Veraenderung beginnt erst, wenn sie Raum hat

Wir alle haben Traeume und Wuensche. Wir wollen am liebsten ein großes Haus, ein großes Auto, viel Geld, nie mehr arbeiten und ueberhaupt den ganzen Tag tun und lassen koennen, was wir wollen. Das Leben koennte doch so schoen und einfach sein, wenn es einfach das tun wuerde, was wir wollen.

Statt dessen haben wir Probleme, hocken in unserer Arbeit fest und das Konto hat zum letzten Mal ein Plus gesehen, als die letzte Eiszeit in der Hoelle ausgebrochen ist. Wir ackern uns den ganzen Tag auf, laufen fleißig im Hamsterrad weiter und kommen doch nicht auf einen gruenen Zweig. Wenn wir uns umsehen, haben wir nicht genug und koennten von allem Guten noch viel mehr gebrauchen. Wirklich? Oder gibt es einen Grund, warum …

Veraenderung erst beginnen kann, wenn sie Platz hat?

Veraenderung

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Veraenderung braucht Raum in unserem Leben. Zeit und Aufmerksamkeit von uns,

damit sie wachsen kann. Was ist die auch so verdammt besitzergreifend in unserem Leben? Die kann sich doch damit zufrieden geben, ueberhaupt in unserem Leben Platz zu haben, oder?

Wir wollen im Leben vieles haben, am Besten alles, was wir sehen. Unsere Wohnungen sind uebervoll von Dekoartikeln, Buechern, Geschirr, Vorratshaltung, Kissen, Kleidung, Bettwaesche, Vasen, Kunstdrucke, Trockenblumen, Stofftiere, … . Angeblich soll jeder Haushalt durchschnittlich 10.000 Artikel haben. Spannend, diese Zahl – 10.000 Artikel. Kaum vorstellbar, was das fuer ein Haufen ist? Haeufig offenbart er sich erst beim Umzug in der aufkeimenden Panik, wenn sich die Kisten stapeln und eine Ahnung entsteht  von: Wo kommt das ganze Zeug auf einmal her? Haben wir ueberhaupt Zeit und Aufmerksamkeit fuer alle Artikel in unserem Haushalt? Kann ich jeden Tag 10.000 Artikel wuerdigen und mich daran erfreuen?

Nein. Die Zeit hat niemand. Die zu große, zu kleine oder zu alte Kleidung wartet im Schrank darauf getragen zu werden, waehrend andere nichts zum Anziehen haben. Der Buecherschrank quillt ueber mit Buechern, die seit Jahren nicht mehr angefasst wurden, und die kleinen Dorfbuecherreien suchen haenderingend nach Spenden und Buechern zum Verleihen. Das gute Geschirr schlummert Jahrzehnte im Schrank fuer den einen besonderen Moment, die niemals kommt, so lange wir ihn nicht wahr machen. Im Rumpelkeller und Dachboden stapeln sich alte Dekoartikel und Vasen, die nicht mehr gebraucht werden und das Herz vieler Flohmarktgaenger freudig huepfen diese. Selbst unsere Rechner sind uebervoll von alten Dateien und Bildern, durch die wir uns jeden Tag hindurch suchen. (ja, auch mein Rechner 🙂 )

SpielWelv3t-GluehlampeLoslassen ist das große Zauberwort, dass die Veraenderung einleitet. Denn was niemand sieht, ist die emotionale Seite. Die Energie dieser vielen ungenutzten Dinge wollen Aufmerksamkeit und dafuer klopfen sie  tagtaeglich tausendfach an das Unterbewusstsein, um von es Energie zu klauen. Sie tun das heimlich, hinter unserem Ruecken sozusagen. Warum ausgerechnet an das Unterbewusstsein? Na, weil unser bewusster Verstand sie alle schon laengst ausgeblendet hat. Am Morgen geht es schon los mit dem vollen Kleiderschrank. Schnell die Tuer wieder zu, der Berg koennte uns ja sonst anspringen. Also pikst uns jeden Tag unsichtbar eine Masse an Dingen an, die wir im Hinterstuebchen mit uns herum Schleppen. Dinge, an denen alle Erinnerungen haengen, die Oskar, unser innerer Bibliothekar vielleicht noch gar nicht ablegen kann.

Die Wand soll mal wieder geweiselt werden? Farbe steht schon da, doch wir gehen im Keller stur und jedes Mal mit schlechten Gewissen daran vorbei und hoffen, dass das Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist? In schlimmen Haushalten sind die vielen Dinge schon so belastend, dass nur noch kleine, labyrinthartige Gaenge durch die Wohnung moeglich sind. Denn genau das geschieht, je mehr unnoetige Dinge sich bei uns tummeln, sie stehlen uns wertvolle Lebenszeit. Abstauben, saubermachen, zum Staubsaugen wegraeumen, aufraeumen, umraeumen, einen neuen Platz suchen. Den uebervollen Schrank jeden morgen aufs Neue durchsuchen, den Buecherstapel auf die Seite schieben, nur um ein Buch zu finden. Lebenszeit, die wir mit der Pflege von Dingen beschaefftigen, von denen wir uns innerlich schon laengst verabschiedet haben. Ausmisten und sich trennen hat da wirklich etwas befreiendes, wenn die Raeume leerer werden. Fuer manche aber auch etwas beaengstigendes.

Wie sieht es mit unseren neuen Traeumen aus? Finden sie in dem Chaos ueberhaupt Platz?

Wohl Kaum. Wer jeden Tag stundenlang in den Fernsehkasten schaut und sich ueber eine fehlende Freundin beschwert, hat seine Prioritaet noch ein wenig in die falsche Richtung gesetzt. Die Freundin will gemeinsame Zeit außerhalb der Glotze verbringen. Wer sich Kinder wuenscht, Single ist und alleinstehend kann sich den Kinderwunsch erfuellen, doch die Frage der Finanzierung des Kindes ist ebenfalls zu klaeren. Wenn ich jeden Tag nur in die Arbeit gehe und mich abends nicht weiterbilde, sondern lieber mit Freunden treffe und wandern gehe bleibt der Wunsch nach einer Karriere ein unerfuellter Traum.

Traeume wollen einen Garten, in dem sie wachsen und gedeihen koennen. Sie wollen von uns gehegt und gepflegt werden, um zu wachsen. Sie wollen von uns getroestet werden, wenn sie schreien und gefuettert, wenn sie hunger haben.

Ich muss nicht jeden Tag meine Gesundheit opfern oder mit mueden Augen 22 wache Stunden Tag durch mein Leben rennen, um alle meine Traeume zu erfuellen. Aber wenn ich einen Traum habe, sei es die Zugspitze zu Fuß erklimmen, dann sollte ich regelmaeßig wandern gehen, um mich vorzubereiten. Will ich einen Marathon laufen, ist taegliches Training Tagespflicht. Will ich abnehmen, ist Sport, Fachbuecher und Sendungen ueber Ernaehrung pflicht. Will ich eine Firma aufbauen, muss ich jeden Tag etwas tun, damit die Firma waechst.

Im Klartext bedeutet das nichts anderes als Verzicht. Um etwas Neues in meinem Leben zu erleben, muss ich entscheiden, von was ich mich aus meinem Leben verabschiede. Will ich Gewicht verlieren entscheide ich, mich nicht nur vom Gewicht zu trennen, sondern auch von falschen Essgewohnheiten. Will ich Rauchen aufhoeren, verabschiede ich mich davon. Will ich Studieren und neben meinem Beruf Karriere machen, Kinder haben oder ein Haus bauen entscheide ich mich dazu, weniger Zeit mit Freunden zu verbringen. Will ich ein Buch schreiben, entscheide ich mich dazu nicht mehr abends fern zu sehen. Will ich einen Hund oder Katzen haben, entscheide ich mich dazu, meinen Tag mit dem Tier zu gestalten. Will ich eine Beziehung entscheide ich mich dazu, meine Zeit mit mir zu reduzieren.

Ja, das klingt hart – verzichten. Doch genau darum geht es. Auf was in meinem Leben verzichte ich, um das zu leben, was mich erfuellt? Warum kann ich nicht alles haben? Klar, eine Beziehung mit einer Stunde am Tag gemeinsames Fernsehen macht durchaus Sinn. Vielleicht findet sich auch jemand, der jeden Tag mit Chips zu einer Stunde Fernsehschauen vorbei kommt. 😉 Jeden Tag durch die Welt hetzten um ja alles mitgemacht und erlebt zu haben, ist eine wahrliche Hoechstleistung an Stresstest.

Ich kann es auch schoener Formulieren. Du opferst Deine Zeit fuer etwas, was Dein Leben noch mehr bereichert. Nur ist Opfer auch so ein boeses Wort, denn wenn ich meine Traeume wirklich will, dann ist es doch wundervoll, oder? Frag das am Besten einen Alkoholiker auf Entzug kurz vor einem Rueckfall. In diesem Moment ist ihm der Gewinn seiner Gesundheit so was von Scheißegal, er denkt nur noch an den Stoff und muss sich durchbeißen, oder einen Rueckfall erleiden. Frag mal Eltern, deren kleines Baby rund um die Uhr schreit und weint? Die Freude ueber das Kind ist groß, aber in den nervigen und mueden Zeiten koennten sie das Kleine regelmaeßig gegen die Wand knallen. Frag mal einen Haeuslebauer, der immer wieder Probleme mit der Finanzierung und den Handwerkern hatte, schlaflose Naechte inklusive? Frag einen Selbstaendigen, ob er gluecklich ist, wenn sein Großkundenauftrag geplatzt ist und er nicht weiß, wie er naechsten Monat das Leben seiner Familie und seiner Kredite bewaeltigen soll?

Traeume veraendern unser Leben und sie wollen ihren Platz in unserem Leben. Sie sorgen nicht nur fuer Friede, Freude, Sonnenschein, sondern sie fordern uns heraus und fuehren uns zu unseren groeßten Angsten hinab.

Doch wer jetzt denk, nie wieder Traeume, wenn die so stressig sind, der hat es noch nie gefuehlt. Das erhabene Gefuehl, sich eisern auf die Zugspitze hinauf gekaempft zu haben, dort oben zu stehen und ueber den Wolken zu thronen wie ein Koenig. Das glueckliche Gefuehl nach dem Aerger mit der Bank und den Handwerkern im eigenen Haus zu stehen vor dem knisternden Kaminfeuer und sein erstes Glas Wein zu trinken. Das wertvolle Gefuehl sich etwas eigenes aufgebaut zu haben, obwohl alle abrieten, und den Lohn seiner jahrelangen Arbeit zu ernten.

Das Gefuehl wieder ein Stueckchen gewachsen zu sein. Ruhiger und mutiger zu sein, noch mehr Traeume zu erleben und ein voellig zufriedener Mensch geworden zu sein. Das Gefuehl es sich selber wert zu sein, sein Leben selbstbestimmt zu leben.

Das Gefuehl, unseren Traum zum Leben verholfen zu haben, durch den Schatten und die Angst hindurch gegangen zu sein ist unbezahlbar, so rein, so erhaben, dass es uns fliegen laesst. 

Trau Dich, veraender Dein Leben, gib den Traeumen Raum und Du fliegst mit ihnen durch die geilste Zeit Deines Lebens  … .

Traeume

Wir sehen uns in der der SpielWelt, wach auf und veraender Dein Leben.

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