Warum Du Deine Ruestung traegst …

Ondit-neu

Ondit hat wieder etwas zu berichten aus der SpielWelt. Die Protagonisten des Web-Books tummeln sich im Finale des Kapitels 1 in Aknom und motzen inzwischen schon die Statisten an. Alle stehen auf unter Strom, wollen die Handlung bestmoeglich beenden und laufen fast schon Amok. Und immer wieder gibt es beschwerden von toten Froeschen in den Garderoben der weiblichen Protas. Ein idealer Trubel, um ein wenig abzulenken und den Weg von Lisa Schmitt ein wenig weiter zu verfolgen … . (und keine Sorge, es klärt sich alles im spaeteren Verlauf des Web-Books auf 😉 )

Zeit fuer eine Geschichte von Ondit:

Warum Du Deine Ruestung traegst …

  ANGST.

Als sie dieses Mal erwacht,

liegt sie auf einem weichen Bett in Decken gehuellt. Der Raum um sie herum ist ihr unbekannt, aber auch irgendwie vertraut. Eine alte Holzdecke schwebt ueber ihr, Buecher stapeln sich vom Boden, bis zur Decke und die Waende bestehen aus alten verbrannten Holzbrettern. Vorsichtig tastet sie an ihre Stirn und befuehlt einen dicken Verband. Ihr war ein wenig schwindelig, aber sie fuehlt sich einigermaßen erholt. Wo zum Teufel bin ich diesmal gelandet? Und wie komme ich wieder nach Hause? Sie zoegert und brach erneut in Panik aus. Wer bin ich?

Verwirrt dreht sie ihren Kopf zur Seite – und faehrt kerzengerade hoch. Ein Schmerz durchzuckt sie, als sie mit den Kopf gegen die viel zu niedrige Decke knallt. Fluchend fasst sie sich an die Stirn und verzieht ihr Gesicht. Grummelnd schielt sie mit den Augen unter ihren Arm hervor nach rechts und betrachtet einen monstroesen Hamster der an der Bettkante sitzt. Das allein waere nicht sonderlich schlimm, aber der Hamster besitzt ein rosa leuchtendes Cape, dass ihn wie einen Umhang umhuellt. Sie schließt die Augen. Nimmt dieser Alptraum denn nie ein Ende? und zaehlt langsam bis zehn. 

1 – 2 – 3 – 4 – 5 Langsam ebbt der Schmerz in ihrer Stirn ab und sie beruhigt sich. 

6 – 7 – 8 – 9 – 10. Bei zehn blickt sie auf und waere fast wieder an die Decke geknallt. Vor ihr schweben kleine leuchtende Buchstaben und formen das Wort „NEIN“.

„Hae? Was Nein? Was soll das hier?“

Vorsichtig dreht sie den Kopf und betrachtet erneut den Hamster, dessen schwarze Knopfaugen irgendwie zu schmunzeln scheinen. Doch zu ihrer Enttaeuschung faengt er nicht zu sprechen an, wie die Grinsekatze in Alice oder sonst ein tierisches … Dingesbummens aus verschiedenen Filmen. Verdammt, wozu all die Schnulzen, wenn sich die Viecher dann nicht mal an ihr Script halten? Sie seufzt und versucht es direkt.

„Wer bist Du?“ Fast schon hofft sie auf ein breites Grinsen oder eine Fistelstimme, oder sonst irgend etwas. Zu ihrer Enttaeuschung antwortet der Hamster nicht, sondern musterst sie nur mit seinen schwarzen Knopfaugen. Sueß und knuffig ist er ja schon irgendwie.

Zu Ihrer Ueberraschung formen sich die Buchstaben vor ihr um und aus dem hinteren Bereich schweben mehr von ihnen heran, bis mindestens das ganze Alphabet vertreten ist und sie ganze Woerter geformt haben.

„Er kann nicht sprechen.“

Sie blinzelt irritiert. Der Hamster spricht nicht, aber die Worte schon? Was fuer eine umstaendliche Freakshow? Zu ihrem Erstaunen formen sich die Worte um.

„Was ist eine Freakshow?“

Ihr bleibt der Mund offen stehen. „Ihr … ihr koennt … mm… Gedanken lesen?“

„Ja. Was ist eine Freakshow?“

„Eine … ?“ Sie stockt und muss den Schock erst verdauen. Ok, nach Moeglichkeit nicht denken. „Nichts. Egal. Nicht wichtig. Wo bin ich?“ Sie wechselt schnell das Thema. Unsicher, ob sie verraten soll, dass sie keine Erinnerung an ihren Namen hat.

„Im WOrt.“

Ihr Gesicht ist ein einziges Fragezeichen? Also formen sich neue Woerter.

„Der Ort, wo die Buchstaben zu Hause sind.“ Sie betrachtet wieder den Hamster, der sie immer noch mustert. Er hat den Kopf leicht zur Seite geneigt und schnuppert ein wenig in die Luft.

„Und wer ist das?“ fragt sie ein wenig genervt ueber die groteske Situation.

„Ondit, unser Freund – er hat Dich vor Neid gerettet.“

Ihr Mund klappt auf. Sie starrt mehrmals den Hamster an und versucht nicht in Panik zu verfallen, als sie sich an die unheimliche Begegnung im Wald vor … wann genau nochmal … erinnert. „DU! Aber Du … Du … bist so ein … Hempfling!“

Ondit blinzelt mehrmals und dreht seinen kleinen Kopf zu den schwebenden Buchstaben. Sie formen ein neues Wort. „Winzling.“

Er schnaubt und stemmt beide Pfoten in seine Seiten, plustert sich auf. Die junge Frau hebt abwehrend die Haende hoch. „Hey, hey. Schon gut, schon gut. Das ist nur eine Redewendung … bei uns. Tut mir leid.“ Sie fasst sich an die Stirn, ueberlegt, wie sie sich aus der Situation retten kann.

„Es ist nur so … Du bist so klein und … das Ding … .“ Sie blickt hilfesuchend auf die Buchstaben, die das Wort „Neid“ formen. „Der Neid, genau, ist so … so … .“ Ondit wedelt mit seiner Pfote und steckt seinen Kopf vor. „… so furchteinfloesend.“ beendet sie den Satz.

Der Hamster hebt seinen Kopf in die Hoehe und reckt stolz die Brust vor, reibt sich den Bauch. Sie ist ratlos und blickt auf die Buchstaben. „Kraul seinen Bauch.“ Das alles kann einfach nicht wahr sein! Sie ignoriert diese absolut peinliche Situation und hofft bald aufzuwachen. Zaghaft krault sie dem Hamster den Fellbauch, der genuesslich die Augen schließt. Wo zum Teufel bin ich nur und wieso kann ich mich nicht an meinen Namen erinnern? Und … verdammt, hat der ein weiches Fell. Das Kraulen beruhigt sie ein wenig, waehrend die Buchstaben sich neu formen. „Du bist in der SpielWelt. Ja, hat er.“ Ihr entgeht nicht, dass die zweite Antwort fehlt. „Und weiter?“ fordert sie.

„Wir wissen Deinen Namen auch nicht.“ Ondit erstarrt einen Moment und schiebt Ihre Hand weg. Er weiß ihren Namen, aber er kann es nicht sagen oder ihr mitteilen.

„Na toll. Und was mache ich jetzt?“

„Finde es heraus.“

Sie betrachtet den Hamster, der scheinbar still mit den Buchstaben kommuniziert. Dann betrachtet er sie intensiv mit seinen schwarzen Knopfaugen, waehrend um sie herum das Haus verschwindet und ein kosmischer Sternenhimmel sichtbar wird. Erneut schreckt sie hoch. Aber da ist keine Holzdecke mehr, sondern ein wundervoller Garten, indem das Bett steht. Ehe sie ueber das Wunder staunen kann oder realisiert, was hier geschieht, zupft Ondit sie mehrmals an ihrem Hemd und bedeutet ihr, ihm zu folgen. Unsicher und neugierig zugleich steht sie schwerfällig von dem weichen Bett auf und wackelt dem kleinen Hamster hinterher, der wie eine Atomkugel in seinem Umhang vor ihr her rollt. Zum gefuehlten hunderten Mal fragt sie sich, wo zum Henker sie hier ist? SpielWelt? Was ist das? Ein Gag unserer PR-Abteilung?

Ein Blitz zuckt durch ihre Gedanken, das Gesicht des Clowns, ein Interview, stumme Worte, die wie Rauch in ihren Verstand eingedrungen sind. Sie schwankt einen Moment und schuettelt den Kopf. Irgendwie wird sie den Gedanken nicht los, dass das hier eine Veranstaltung in ihrem Kopf ist, ausgeloest durch Drogen von dem kranken Clowndealer. Zumindest hoffte sie das. Ondit rollte eben zwischen zwei Straeuchern hindurch. Sie biegt die Zweige auseinander und geht ihm hinterher – nur um gleich wieder zurueck zu weichen.

Vor ihr stehen … gelbe Riesen, sieben an der Zahl, einer kam neugierig naeher. Sie plumpst auf den Boden und glotzt mit offenen Mund hinauf. Etwa vier Meter hoch waren diese Wesen mit einen Vogelkopf. Ganz in leuchtenden Gelb und sie haben … Fluegel. Sie will schon zurueck weichen – als eine sanfte Stimme sagt:

„Du musst keine Angst haben vor uns huebsches Kind. Wir sind die Dents – die weiseste Wesen der SpielWelt. Du hast sicherlich fragen, die Ondit Dir nicht beantworten kann.“ Der Hamster sitzt neben dem Dent im Gras und beobachtet sie. Sie nickt nur mit großen Augen und hat dennoch Angst. Das hier ist einfach … zu viel, viel zu viel.

„Du moechtest vermutlich wissen, wer Du bist?“ Der gr0ße Vogel wartet, bis sie mit dem Kopf genickt hat.

„Jemand hat Dir Deinen Namen genommen und Du fuehlst Dich unvollstaendig?“ Wieder kann sie nur nicken.

„Weißt Du, wo Du hier bist?“ Sie schuettelt ihren Kopf, laesst ihn sinken und spricht sehr leise zum Boden. „Nein.“

Vor ihr taucht eine riesenhafte Fluegelspitze auf. Sie blickt auf und sieht, dass der Dent ihr seine Hilfe beim Aufstehen anbietet. Etwas unsicher greift sie in die festen Federn und laesst sich auf die Fueße ziehen.

„Wir koennen Dir nicht sagen, wer Du bist. Das musst Du allein heraus finden.“ Er hebt den Fluegel, um ihren Protest zu unterbrechen. „Du musst es allein heraus finden, weil tief in dir sonst Dein Ich glaubt, wir wuerden Dich anluegen.“ Sie runzelt verwirrt die Stirn. „Wieso sollte ich das glauben?“

„Wie viel in Deinem Leben glaubst Du, weil du es weißt und wie viel glaubst Du, weil es Dir gesagt wurde?“

Sie will antworten, bringt jedoch keinen Ton heraus. Verdammt, da ist was wahres dran.

„Wenn wir Dir sagen, wer Du bist, lebst Du unsere Vorstellungen. Findest Du es selbst heraus, lebst Du das, was Du bist.“

Sie denkt nach. „Ja. Aber koennt ihr mir wenigstens meinen Namen sagen?“ Sie weiß die Antwort bereits, als sie hinauf blickt zu den großen dunklen Augen des edlen Tieres. „Nein, weil Dein ganzes bisheriges Leben an Deinen Namen geknuepft ist. Findest Du selbst heraus, wie Du heißt, lernst Du Dich wirklich kennen.“

Resigniert laesst sie den Kopf sinken und schnauft schwer. „Ok, und wie finde ich es hier heraus? Sollte ich nicht zurueck in meine … Welt?“

Der Vogel laechelt. „Du bist in Deiner Welt. Dies ist der Ort, der in Dir ist. Alle Antworten, die Du suchst, erwarten Dich hier.“

Sie ist verwirrt. „Wo bin ich?“

„In Deinem Unterbewusstsein.“ Sie schluckt mehrmals den Klos herunter, der ihr im Hals steckt, doch er will nicht rutschen. Ok, von Gedaechtnisreisen hatte sie mal irgenwann gelesen. Auch von Drogentripps, die meist sehr seltsam waren. Das hier muss einfach ein Drogenrausch sein!

„Du hast Angst, das ist verstaendlich.“

Verunsichert und scheu betrachtet sie den Vogel, der hinauf schaut auf den kosmischen Himmel, als ob er dort irgend etwas erkennt. Sie dreht sich um, erblickt aber nur ein Himmelsspektakel das atemberaubend schoen ist, sonst nichts. Sie dreht sich wieder um und nimmt Ondit wahr, der sich abseits haelt und mit seinen Buchstaben spricht. Wie das klingt – spricht mit seinen Buchstaben. Wenn das mein Unterbewusstsein sein soll, dann weiß ich auch nicht.

„Und was soll ich tun?“ fragt sie den Vogel.

„Ein guter Anfang waere es, wenn Du aufhoerst Deine Ruestung zu polieren.“

Der Vogel hat den Kopf nicht vom Himmel abgewendet, waehrend er gesprochen hatte. Sie versteht nicht. Mehrmals wiederholt sie im Geist die Worte und macht dabei unbewusst ein Gesicht, wie ein Fisch, der nach Luft schnappt, aber sie kann sie nicht fassen. Der Dent schielt sie mit schiefen Kopf an – haette er eine Haut gehabt, waere sie an der Stirn deutlich gerunzelt gewesen.

„Welche Ruestung?“ fragte sie nach einer Ewigkeit.

„Die Ruestung, die Du traegst, seitdem Dir Angst gemacht wurde.“ erklaert er ihr.

Sie hat sich scheinbar an das Gefuehl des herabbaumelnden Kiefers schon so gewoehnt, dass sie gar nicht mehr bemerkt, wie duemmlich sie glotzte.

“ An Deinen … ueberraschten Gesichtsausdruck muessen wir unbedingt arbeiten, wenn Du dich hier zurecht finden willst.“ sagt der Dent.

„Wie heißt Du?“ Ihr behagt das Thema nicht, ja die ganze Situation, in der sie steckt. Also tut sie das, was sie immer tut – ablenken.

„Du lenkst vom Thema ab, weil es Dich belastet.“ folgert der Dent.

„Mag schon sein, aber wie heißt Du?“ Beharrt sie. Was denkt der? Natuerlich lenke ich ab. Das alles ist mir zu freaky.

„Mein Name ist Myson.“ Der Vogel senkt sein Haupt und vollfuehrt vor ihr eine vollendete Verbeugung.

„Myson. Freut mich, Dich kennen zu lernen.“ sagt sie, im Gedaechtnis kramend, wo ihr der Name schon mal begegnet war?

„Ich danke Dir fuer Dein Dasein.“ antwortet er.

Sie blinzelt mehrmals. Ich danke Dir fuer Dein Dasein? Jesus, wieso kann sich hier niemand normal unterhalten?

„Wie moechtest Du angesprochen werden?“ will Myson direkt wissen und unterbricht abrupt ihre Gedanken.

„Wie ich … ? Aeh, … hallo? Ich kann mich an meinen Namen nicht erinnern!“ Sie wird langsam wuetend.

Myson schenkt ihr einen milden Ausdruck. „Ja, das haben wir bereits eroertert. Nichts destotrotz brauchst Du eine Bezeichnung, bis Du Dich an Deinen Namen erinnern kannst. Es macht unsere … Unterhaltung einfacher. Hast du ein Wort oder einen anderen Namen, der Dir gut gefaellt?“

Das macht sogar fuer sie Sinn. Irgendwie muss sie angesprochen werden und bevor sie hier einen Wischiwaschinamen, wie „Nixda“, „Dummi“ oder so erhaelt, will sie wenigstens selber waehlen. Sie holt ein paar Mal tief Luft, beruhigt sich, versucht alles beiseite zu schieben und ueberlegt. Was fuer einen Namen? Wie sollen … nein, wie will ich angesprochen werden? Was…? Wie …? Klingt nach mir? Sie betrachtet den wundervollen Garten, in dem sie sich befindet, die ganze Bluetenpracht, die nicht nur bunt ist, sondern irgendwie … strahlt. Ueber ihr der kosmischen Himmel, der alles so … unwirklich und so  magisch erscheinen laesst. Fast schon, wie im … ? Ihr Gesicht hellt sich auf und sie strahlt.

„… Iden.“ Antwortet sie bestimmt. „Ich will Iden genannt werden.“

„Der Garten Eden, eine kluge Wahl.“ Myson nickt anerkennend. Dann hebt er erneut seinen Kopf in den Himmel hinauf und fixierte sie dann ernst.

„Iden, hoer auf, Deine Ruestung zu polieren!“

Schon wieder? Sie versteht kein Wort und wirft wuetend ihre Haende in die Luft. Dreht sich kurz erneut zum Himmel um, kann aber nichts erkennen. „Herrgott noch mal! Von welcher verdammten Ruestung sprichst Du da, Myson?“

„Ich spreche von der Ruestung, die Du einst zum Selbstschutz anlegtest, weil Dich jemand verletzt hat. Findest Du heraus, fuer wen Du seither Deine Ruestung weiter traegst und pflegst, findest Du heraus, wovor Du Angst hast – und wer Dir Deinen wahren Namen genommen hat!“

Iden bringt keinen Ton mehr heraus. Sie glotzt nur noch den riesigen Vogel an, der inzwischen den Kopf schuettelt, nicht ohne den Himmel aus den Augen zu lassen.

„An Deinem Gesichtsausdruck muessen wir unbedingt arbeiten!“

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Spielweltv3-Ruestung

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Wir sehen uns, in der SpielWelt,  wach auf und veraender Dein Leben.

Dieser Blog ist Teil eines neuartigen Konzeptes Dein Unterbewusstsein kennen zu lernen und zu veraendern. Mehr Informationen auf www.spielweltv3.com

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2 thoughts on “Warum Du Deine Ruestung traegst …

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