Erst der Tod macht das Leben vollkommen (eine Geschichte)

Es ist ein schweres Thema, dass viele von uns weit, sehr weit von sich weg schieben. Und doch ist es eine Bereicherung fuer unser Leben, sich sehr frueh damit auseinander zu setzen. Denn …

erst der Tod macht das Leben vollkommen

Spielweltv3-tod

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Wie komme ich heute ausgerechnet auf dieses Thema? Nein, es war nicht das gestrige Interview in dem sich die Charaktere der SpielWelt wieder Mal verselbstaendigt haben. (und nebenbei ihre eigene kleine Storyline außerhalb dem Web-Book erschaffen und damit zeigen, wie Einflussreich das Unterbewusstsein in Wahrheit ist). Der Grund ist ein gestriges Gespraech,

so ganz unscheinbar, wenn ein Swelom (die unbewussten Menschen heißen so in der SpielWelt) ploetzlich anfaengt zu erwachen und sich bewusst wird, das das Leben eines Tages enden wird.

Eine grausige Vorstellung und doch hilft sie dabei, seine eigene Großartigkeit zu erkennen und vor allem zu leben. Wir sind nicht ewig hier auf diesem Planeten. Eines Tages kommt die Umarmung des letzten Liebhabers fuer uns auf dieser Welt. Diese Umarmung, diese letzte Umarmung ist das intensivste und doch unglaublichste Erlebnis, was wir jemals erleben werden. Denn wir erleben es nur ein einziges Mal. Die Kraft dieses Liebhabers ist so gigantisch, dass sie unser Lebenslicht erstrahlen lasst.

…?

Ja, richtig gelesen.

Unser letzter Liebhaber laesst unser Lebenslicht erstrahlen, so intensiv, dass wir die Schwere unserer Materie ablegen. Keiner von uns weiß, was danach kommt und doch wird ueberall spekuliert und vermutet. Die Rede ist von Engeln, Lichtwesen, dem Himmelreich und sogar eine Hoelle, wenn wir nicht brav unser Leben nach Regeln leben. Neue Glaubensrichtugnen bilden sich und die Welt ist auf der Suche nach Antworten, die wir mit unserem Bewusstsein niemals fassen koennen. Wir fuerchten sie mehr, als alles andere, diese letzte Begegnung. Aber es gibt etwas, was wir noch viel mehr fuerchten – das Leben. Beide sind fuer alle Zeit verbunden und doch immer getrennt.

Wir koennen mit der Angst vor dem Leben leben, unsere Zeit vor dem Fernseher und einem ungluecklichen Job verschwenden und an die Illusion hoffen, dass im Rentealter alles besser wird und wir dann endlich die Kraft aufbringen, Dinge zu tun, die wir all die Jahrzehnte nicht getan haben. Die Illusion wird platzen, weil wir jahrelanges Zeit verschwenden nicht von heute auf morgen ablegen.

Wir koennen mit der Angst vor dem Tod leben, unsere Zeit vor dem Fernseher im sicheren Heim verschwenden und einkerkern hinter Mauern und Sicherheitsschloeßer. An die Illusion glauben, dass uns dort drin nichts passiert und die boese Welt uns nicht erreicht. Waehrend wir gefangene unserer eigenen Angst sind.

Beides ist keine Option, die ein Leben lebenswert macht. Viele Bilder sind zu diesem Thema bereits von mir entstanden. Aber eines finde ich zu dem Thema am passensten. Zeit fuer eine kleine …

Die Geschichte von Aurora:

Die alte Raupe Winpu verabschiedete sich von ihren Liebsten. Von all ihren Nachkommen und Enkeln, die sich unten am Grasboden versammelt haben um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Alt war Winpu geworden, alt und faltig. Ihre Gliedmaßen bewegte sie nur noch langsam und muehsam. Ihr Raupenkörper hat die Farbe ihrer Jungen laengst verloren. Das frische gruen von einst war inzwischen von vielen faltigen und grauen Stellen ueberzogen. Sie blickte in die Runde und drueckte ihre Kinder herzlich zum letzten Mal an diesen Tag. Sie versuchte Tapfer zu sein und sich ihre Angst nicht anmerken zu lassen, denn sie wußte, dass all die, die hier versammelt waren diesen letzten Gang noch vor sich hatten.

Niemand wußte, was nach dem Verpuppen geschah. Nur eine leere Huelle war zurueck geblieben, ohne Leben. Tod und kalt. Ihre Kinder wuerden spaeter kommen und ihre Überreste holen, sie zurueck bringen in den Kreislauf des Lebens, damit er fuer neues Leben bereit war. Niemand wußte, was nach dem Sterben geschieht? Wenn der Geist den Koerper verlaesst? Wohin er fliegt? Ob er einen neuen Koerper findet? Oder in eine Hoelle kommt und Jahrtausende lange Qualen erleiden muss fuer seine Frefel im Leben?

Sie drueckte ihre Enkelkinder ganz fest und unterdrueckte die Traenen.

„Oma, bitte, geh nicht.“ Die kleine Isabel schluchzte laut. Bittere Traenen kullerten an Ihren Wangen herab.

„Ich muss, liebes.“ Sagte Winpu sanft. „meine Zeit ist gekommen.“

„Aber wohin gehst Du? Wann sehen wir uns wieder?“ Die kleine Isabel schaut sie traurig und zornig an. Winpu brach es schier das Herz. Wie erklaert sie einer kleinen Raupe, was sterben bedeutet?

„Ich gehe dahin, wo einst meine Oma hingegangen ist, Liebes. Du wirst mich nicht sehen koennen, aber ich werde immer bei Dir sein, versprochen.“ Sie wandte sich zu Ihrer Tochter um. „Pass gut auf sie auf.“ Dann winkte Winpu allen noch einmal zum Abschied und machte sich auf, den Baum zu erklimmen, um sich fuer ihre letzte Begegnung vorzubereiten. Die Begegnung mit dem Tod.

Mueselig kletterte sie den alten knorrigen Stamm hinauf. Es wird ein langer Anstieg sein, doch sie hatte es nicht eilig. Ihr Raupenkoerper hatte ein paar Narben bekommen. Die schnellen Schatten hatten versucht, sie zu packen und zu fressen. Die Schatten, die aus dem nichts angreifen und sie entfuehren. Wer von einem Schatten geschnappt wird, kommt nie wieder. Da war etwas, was sie immer vor den Schatten beschuetzte, ein Schein in einem Winpernschlag. So schnell, dass sie es nicht erkennen konnte. Ihr Leben war langsam verlaufen, fressen und schlafen, fressen und schlafen im Ewigen Rhythmus des Lebens. Nie hatte sie sich hetzten oder Mangel leiden muessen. Immer war mehr als genug saftiges Gras und Blaetter in ihrer Reichweite. Sie fand Schutz und Unterschlupf und hatte eine ganze Generation an Kindern zur Welt gebracht. Sie hatte ein gutes Leben und war dankbar dafuer. Dennoch schmerzte es sie, dass es jetzt zu Ende ging. Und sie hatte Angst, furchtbare Angst. Winpu kletterte langsam hoeher bis sie eine Stelle fand, die fuer sie richtig war. Sie erstarrte, da war fuer einen Moment ein Schein, ein fluechtiges Huschen, oder hat sie es sich eingebildet?

Vielleicht. Sie sah sich die Niesche unter dem Ast genau an. Perfekt. Hier wuerde sie kein Vogel oder sonst etwas angreifen koennen. Hier konnte sie sich auf ihre letzten Begegnung vorbereiten. Wie er wohl aussah? Alle zittern vor ihm, auch Winpu, aber dennoch war sie auch neugierig. Sie fing an sich einzuspinnen in ihren Kokon und stellte sich die Begegnung mit ihm vor. Tat es weh? War es furchtbar? Oder wunderschoen? Wuerde sie ihre Kinder vergessen, oder konnte sie sich an alles erinnern? Würde sie wissen, was sie fuer ein Leben gelebt hatte, oder sich einfach in Nichts aufloesen. Sie zitterte bei dem Gedanken und blickte zum letzten Mal hinaus in den Sonnenuntergang. Dann schloss sie die Oeffnung und legte sich zum schlafen hin. Ob er sie im Schlaf wach Kuessen wuerde? War er sanft zu ihr? Oder war er grob und nahm sich ihr Leben mit Gewalt? Winpu wurde immer mueder. Ihre Augenlider schwerer und schwerer und eine bleierne Last drueckte sie nieder. Sie schlief ein.

Als sie erwachte spuerte sie einen Druck und Enge. Sie verstand nicht, was da geschah und versuchte sich zu befreien. Luft, sie brauchte Luft und zerrte an ihren Fesseln. Sie wand ihren Koeper und drehte und wendete sich. Der Druck wurde immer groeßer, ihr fehlte Luft und sie wand sich heraus. Spuerte, dass ihre Fessel riss und Licht herein drang zur ihr. Luft. Endich Luft zum Atmen. Sie schoepfte neuen Mut und wand sich immer mehr. Schaelte sich heraus aus ihrem Kerker. Immer weiter, Stueck fuer Stueck dem Licht entgegen. Bis sie endlich im Sonnenlicht stand. Zitternd und erschoepft musste sie sich an dem Ast festhalten, um nicht zu fallen. Sie verstand zuerst nicht, was gesehen war. Aber sie fuehlte sich anders, freier und leichter. An ihrem Ruecken hatte sie lange Dinger, die in der Sonne trockneten. Sie flatterte mit ihnen ein wenig und musste aufpassen, dass sie nicht hinab fiel.

„Hey, willkommen.“ rief ein großer Falter neben ihr. „Ich heiße Fly, und Du?“

Sie ueberlegte. „Ich, ich weiß es nicht.“

„Ah, Du bist neu? Was haelst Du davon, wenn wir Dich Aurora taufen.“

Sie laechelte. „Ja, das ist ein schoener Name.“ Dann runzelte sie die Stirn. „Wie komme ich hier her, Fly?“

„Du wurdest geboren, Aurora. Geboren, wie wir alle. Komm, ich zeige Dir, wie Du fliegst.“

Doch Aurora hoerte nicht zu. Sie betrachtete die winzige Raupe, die ein Stueck unter ihr den Stamm herab kletterte. Sie spuerte den Hauch von erkennen, aber wußte nicht woher. Fly landete neben ihr.

„Wir nennen sie Winpu`s. Sie sehen haesslich aus, doch wenn Du einen Winpu siehst, dann musst Du ihn beschuetzen vor Voegeln und Feinden.“

„Warum?“ Fragte Aurora neugierig. „Weil die Voegel sie fressen und wir schnell genug sind, die Voegel zu vertreiben.“

Aurora schaute Fly direkt an. „Warum muessen wir sie beschutzen?“

Er laechelte. „Weil die alten Ahnen sagen, dass wir einst von Winpu`s abstammen. Und wenn kein Winpu mehr lebt, sterben auch wir… .“

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Der Tod ist nur eine Tuer zwischen zwei Welten. Alles, was Du in dieser Welt unerledigt laesst, muss Du zurueck lassen. Du wirst Dich vielleicht an Dein altes Leben erinnern, doch Du wirst ihm nicht mehr begegnen koennen und nur als ein Schein in dem niederen Bewusst wahrgenommen werden. Daher nutzte jetzt Dein Leben, jeden Tag, jeden Augenblick. Mach jeden Moment vollkommen. Dann wird die letzte Umarmung mit dem Tod eine Feier mit dem Leben werden, auf das wundervolle, das danach kommt … .

Wir sehen uns in der der SpielWelt, wach auf und veraender Dein Leben.

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