Ein Interview mit Eileb

Was erzaehlt der „blinde“ Protagonist einer Buchreihe, wenn er mal zu Wort kommen darf? Ueber „blinde Kueh Spiele reden? Oder ueber das, was er wirklich sieht? Und wer weiß, vielleicht sieht er doch mehr, als wir glauben sollen?

Jetzt, das Interview mit

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EILEB

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Sarah ist unglaublich nervoes.

Nach dem letzten Interview mit dem kleinen Hamster aus der SpielWelt – diesem Ondit und seine schwebenden Buchstaben – ging ihre Karriere steil bergauf. Haron war nach der Begegnung mit den umherschwirrenden Worten so genervt, dass er das Feld raeumte. Der Kameramann Tobias hat nur mit großen Augen den Kopf geschluettelt und so wurde Lisa kurzerhand zur neuen Chefredakteurin vom Team „Lost“ ernannt. Weil es aber zu Zweit unmoeglich ist, Technik und Interview zu fuehren, ist jetzt Michael, der neue Tontechniker – ein Nerd und im Grunde selber so spooky, dass er hervorragend zu ihrer Außenseitertruppe passt.

Es ist Sarah`s erstes Interview, was ihr schon furchtbar zittrigen Haende bescherrt. Aber heute kommt auch noch jemand aus der SpielWelt, der ihr zur Abwechslung mal keine Angst macht – zumindest nicht wie der Dealer, dafuer mehr vor … Ehrfurcht. Seit der kleine Ondit ihr den Zettel gegeben hat, mit dem Hinweis ueber das Verschwinden von Lisa, hat sie jede freie Minute genutzt, mehr ueber die SpielWelt und die Protagonisten heraus zu finden.  Sie hat es noch niemanden erzaehlt und weiß nicht so recht, was sie von halten soll? Sie kann irgendwie immer noch nicht verstehen, wie Lisa und Steve dort hinein gelangt sein sollen? In eine digitale Geschichte? Das geht doch rein Physikalisch gar nicht? Wo waere dann der Koerper der beiden? Irgendwo unter Drogen gesetzt? Die Redaktion geht inzwischen von einem Verbrechen durch verkleideten Statisten aus, einem Marketinggag, der aus dem Ruder gelaufen ist. Die Bedingungen wurden zwar nach und nach immer mehr gelockert, weil es keine Zwischenfaelle mehr gab, aber Sicherheitspersonal ist geblieben.

Nein, nein, bevor sie sich laecherlich macht, will sie von Eileb ein paar Antworten zu erhalten – und zwar so, dass ihre beiden Techniker nichts davon mitbekommen. Sie fragt sich eben, wie Eileb wohl erscheinen wird, da schreitet er auch schon begleitet von Wachmann Spike durch die Tuer zum Studio. Sarah geben die Knie nach und sie muss sich setzen. Noch nie hat sie einen schoeneren Menschen gesehen, der sie mit Augen aus reinem Licht durch und durch betrachtet, als ob sie ein kostbarer Juwel, nein der kostbarste Juwel auf Erden waere. Mit offenen Mund starrt sie ihn an – genauso Tobias und Michael, wie sie mit einem Seitenblick erkennt. Eileb hat eine majestaetische und wuerdevolle Erscheinung, sein Lebenslicht erstrahlt an seinen Schultern wie Fluegel aus goldenen Sternenstaub. Langsam geht er auf den Stuhl zu und sich setzt.

Oh, Gott, der Stuhl ist einfach nur grauslich, fuer dieses wundervolle Wesen. Den muessen wir austauschen gegen etwas besseres. Herrgott, noch mal, was fuer ein Bloedsinn ist denn der Gedanke?

Sie schuettelt verwirrt den Kopf, kann sich von den Augen aus Licht jedoch nicht losreißen. Sie weiß, dass er die Welt nur in Schwingungen sehen kann und im Grunde blind ist. Aber er sieht und fuehlt dadurch viel mehr, als es sehende Augen vermoegen. Schuechtern raeuspert sich Sarah und atmet tief durch. Das wird schwer werden.

„Aehm, ja … Hallo … erst … ma… Oder besser Will…  willkommen, aehm … Eileb, richtig?“ 

Au mann, reiß Dich zusammen, Sarah. 

Eileb laechelt sie auf eine tiefe Art an, wie es noch niemand vorher getan hat.

„Vielen Dank, das ist sehr freundlich, Sarah. Mein Name ist Eileb, das ist richtig.“

Sarah hat Muehe, sich von den Augen und den durchdringenden Blick abzuwenden und sich auf ihre Notizen zu konzentrieren.

„Ja, also … Du … bist ein Protagonist aus der SpielWelt. Oder soll ich lieber sagen ein Thema aus dem Unterbewusstsein, dass eine menschliche Gestalt angenommen hat?“ 

„Es freut mich, dass endlich ein Redakteur die SpielWelt ernst nimmt und seine Hausaufgaben gemacht hat.“

Sein strahlendes Laecheln entwaffnete sie ganz und lies sie rot werden.

„Ach das … war doch nichts. Ist doch selbstverstaendlich … mein … Job.“ 

Sarah fuehlt sich zusehends peinlicher, weil sie es nicht schafft die Fassung zu bewahren. Er wird in den Zeilen schon so wundervoll beschrieben, aber leibhaftig vor diesem … Licht zu sitzen. Sie kann nicht glauben, dass das alles echt ist, was sie zu einer Frage fuehrt.

„Eileb, warum kann ich Dein jetzt Lebenslicht sehen, aber meins nicht? Ich meine, muesste Deins nicht auch hier fuer mich unsichtbar sein?“

Oh Gott, er hat so ein sueßes Laecheln in seinem Bart.

„Eine gute Frage, Sarah. Du siehst es, weil Du weißt, wie es aussieht und Dein Verstand meine Figur damit in Verbindung bringt. Dein eigenes kannst Du nicht sehen. Das kommt daher, weil Dein Verstand gelernt hat, es zu sehen. Er blendet ihn seit Deiner Geburt aus. Verstehst Du das?“

Sie runzelt einen Moment die Stirn und nickt dann langsam.  „Ich glaube schon. Es hat damit zu tun, wie wir die Welt sehen? Nach welchen Erfahrungen und Denkgewohnten, oder?“

„Du bist wirklich gut informiert und es ist eine Freude, Dir zu zuhoeren. Wenn Du Dein eigenes Licht sehen willst, dann wird es Zeit, es zu erwecken.“

Sarah schielt ein wenig ratlos zu den beiden Jungs, die nur vertraeumt auf den Ingrhos glotzen und die Schultern zucken.

„O..kay? Und wie mache ich das?“

Eileb schenkt ihr ein strahlendes Laecheln. Sein Blick durchdringt sie und Jagd ihr Schauer durch den Koerper. Sie muss mehrmals schlucken und sich auf ihre Notizen fokussieren, da sie das gar nicht gewohnt ist.

„Du weckst Dein Bewusstsein auf, indem Du anfaengst, Deinem Herzen zu folgen.“

Zur Demonstration erscheint ein strahlendes Licht in seiner Herzgegend, dass langsam aus seinem Koerper gleitet, groeßer wird und die Form eines strahlenden Herzens annimmt. Sarah rutscht instinktiv ein Stueck zurueck, aber als das Herzlicht stehen bleibt, sondern zwischen ihnen im Raum schwebt, entspannt sie sich und betrachtet es. Ein Rauchfaden umspielt es und es hat eine feine Gitterstruktur. Dann bemerkt sie den traurigen Gesichtsausdruck an Eileb, der ihr fast das Herz zu brechen scheint.

„Was ist denn los? Ich meine, das ist wundervoll, so etwas habe ich noch nie echt gesehen?“

„Ihr fuerchtet Euer eigenes Licht mehr als den Tod.“

Sarah oeffnet den Mund, um zu widersprechen, doch sie kann es nicht. Sie kann diesem Menschen da vor sich nichts sagen, außer die Wahrheit. Bei jedem anderen rutscht ihr eine Luege heraus, aus Angst vor Verletzungen, Gefuehlen, Streit, aber zu Eileb kann sie es nicht. Warum?

„Ach verdammt, was solls, es ist wahr. Ich fuerchte mein Licht. Ich habe schreckliche, schreckliche Angst davor, was geschieht, wenn ich es zeige. Wenn ich der Welt zeige, wer ich bin. Ich weiß nicht woher dieser Angst kommt, aber sie zwingt mich Dinge zu tun, die ich nicht tun will, um Menschen zu beeindrucken, die ich gar nicht beeindrucken will. Weil ich glaube, es tun zu muessen. Ist es das?“

Eileb betrachtet Tobias und Michael, die mit einer Mischung aus Angst und Faszination auf das Herzlicht starren und nicht wissen, was sie davon halten sollen. Sie nicken nur und zucken die Schultern.

„Wenn ihr die Welt nur jeden Tag sehen koenntet, wie die Kinder! So rein und unschuldig und doch voller Macht und Vertrauen, sie zu erobern. Dann waere vieles auf dieser Seite leichter.“

Sarah fragt sich, wann sie ihren kindlichen Glauben an das Gute verloren hat? Wann sie aufgehoert hat, ueber die Wunder im taeglichen Leben, ja ueber das Leben selbst, zu staunen? Was ist geschehen? Es war doch im Grunde einfach, unbefangen durch die Welt zu gehen und doch hat sie jeden Tag Angst und macht es sich schwer, was andere denken? Sie betrachtet den Inghros, wie die erwachten Traeumer in der Spielwelt heißen, betrachtet sein Lebenslicht, dass das ganze Studio in einen gelbgoldlichen Schein taucht. Dann hat sie eine Eingebung.

„Tobias, mach mal bitte das Licht aus.“

Der Techniker runzelt die Stirn. „Aber dann wird das Bild scheiße.“

„Rede nicht lange, mach einfach.“ Sarah bleibt hartnaeckig.

„Also schoen.“

Er geht an die Tuer und betaetigt den Lichtschalter. „Wahnsinn“ Mit offenen Mund starrt er auf Eileb und das Herzlicht, dass jetzt erst vollkommen erstrahlen und zur Geltung kommen. Eileb laechelt seelig, wie ein Buddha – ein sehr kindlicher Buddha.

„Nur in der Dunkelheit kann Dein Licht leuchten und Deine Schaetze offenbahren.“ Erklaert er. „Aber dazu ist es notwendig in die Dunkelheit einzutauchen und Dich allem zu oeffnen, was da ist.“

Sarah betrachtet das Wunder vor sich und fraegt sich zum ersten Mal, wie es wirklich waere, wenn sie ihr Licht sehen koennte? Wenn sie Ihre Stimmungen sehen koennte in Farben, Ihre Gedanken, wie sie als Schwingung aus ihr heraus stroemen und sich in die Welt verteilen … wie Wasser. Wenn sie sehen koennte, welchen Mist sie gerade erschafft und es sofort unterbinden.

„Oh, wenn Du nur sehen koenntest, Sarah! Wenn nur mutig genug waerst, zu sehen, was Dein Herz Dir zeigen will. Es erfordert Mut, den viele nicht bereit sind, sich zum Freund zu machen. Mut, andere zu enttaeuschen, statt sich selbst. Mut, andere loszulassen, statt seine Traeume und Wuensche zu verraten. Mut, anzunehmen, was schon laengst zu Dir gehoert und loszulassen, was Du schon lange verloren hast.“

Eileb spricht ganz ruhig, aber Sarah klebt regelrecht an seinen Lippen und saugt jedes einzelne Wort auf. Sie hat viel gelesen und viel verstanden, aber hier zu sitzen, mit diesem Typ und es sehen. Sie denkt an Ondit und das letzte Interview, wie er mit den Worten kommuniziert hat, der Freund der Buchstabe. Der einfach tut, was er liebt und was er ist. Eileb tut genauso das, was er ist, und Sarah fragt sich nicht zum ersten Mal, welches Gefuehl sich hier in Person offenbart.

„Wer bist Du?“ 

Die Frage kommt einfach so ueber ihre Lippen. Laengst hat sie ihre Notizen fuer das Interview vergessen und folgt nur noch dem roten Faden ihres Herzens. Schon seit dem Dealer ist hier alles ganz anders, wie bei anderen Interviews. Das, was da jedes Mal in einer anderen Gestalt vor ihnen gesessen ist, waren Lehrer, die ihr Gefuehl und Wissen mit der Welt teilen. Und sie ist bereit, endlich die richtigen Fragen zu stellen, fuer die Leser und fuer alle.

Eileb laechelt, seine Augen leuchten noch intensiver, als bisher. „Eine sehr gute Frage Sarah und mit der Antwort darfst Du Dich selbst beschaeftigen. Aber ich gebe Dir einen Tipp. Wie fuehlst Du Dich in meiner Gegenwart?“

Sie ueberlegt einen Moment und schuettelt dann den Kopf. Wie fuehlt sie sich? Die Frage hat sie sehr lange nicht mehr in betracht gezogen im taeglichen Leben. Staendig hetzt sie von einem Termin zum naechsten und weiß inzwischen gar nicht mehr so recht, wie es in ihr aussieht. Sie fuehlt sich oft einsam und allein, als ob keiner … ? Aber seit Eileb ihr gegenueber sitzt ist es irgendwie ganz anders … ? Sarah schielt zu Ihren Technikerjungs, die nur mit den Schultern zucken. Warum sind Maenner in Gefuehlsdingen einfach nicht zu gebrauchen? Sie schuettelt den Kopf und schaut schmunzelnd auf Eileb. Naja, Fast. Zum ersten Mal fuehlt sie sich …

„Ich fuehle mich verstanden und wahr genommen.“

„Das ist ein guter Anfang. Und warum fuehlst Du dich so? Was ist jetzt, hier anders?

Sarah zoegert und ueberlegt. Es ist ihr irgendwie peinlich das zu sagen, vor diesem … . Niemals wird er und sie?

„Sei mutig, es kann Dir nichts geschehen.“

Sie holt tief Luft.

„Du! Du gibst mir diese Gefuehle.“

Tobias und Michael kichern im Hintergrund, aber Eileb ignoriert sie einfach und Sarah giftet sie boese funkelnd an.

„Soso. Ich gebe Dir diese Gefuehle? Wirklich? Wie soll das gehen? Habe ich Dir ein Stueck Lichtserum verabreicht? Oder Dir ein Stueck meines Lebenslichtes in die Hand gegeben, Sarah?“

Sie schuettelt etwas verlegen den Kopf. „Nein, hast Du nicht. Und doch fuehle ich mich in Deiner Gegenwart so, also muss es an Dir liegen.“

„Und jetzt hast Du Angst vor dem Moment, wo ich wieder gehe?

Ihr entglitten die Gesichtszuege und sie versucht sich schnell zu fangen. Touchè. Sie wirft einen Blick auf ihre Notizen und versucht sich abzulenken. Wie war noch mal die Frage, die sie gestellt hat? Hies es nicht in dem WebBook schon, dass er geschickt Fragen nicht beantworten mit seinen Ausfuehrungen?

„Soll das heißen, Du bist die Angst?“

Sie weiß, dass das eine der duemmsten Fragen ist, aber ein bessere viel ihr nicht ein. Sein Gesicht zeigt Mitgefuehl, er schuettelt den Kopf.

„Nein, ich bin weder die Angst, noch verantwortlich fuer das, was Du fuehlst. Ich gebe Dir nur meine Gefuehle in die Welt und Du schwingst mit – oder nicht. Es ist Deine Entscheidung. Es naheliegend, dass Du so denkst, wenn Du Angst hast Dein Licht zu zeigen. Aber glaub mir, die Angst erkennst Du sofort, da sie die Wahrheit verschleiert. Sie spielt mit Schein und Trug, um ihr „wahres“ ich zu verbergen – denn Wahrheit tut oft sehr weh.“

Sarah erinnert sich bei seinen Worten an das Kapitel in Aknom, als Eileb versucht hat, so viele Leben wie moeglich zu retten und fast gestorben war an seinen … ?

„Wie machst Du das? Ich meine, warum verletzt Du Dich selbst, wieder und wieder und nimmst der Welt den Schmerz, um zu helfen? Das ist doch … ich will damit sagen, Du traegst so viel Leid mit Dir … Deine vielen Narben am Koerper … ich … also … ?“ Sarah druckt herum und sucht die passenden Worte.

„Du moechtest wissen, warum ich immer wider Versuche, zu helfen, obwohl ich mich damit sehr verletzte und den Schmerz auf mich nehme? Warum ich die Wunden in mir heile, wenn ich anderen helfe und so viel Licht schenke, obwohl mir so viele Narben bleiben?“

Sie nickt. „Ist das Deine Aufgabe in der SpielWelt? Zu Heilen?“

„Ich tue das, weil ich so bin. Es ist meine Gabe, Licht zu beherrschen und die Welt zu heilen. Aber deswegen bin ich kein Heiler. Ich bin ein Vermittler des Lichts, der Lebensenergie, wenn Du so willst.“

„Warst.“ korrigiert ihn Sarah.

„Wie bitte?“ Eileb ist einen Moment iritiert.

„Na, im Finale des Teil 1, da kommt doch der Dealer und nimmt … .“

„Psssssst.“ Tobias und Michael zischen sie regelrecht an. Vollkommen perplex starrt sie die beiden an. „Was?“

„Na, wir wollen es noch lesen.“

Sie blinzelt mehrmals. Ihre Augen gehen wie beim Tennis hin und her und wechseln zwischen den beiden den Schlagabtausch. „Ihr lest die SpielWelt?“ Sie ist erstaunt.

Tobias verschraenkt seine Arme und schielt sie an. „Recherche, wenn noch mehr von den Typen hier auftauchen. Was dagegen?“

Sarah hebt entschuldigend ihre Haende. „Nein, nein. Alles gut. Ich sag nichts, was hier spoelern koennte.“

Sie dreht sich wieder zu Eileb um, der mit seinem Herzlicht kommuniziert. Zumindest flackert es in kurzer Abfolge, was sie neugierig macht. SPAETER. Das Wort donnert fast schon durch ihren Geist und fuehlt sich ein wenig seltsam an. Sie merkt sofort, dass es von Eileb kommt und genau darauf hat sie gewartet. Was ist mit Lisa? DIE ANTWORT IST IN DEINEM HERZEN. HAB GEDULD. Sarah kann damit so gar nichts anfangen, aber sie bezweifelt, dass er ihr eine bessere Antwort geben wird. Sie betrachtet das Herzlicht und kommt zu einer neuen Frage.

„Eileb? Wie koennen wir unser Licht strahlen lassen?“

Er laechelt sie mit einer Waerme an, die Sarah den Boden unter den Fueßen weg gerissen haette, waere sie nicht schon gesessen.

„Es ist ganz einfach. Seid wie die Kinder.“ bevor sie dazwischen funkt hebt er die Hand. „Kinder wissen instinktiv, was sie moegen und was nicht. Was sie lieben und was nicht. Sie tun den ganzen Tag, das was ihnen gut tut – ihrem Herzen folgen. Sie fragen nicht nach, ob es ihnen Gewinn, Luxus oder Profit bringt, sie tun, weil sie es tun wollen mit liebe. Sie bringen ihre Liebe in die Welt und verbreiten so viele Herzlichter, waehrend ihr eigenes immer staerker und heller wird. Die Unwissenden und Machtgierigen sind es, die den Kindern Schatten der Angst aufzwingen und sie so in Dunkle Schichten einhuellen.“

Das macht fuer Sarah Sinn. Ein Klopfen an der Glastuer reißt sie aus ihren Gedanken. Der Redaktionsleiter zeigt auf seine Uhr. Es wird Zeit.

„Tja, so leid es mir tut, Eileb, aber ich glaube, wir muessen zum Ende kommen. Ich habe noch eine letzte Frage an Dich. Was bedeutet Dein Name? Ich meine, Eileb … ich habe ihn noch nie gehoert.“ Sie hofft eigentlich mit der Frage heraus zu finden, welches Gefuehl sich in Eileb verbirgt. Aber wieder weicht er ihr geschickt aus.

„Wenn Du heraus findest, was sich in dem Namen verbirgt, findest Du heraus, was er bedeutet.“ Er erhebt sich und laesst noch einmal sein ganzes Licht auf sie erstrahlen.

„Vielen Dank Sarah. Du bist hier genau richtig an diesem Platz und ich denke, wir haben endlich die Richtige Vermittlerin fuer unsere Lehren gefunden.“

Sie glotzt ihn irritiert an, unglaeubig klafft ihr Mund auf. Vermittlerin gefunden? Warum fuehlt sie sich mit einem Schlag so, als ob all diese Interviews nur als eine Art Bewerbungsgespraech dienten – einzig und allein fuer Sie? Bevor sie antworten kann, spricht er weiter.

„Und noch was Sarah. Was macht Dich gluecklich?“

Dann ist er fort, von einer Sekunde auf die andere und sie hat das Gefuehl, den Boden unter den Fueßen zu verlieren. Seine Waerme, sein Lebenslicht, alles war fort und sie wieder … allein. Nur sein Herzlicht blieb ihr, das bereits anfing schwaecher zu werden.

„Wow, der Typ war ja mal echt krass. Ich muss erst mal eine rauchen.“ Tobias schaltet seine Kamera aus und geht zur Tuer. Mike wirft noch einen Blick auf Sarah. „Alles ok? Ich meine, hey, das hast Du gut gemacht, so fuer das erste Mal.“ Sie lächelt nur. „Ich bleib noch einen Moment hier, ja und schreib mir ein paar Notizen.“

Mike nickt, verlaesst das Studio und Sarah bleibt allein zurueck. Vor ihr immer noch das schwindende Herzlicht schwebend. Sie steht auf und geht vorsichtig darauf zu. Eileb sagte noch etwas von SPAETER in ihrem Kopf. Neugierig, was es damit auf sich hat, betrachtet sie das Herz genauer. Irgendwie beschleicht sie ein DejaVu, wie damals bei Ondit, als er seine Faser zurueck lies. Nur schwebt jetzt ein Licht vor ihr in Form eines Herzens. Zaghaft beruehrt sie es mit dem Finger und bekommt eine Vision.

Um sie herum ist eine riesige Halle. Waende, Decke und Boden bestehen aus der feinen Gitterstruktur aus Licht, die sie an dem Herzlicht gesehen hat. Es dauert einen Moment, ehe Sarah begreift, dass sie sich darin befindet, im Inneren. Als sie sich umdreht steht Eileb vor Ihr und laechelt sie an. Einen Moment schwankt sie, weil ihr seine Erscheinung noch intensiver vorkommt, als eben noch, fasst sich aber sofort wieder. Sie will endlich antworten haben.

„Jetzt koennen wir uns ein wenig in Ruhe unterhalten. Du wolltest wissen, was mit Lisa geschehen ist?“

„Ich will endlich wissen, was Du bist?“ kontert Sarah, aber Eileb geht nicht darauf ein.

„Weißt Du Sarah, wenn Du anfaengst, Deinem Herzen zu folgen, dann wirst Du fuer Menschen, die Du bisher kanntest, unsichtbar werden. Eure Wege werden sich trennen, da sich Eure Interessen unterscheiden. Du bist auf dem Weg, waehrend andere verharren oder sogar zurueck gehen. Es ist, als ob Du die Ebene wechselst. Dein Leben aendert sich nur dann, wenn Du dazu bereit bist.“

„Soll das heißen, dass Lisa und Steve nicht in der SpielWelt sind?“

„Oh doch und wie … .“

„Und wie kommen sie dort wieder raus? Warum sind sie ueberhaupt dort?“

„Um das Licht zurueck zu bringen in die Welt. Denn wenn die innere Welt erst mal verdunkelt ist, wird auch das Außen im Chaos versinken. Und je mehr Menschen ihr Herzlicht erstrahlen lassen, umso weniger Macht hat das Dunkle Reich im Inneren.“

„Aber Du sagtest, Du bist das Licht! Warum brauchst Du dann irgend jemanden, um es zurueck zu bringen?“

„Nein Sarah, ich bin nur der Vermittler des Lebenslichtes. Ich nutze die Energie, die ueberall fuer jeden Vorhanden ist. Aber wenn alle Lebenslichter in den Herzen der Welt erloschen sind, weil sie in Angst und Begrenzung leben, dann gibt es nichts mehr zu geben außer Dunkelheit.“

In Sarah wuchs endlich eine Ahnung, wen sie hier vor sich hatte.

„Eileb? Ei … leb?  Eile … Eileb ! Jetzt weiß ich es! Das bedeutet … Du … Du bist … „

Ein unsanftes Ruetteln an ihrer Schulter holt Sarah in die Gegenwart zurueck.

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Dieser Blog ist zusammen mit dem WebBook SpielWelt® ein neuartiges Konzept Dein Unterbewusstsein kennen zu lernen und Dein Leben zu bereichern. Mehr Informationen auf www.spielweltv3.com

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