Die Wueste des Nichts

Stell Dir vor, Du verlierst alles, sogar deine Gestalt!

Schrecklich oder? Alles weg, futsch. Aller Besitz, den du Dir so sehnlichst angehaeuft hast. Alle Errungenschaften an alte Tage verschwunden und dann ist dein Koerper auch noch fort und du lebst in einer anderen Huelle. Du bist gehandicapt, verwirrt und alles, was Dir bleibt sind Deine Erinnerungen. Was aber, wenn Du selbst die noch verlierst?

Die Wueste des Nichts

Ondit-neu

Es heißt, wenn wir geboren werden, gehen wir durch den Kanal des Vergessens und landen in diesem, unseren Koerper. Wir erinnern uns nicht an das, was vorher war oder was wir vorher waren? Selbst die ersten zwei – drei Jahre sind fuer viele von uns verschwunden. Wir glauben, immer schon in diesem Koerper zu leben und davor war nichts und danach ist nichts. Wir klammern uns so an die Illusion dieses irdischen Lebens, dass wir gar nicht darueber nachdenken, ob da nicht doch mehr gewesen ist – vorher, wo wir einst her kamen.

Ich habe keine Ahnung, wie es war, einst. Aber nach allem, was mir so von meinem Herz und meinem Unterbewusstsein zugefluestert wurde in den Momenten des vollkommenen Nichts, glaube ich daran. Ich glaube daran licht zu sein, eine Energiequelle, die schwingt und sich verdichtet hat, wie jede Materie, die uns umgibt. Ich glaube, dass meine Energie erhalten bleibt, wenn die Huelle ausgedient hat und ich das Gefaeß wechseln werde – oder dahin zurueck kehre, wo meine Energie einst her gekommen ist.

Wenn Du es spirituell magst, dann wirst Du an Engel und hoehere Maechte glauben. Wenn Du es wissenschaftlich betrachten willst, dann wirst Du in der Quantenphysik Antworten finden. Wenn Du eine religioese Erklaerung brauchst, findest Du sie in den Worten, die die groeßten Lehrer offenbart haben. Denn alle sprechen von dem Selben – einem Himmelreich, in das wir einst Heim kehren. Fuer mich klingt das ein wenig Jenseitig, nicht hier, nicht im Moment. Ich bin da mehr wissenschaftlich veranlagt und glaube eher, sie meinten schlichtweg die Energiequelle, die wir mit unseren menschenlichen Augen nicht sehen koennen, aber von der wir stammen. Denn irgendwo hat alles seinen Ursprung, auch Strom, der erzeugt wird. Und nein, Strom wird nicht in der Steckdose erzeugt. Das Nutzbar machen der Gezeitenkraefte produziert Strom. Beispielsweise die Windkraftanlage produzieren Strom, aber das alles ist nicht die Quelle sondern eine Umwandlung von Energie, wie Wind oder Wasser. Die Quelle speist den Wind, der um deine Nase weht, regelt das Wetter, laest das Meer in Wellen rauschen und beschert dir einen traumhaften Sonnenuntergang an einem einsamen Strand. Und von dieser Quelle – die es immer nur gut meint und einfach da ist – stammen wir auch ab.

Erinnerst Du Dich an das Horrorszenario vom Anfang?

Stell Dir vor, Du verlierst alles, sogar deine Gestalt! 

Eileb-Schwingung

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Du hast alles bereits verloren, mitsamt deiner Gestalt – an dem Tag deiner Geburt. Du hast alles verloren, was du einst warst, inklusive deiner Erinnerung an die Quelle. Seither lebst du ein blindes Leben in einem begrenzten Koerper und versuchst den Verlust der Trennung mit Konsumgueter zu kompensieren. Du hast panische Angst davor, dich ins Nichts fallen zu lassen und alles noch mal zu verlieren. Derweil ist das genau der Weg in eine große Chance. Die Chance, herauszufinden, was Du wirklich bist und was Du wirklich willst.

Wir kleben foermlich an allen moeglichen Dingen aus unserer Vergangenheit. Samstags ist in vielen Haushalten der Staubwedeltag, wo gehegt und pflegt wird. Die Vitrine abgestaubt mit den kostbaren Tassen und Teller, die nie benutzt werden, weil da ein besonders besonderer Moment von noeten ist, ein Besuch von der Queen hoechstpersoenlich – der Queen (Schwieger-)Mutter (eine wundervolle Geschichte zu dem Thema gibt es bei wundervollen Autorenkollegin LeAlexSax), die endlich unsere Qualitaeten anerkennen soll. Dabei vergessen wir, dass wir unsere Zeit im Jetzt mit der Hoffnung an die Gnade anderer verschwenden und eine Vergangenheit aufrecht erhalten, die gar nicht die unsere ist.
Wir haben keine Zeit, hetzen durch die Gegend und wollen dennoch immer mehr. Mehr was? Weitere Vitrinenstaubfaenger fuer eine fremde Queen, die unser Leben beherrscht? Der wir huldigen und nacheifern sollen, uns Zeit und Energie rauben, weil das beste Argument dieser Queen ein „Das haben wir immer schon so gemacht“ ist? Dinge, von denen wir glauben, sie zu brauchen und dass sie uns die Erfuellung geben, weil unsere Eltern und Großeltern es uns vorgelebt haben? Unsere Vorfahren, unsere Ahnen? Und wie kurz stand jeder von denen vor dem Durchbruch, der den Aufwand weiter gelohnt haette, unsere Generationenillusionen aufrecht zu erhalten?

Ok, ich gebe es zu. In der Gotik war es sehr sinnvoll, wenn die Urenkel die Kathedrale vom Urgroßvater weiter gebaut haben, weil das immer schon so gemacht wurde. Der Großbater hatte ein Ziel, eine Vision, einen Traum und der des Urenkels ist es, den Traum zu vollenden. Aber was kommt nach der Vollendung des Vitrinenabstaubens? Die Goldmedaille in der Wischmopkoenigsdisziplin? Eine Ehrenurkunde, ja sogar eine Statue aus Gold in Wischmophausen? 

Nein, die einzige Medaillie, die du dir dann verleihen kannst, ist „Weltmeister im Zeitverschwenden“.  Nutz doch einfach mal das Vitrinengeschirr und allen anderen Kram, der bei dir schlummert, oder lass ihn gehen, wenn du keine Zeit mehr dafuer hast. Probiere es mal mit der großen 

Lee(h)re  vom Nichts

 

Zeit fuer eine Geschichte aus der SpielWelt, zu einer langst vergangen Zeit, als die Traeume noch in der SpielWelt spielten,  bevor die Dunkelheit sich ausbreitete … .

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„Nochmal, wer bist Du?“

„Niemand.“

„Und was will ein Niemand hier an diesem trostlosen Ort, der leeren Wueste?“

„Alles.“

Der Navigator schuettelte seinen Kopf und betrachtete den jungen Mann vor sich skeptisch. Sie haben ihn in der leeren Wueste aufgelesen, in der inneren Ebene der SpielWelt. Ein ueppiges Land, dass den Gezeiten des Sandes ausgeliefert war. Mal erscheint es und hebt sich empor, mal verschwindet es im Sand der Zeit, als ob es niemals geschehen war. Er musste hier unten in der bruetenden Hitze der Solar lange unterwegs gewesen sein, vielleicht zu lange. Und, was das Sonderbarste an ihn war, er hat keinen Lijwhan, kein Lebenslicht. Der Navigator, der das Wasserreservoir durch die Wueste leitete und fuer den Ausgleich sorgte, wußte einfach nicht, was er mit diesem Niemand anfangen sollte.

„Also schoen. Niemand. Woher kommst du?“

„Von nirgendwo. Ich bin jetzt hier und das genuegt mir.“

Der Navigator kratzte sich am Kopf und betrachtete die hagere Gestalt vor sich.

„Was mache ich nur mit Dir?“ fragte er mehr zu sich selbst, als zu den Burschen.

„Du kannst mich lehren, was Du bist, damit ich herausfinden kann, was ich bin?“

Er blinzelte mehrmals und schaute skeptisch auf seinen Steuermann. Der Navigator war Capitain eines Wasserbasin. Er steuerte einen Wassertropfen durch den Wind der Zeit, um es dort nieder regnen zu lassen, wo Wasser gebraucht wird und sich eine neue Oase aus dem endlosen Wuestensand erhebte. Er sorgte mit seinen Maennern dafuer, dass das Leben an dieser Stelle gedeihen konnte und sich entfaltete. Bis es nicht mehr gebraucht wird und er den Boden das Wasser wieder entziehen wird, um mit dem Wasserreservoire weiter zu ziehen. Er war einer unter vielen, die die leere Wueste des Nichts durchschifften und dem Kreislauf des Lebens dienten.

„Wirst Du mich lehren?“

„Warum willst du lernen, wenn Du ein niemand bist und keine Vergangenheit hast?“

„Gerade deswegen will ich lernen. Ich will lernen, wer ich immer schon war. Aber das kann ich nur in der Vergessenheit des Nichts, wenn ich alles hinter mir gelassen habe.“

Der Navigator zupfte an seinem langen Bart und ueberlegte. Er wechselte einen langen Blick mit seinem Steuermann, der vehement den Kopf schuettelte. Dennoch sagte ihm irgend etwas tief in sich drin, dass es kein Zufall war, dass ein Mann ohne Lebenslicht zu ihm kommt und vergessen will.

„Also schoen, Niemand. Ich lehre Dich die Leere des Nichts.“

Er deutete mit seinem Arm hinaus in die Welt. Mit seinem Wasserreservoir schwebte er hoch ueber der Wueste dahin. Umgeben nur vom endlosen grauen Sand der Zeit, der stetig durch Wind verformt und gestaltet wird. Eine Fahrt, wie durch einen Nebel aus Staub, der nur Schatten und Schemen zuließ.

„Hier unten, in der alten Welt herrscht das Vergessen. Hier ist nichts wahr und alles moeglich. Jeder Traum, aus der SpielWelt wird hier unten im Sand der Zeit geplant und geformt, ehe er Wirklichkeit werden kann. Sand, weil er leicht wie der Wind die Form aendern kann und beständig ist, ewig. Aber erst, wenn der Traum genug Form bekommen hat und der Wind sich legt, wird ihn unser Wasser haerten und eine Feste Gestalt geben. Denn alles braucht Wasser zum Leben, auch ein Traum, dessen Wurzeln tief in die Welt hinab reichen, um seine Substanz anzunehmen. Niemand von uns, weiß wie der Traum aussehen wird. Erst, wenn der Wind sich legt und der Orkan der Moeglichkeiten versiegt, tritt der Traum in Erscheinung.“

Der Junge Mann lauschte seinen Worten faszinierend und betrachtete das Sandspiel dort draußen, dass sich staendig veraenderte. Es schienen feste Gebeaude aufzuragen, die aber kurz vor der Vollendung wieder zusammen brachen und sich neu formierten. So als ob der Traum nicht wußte, was er werden sollte, oder der Traeumer nicht weiß, was er traeumen sollte?

„Und warum aendert der Traum staendig seine Form?“ fragte er weiter.

„Weil der Traeumer, der den Traum ersinnt sich nicht festzulegen vermag und alles gleichzeitig haben will. Wenn sich dazu noch Angst seiner bemaechtigt, dann baut er auf Sand, der bei der kleinsten Richtungsaenderung seiner Gedanken vom Wind der Zeit erfasst wird und wieder zusammen faellt. Der Traum braucht bestaendigkeit, eine feste Form ein Fundament, eine klare und bestimmte Entscheidung.“

Vor ihnen baute sich in dem Sturm eine finstere Masse auf, immer mehr Sand raffte sie heran, schichtete immer hoeher hinauf, so dass das Gebilde bald das Wasserreservoir weit ueberragte. Immer wieder broeckelten Stellen herab und zerfielen zu Staub. Immer schneller wehte der Wind und drehte sich, wie ein Orkan, schaffte Sand heran und flikte die Stellen, bis bald schon das ganze Konstrukt wieder in sich zusammen viel und eine Staubmasse aufwirbelte. Der Navigator betrachtete es fast schon genervt. Er hasste es, hier nutzlos warten zu messen, weil die dort oben in Aknom wieder unfertige Plaene bearbeiteten und auf Sand bauten. So lange keine klare Information vom Traeumer kamen, wuerde er gar nichts tun. Aber er war nicht in Aknom und so musste er ausharren, bis der Traum brauchbar und klar war und er ihn festigen konnte.

„Warum haelt der Turm nicht und zerfaellt immer wieder?“ fragte ihn Niemand.

„Weil der Traum sich staendig aendert. Stell Dir vor, Du willst ein Schiff bauen. Du nimmst einen Zettel und planst heute ein Boot. Am naechsten Tag gefaellt dir das Boot nicht mehr und du willst ein Segelschiff haben. Du verbringst den ganzen Tag damit, es um zu planen, das Boot anzupassen. Am dritten Tag willst du lieber eine Galeere, am vierten eine Insel, am fuensten doch lieber wieder ein Boot. Und so ist der Traum staendig gezwungen, sich zu veraendern und kann sich nie verdichten, weil immer wieder der Sand aufgewirbelt wird. Immer mehr wird draufgepakt, was auf dem Boot nicht halten kann, da es zu klein ist, fuer eine Galeere. Und so baust Du einen Berg auf einen Kueselstein, der broeckelt und am Ende zerfaellt, weil das Fundament unten viel zu winzig ist. Du baust auf der Angst, keine Galeere zu verdienen, mit der Furcht ein Boot zu erhalten. Ein Traum will wissen, was er werden soll, ein Boot oder eine Galeere. Erst die Entscheidung bringt Bestaendigkeit und gibt ihm seine Form in der wachsen kann.“

Niemand legte den Kopf schief und nickte dann. Der Navigator schließt einen Moment die Augen. Er empfaengt einen starken Ruf, dem er augenblicklich und sehr gern folge leistete.

„Niemand, das wirst Dir gefallen. Du kannst jetzt einen Traum erleben, der auf festen Fundament gebaut wird.“ Seinem Steuermann gab er ein Zeichen. Das  Wasserbasin drehte ab und bald schon bald war der zerfallende Turm im Sandnebel der Zeit hinter ihnen verschwunden. Bald schon tauchte eine feste Masse vor ihnen auf, ein anderer Turm – nur zerbroeckelte diese feste Masse. Niemand schien das zu verwirren.

„Und warum zerfaellt diese feste Traumform da vor uns?“ Fragte er den Navigator.

„Tja, da scheint ein Staubwedel am Werk zu sein. Siehst Du diese Wabernde Sandmasse am Boden, die alles immer wieder abfeudelt? Sie entzieht dem Traum seinen Naehrboden. Da muss ein Nachfahre des Traeumers laengst den Sinn vergessen haben und der Traum verstaubt bei ihm irgendwo. Wir nennen das „Vitrinentraum“. Der Nutzen fuer die Welt ist fort und der Traum fristet irgendwo in den Tiefen der Welt ein dasein. Bald schon wird diese Traumform zusammen brechen, weil sie nicht mehr gebraucht wird.“

Der Navigator lenkte sein Wasserresservoir zielstrebig durch den Nebel, bis er sich vor ihnen ploetzlich lichtete. Wie auf eine Oase schwebten sie aus dem grauen Dunst heraus auf ein weites strahlendes Fleckchen Wueste. Arbeiter waren  hier dabei, den Sand aufzuschichten und ein festes Fundament zu bauen. Ueberall erblickte Niemand Wassertropfen, die den Sand festigten und dem Traum eine bestaendige Form gaben. Vor seinem geistigen Auge sah er eine fertige Stadt, die die Welt vereinte und den Himmel mit der Erde verbinden wird. Seine Augen begannen zu glaenzen, sein ganzes Gesicht strahlte, als er den Navigator dankbar anlaechelte.

„Hier, Niemand, kannst Du sehen, wie ein Traum seine feste Gußform bekommt. Wie alles sich vereint und eine Bestaendigkeit erschaffen wird, fuer die Ewigkeit. Sie errichten gerade das Fundament des Traumes fuer eine große Stadt.“

„Ja, das will ich sein. Ich kam hierher ins Nichts, um  alles zu vergessen und mich von allem zu loesen, was war. Ich ging ins Nichts, um heraus zu finden, was ich wirklich bin.“

„Und? Was bist Du?“ fragte ihn der Navigator.

„Ich bin ein Teil des großen Traumes.“

Der Navigator laechelte.

Wieder war ein Niemand nach Hause ins Nichts zurueck gekehrt und fand seinen Platz im WeltenHerz.

Spielweltv3-leereWueste

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Dieser Blog ist zusammen mit dem WebBook SpielWelt® ein neuartiges Konzept Dein Unterbewusstsein -in dem Deine Faehigkeiten und Gaben schlummern – kennen zu lernen. Mehr Informationen auf www.spielweltv3.com

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