenn jemand nie mit den betreffenden Personen redet, fuerchet er die Wahrheit und baut lieber weiter an Stories in seinem Kopf. Meide solche Personen, ehe Du Dich in ihrer Story wieder findest oder darin verlierst.
  • Meide Menschen, die bei Deinen Fragen agressiv werden oder Dich von ihrer Meinung ueberzeugen wollen und Dir Deine Ueberlegungen und Erkenntnisse ausreden.
  • Suche nach logischen Beweisen und Tatsachen, die Deine neue oder wahre Erinnerung unterstuetzen. Existieren keine, ist es vermutlich eine Story.
  • Wenn Dir der Betroffene auf Grund Deiner Fragen mit Kontaktabbruch droht oder Dich entfernt, ohne mit Dir geredet zu haben, bist Du vermutlich einer Story auf der Spur, die er versucht zu schuetzen. Viele haben Angst vor der Wahrheit und schuetzen ihre Story mit allen Mitteln – auch Luegen, Drohungen und Manipulierungsversuchen.
  • Habe keine Angst, schlimme Dinge aufzudecken. Haeufig ist die konstruierte Geschichte viel Schlimmer, als die Wahrheit. Und wenn die Wahrheit schlimmer ist, bist Du inzwischen stark genug, sie endlich anzunehmen und brauchst Deine Stories nicht mehr.
  • sei nicht boese auf die, die Dir eine falsche Erinnerung erzaehlt haben. Sie hielten es zu dem Zeitpunkt fuer das Beste, fuer sich selbst und fuer Dich. Aber es ist an der Zeit, dass Du Deine eigenen Wahrheiten ueber Deine Erinnerungen erkennst und das, was ab jetzt fuer Dich richtig ist.
  • bedenke, manche wollen einfach in der Opferrolle bleiben. Lass sie. Euer Weg wird sich dann trennen, was nicht schlimm ist. Es geht um Dein Wohlbefinden und darum Deinen Frieden in Dir zu finden indem Du Deine wahren und verdeckten Erinnerungen ins Licht bringst.

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Von meiner schlimmen Kindheit ist heute kaum noch eine Erinnerung uebrig, dafuer jede Menge positive Erinnerungen, die auch Teil dieser Zeit waren und endlich wieder da sein duerfen, weil der dunkle Schleier der Konstrukte weg ist. Das hat nichts mit schoen denken oder verdraengen zu tun. Sondern mit loslassen. Manche sind ja davon ueberzeugt, ihre Vergangenheit ein Leben lang aufarbeiten und leiden zu muessen. Finde ich Schwachsinn und sehe es anders. Wir sind hier, um zu lieben, geliebt zu werden und Freude zu haben am Leben. Ich habe jetzt fast zwanzig Jahre aufgearbeitet und ueberwiegend nur das Negative gesehen. Jetzt entscheide ich mich dazu, loszulassen, es positiv zu betrachten und dankbar zu sein fuer die fruehe Herausforderung in meinem Leben.

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Wer bist Du wirklich, ohne Deine Geschichten im Kopf?

Es ist nie zu spaet, eine schoene Vergangenheit gehabt zu haben.

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Spielwelt-Spuren

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Dieser Blog ist zusammen mit dem WebBook SpielWelt® ein neuartiges Konzept Dein Unterbewusstsein -in dem Deine Faehigkeiten und Gaben schlummern – kennen zu lernen. Mehr Informationen auf www.spielweltv3.com

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Vielen Dank fuer Deine Wertschaetzung

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