Ein Interview mit Tzcarles Teil 2

Was macht der betagte Protagonist einer Buchreihe, wenn er mal Frei hat? Rentertreff im Altenheim? Oder stellt er lieber jungem Gemuese nach?

Wie sieht sein harter Arbeitsalltag aus und was wollte er seinem Autor immer schon mal an den Kopf knallen. Jetzt, das Interview mit

Tczarles Teil 2

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Lernt einen Protagonisten aus der SpielWelt von einer ganz anderen Seite kennen. Tczarles ist ein Gefangener in der Welt des Unterbewusstseins. Doch scheint er weit mehr zu wissen, als er bisher preis gegeben hat. Im ersten Teil des Interviews hat Tczarles hat dem Interviewer Steve gespielt und ihm am Ende ein ueberraschendes Angebot gemacht. Was es ist und wie Steve darauf reagiert … .

“Sie wissen es, oder?” fragt Steve.

Der Alte laechelt ihn selig an. “Dass du sie liebst? Ja! Wo sie ist? Ja! Wie du zu ihr gelangst? Vielleicht?” Tczarles nimmt sich einen weiteren Schluck. Seltsamerweise scheint sein Teeglas nicht mal ansatzweise leerer zu werden.

“Und was wollen sie von mir dafuer haben?”

Das orange Auge des Alten strahlt erneut einen Moment auf. “Ich kann Dich beruhigen, Steve. Ich bin kein Dealer, der von Dir nur ein kleines Stueck Deiner Seele haben will.”

Er fixiert Steve mit seinem Blick. Dringt ganz tief in ihn ein.

“Ich … bin viel schlimmer.”

Tzcarles schweigt und nippt an seinen Tee.

Steves Gesicht ist eine Maske des entsetzens. Er schaut zur Glastuer, schaut auf den Tontechniker, der dort draußen steht, das Gesicht kreidebleich, den Mund zu einem Schrei verzehrt. Verzweifelt versucht er die Tuer zu oeffnen, hat den Griff bereits nach unten gedrueckt. Jeden Augenblick stuermt er in das Studio… .

… waere er nicht im Moment erstarrt.

Steve betrachtet PittBull, den Kameramann neben sich. Der baertige Riese hat die Hand am Bart, der Blick fasziniert auf den alten Opa, keine Furcht in seinen Augen. Auch er ist erstarrt, wie der Rest der Welt.

„Ich kann das nicht machen! Das koennen Sie unmoeglich von mir verlangen!“ Steve schuettelt den Kopf.

„Doch Du kannst Steve.“ Laechelt ihn Tczarles aufmunternd zu.

„Nein. Ich…. das ist Wahnsinn!“

„Steve. Du wirst nie erfahren, was mit Lisa geschehen ist. Du wirst fuer den Rest Deines Lebens Deinem Gewissen ins Gesicht sehen muessen und wissen, dass Du diese Schuld nie mehr los wirst.“

Steve betrachtet misstrauisch den Alten. Was ist das hier nur? Alles fing harmlos mit einem Interview von Protagonisten aus einem Buch an, einem Web-Book und ploetzlich uebernehmen diese Irren unsere Welt und werden irgendwie lebendig? Er wird das Gefuehl nicht los, dass er Teil einer ganz miesen Story war, die sich irgend jemand da draußen ausgedacht haben muss.

„Wer sind Sie?“ Misstrauisch betrachtet der Tczarles.

„Das sagte ich bereits, Steve. Ich bin ein Teil aus Deinem Unterbewusstsein.“

„Ich will einen Beweis. Einen Hinweis, irgend etwas.“ fordert Steve.

Tczarles laechelt ihn an. „Steve, sieh Dich um. Alles um Dich ist erstarrt und Du forderst noch einen Beweis?“

„Was ist das hier? Was soll das?“ Steve schielt in das bleiche Gesicht des Tontechnikers an der Tuer. Er hat sich nicht bewegt.

„Wir sind im jetzigen Augenblick. In dem einzigen Moment, in dem Du wirklich lebst. Der einzige Moment, wo Du bewusst bist.“ Der Alte schmunzelt ihn verschmitzt an.

„Aber ich …. Ich kann das nicht!“ Steve ist verzweifelt seit der Alte ihn den Preis genannt hat.

Vor ein paar Minuten noch gab es vor dem Studio einen Tumult. Sein Chef und die Security diskutierten, sein Tontechniker rief seinen Namen und versuchte die Tuer zu öffnen. Dann war alles von einem Augenblick auf den anderen erstarrt.

Tczarles saß laechelnd, wie ein Buddha auf seinem Stuhl, und trank seinen Tee als ob es das normalste der Welt ist.

„Bleib ganz ruhig. Deinen Kollegen geht es gut. Ich moechte mich nur mit Dir unterhalten.“

Beilaeufig gesagt, als ob  er ihn zum Tee einladen wollte. Steve hatte Panik bekommen. Er war zur Tuer gesprungen und wollte sie oeffnen, prallte aber dagegen, die Tuerklinke bewegte sich nicht. Als er sich umdrehte, sah er, dass Pittbull, der Kameramann ebenfalls erstarrt war. Steve ging langsam auf ihn zu, auf das Schlimmste gefasst. Er beruehrte ihn am Hals, fuehlte seinen Puls. Seine Haut war warm, lebendig. Doch kein Puls. Steve fuchtelte mit seiner Hand vor dem baertigen Gesicht herum, gab ihn sogar Ohrfeigen, aber Pittbull reagierte nicht. Er drehte sich zu dem Alten um.

„Was ist hier los, verdammt?“ Irgendetwas stimmte hier nicht. Die Luft war kaelter geworden.

„Wie ich gesagt habe Steve. Ich bin viel Schlimmer. Das, was ich von Dir will, ist Dein Leben.“

Steve schob die Erinnerung an die letzten Minuten beiseite und betrachtet den alten Mann vor sich. Wie kann so ein harmloser alter Opa so grausam sein. Seitdem Tczarles ihm das gesagt hat, war er unruhig und panisch wie ein Angriffslustiger Tiger hin und her gelaufen. Hat ihn betrachtet und versucht, das Gehoerte zu verarbeiten und zu verstehen.

„Ich… Sie wollen mein Leben gegen das von Lisa?“

Tczarles schnaltzt mit der Zunge. „Nicht Deinen Tod Steve, Dein Leben.“

Steve blinzelt irritiert. „Ich verstehe nicht?“

Der Alte genießt sein Unwohlsein sichtlich. „Ich will Dein Leben. Ich will wissen, wie es ist auf Dieser Seite zu leben. In Deiner Welt. Im Gegenzug erlebst du das, was Lisa erlebt hat, bevor … .“

Sein oranges Auge funkelt.

„Und dafuer gebe ich Dir ein Tor … .“

Steves Nackenhaare stellen sich auf. In seinem Kopf taucht die Erinnerung an das gefundene Manuskrippt auf, als Lisa verschwand. „… spricht in Reimen… kalte Luft, … weglaufen, sofort!“

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Langsam weicht er zurueck. Das da vor ihm ist nicht Tczarles. Vor ihm sitzt derjenige, den Lisa zuletzt gesehen hat, als sie verschwand.

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„Ei, ei, ei, er ist endlich dabei. 

Versteht worum sich mein Deal dreht.

Kein Wort wirst Du hiervon sagen,

Sonst ist es Ihr Untergang will ich sagen.“

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Irgend jemand schuettelt ihn am Arm.

„Steve? Ist alles in Ordnung?“ 

„Er muss den Schock erst mal verdauen. Gib ihm einen Moment.“

Die Stimmen sind weit weg von Steve. Prallen Dumpf und matt in sein Bewusstsein.

Vor ihm steh ein kleiner Clown mit einem boshaften Lachen.

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„Ich hab Dir gesagt, was ich von Dir verlange. 

 Bis dahin fuerchte Dich und bange.“

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Er zwinkert Steve zu und ist verschwunden.

„Hey Steve, traeumst Du?“

Ein Fingerschnippen weckt ihn auf. Sein Tontechniker steht vor ihm und schaut ihn besorgt an.

„Du warst einen Moment weggetreten.“

Steve steht auf und schiebt ihn zur Seite. Schaut auf den Stuhl auf dem Tczarles sitzt. Er dreht sich um seine Achse, doch von dem Clown keine Spur. Nervoes faehrt er sich durch die Haare.

„Koennen wir fortfahren? Oder brauchen Sie noch einen Moment?“ Fragt ihn der Alte Mann freundlich. Steve faellt eben erst auf, dass Tzcarles immer noch mit Absperrband an den Stuhl gefesselt ist und von einem sanften weißen Licht umgeben ist. Er geht zu ihm hin. Schaut ihm in die Augen, doch das gefeahrliche orange leuchten ist verschwunden.

„Sie wissen, was eben geschehen ist, oder?“ Sein Blick sucht verstehen.

„Ja. Ich habe Ihnen schreckliche Antworten gegeben. Das tut mir leid. Dennoch hoffe ich, mehr ueber ihre Welt zu erfahren. Ich will ihre Seite verstehen. Steve.“ Tczarles laechelt ihn freundlich an.

Steve schaut zu Pittbull, der nur irritiert den Kopf schuettelt und an seinem Bart herum zupft.

„Steve, wenn Dich das alles so mitnimmt, brechen wir das Interview ab, okay?“ Der Tontechniker ist besorgt.

Steve realisiert erst jetzt, dass er den Namen von ihm gar nicht weiß. Er schluckt mehrmals. War das eben wirklich wahr? Oder wird er wahnsinnig?

„Nein, nein schon gut. Es … geht schon wieder.“ Er setzt sich.

„Tczarles. Koennten Sie bitte wiederholen, was sie mir eben gesagt haben?“

Der alte Mann laechelt ihn freundlich an und dreht den Kopf zum Tontechniker. Der zuckt nur mit den Schultern und nickt dann. Steve fragt sich, was er da vorhin nur erlebt hat. Dieser alte Opa vor ihn war bis eben definitiv nicht da. Und sein Team hat nichts dergleichen gesehen…?

Tczarles raeuspert sich. „Wir haben Lisa in der Spielwelt bisher noch nicht finden koennen. Auch nicht ihr Team. Der Dealer ist in der SpielWelt ein gefaehrlicher Antagonist, der mit Gedankenmanipulation in den Geist seiner Opfer eindringt.“ Taeuscht sich Steve, oder zwinkert Tczarles ihm zu. „Doch er huellt sich selbst in Schweigen.“

Steve schuettelt sich einen Moment, als er sich an die Videoaufnahmen erinnert, kurz bevor es dunkel wurde.

„Es tut mir leid, dass ich ihnen nicht mehr Worte sagen kann, Steve.“

Tzcarles schweigt einen Moment und gibt ihm erneut Zeit die traurige Nachricht zu verdauen. Steve’s Augen verengen sich. Etwas an der Betonung von „nicht mehr Worte sagen“ lassen ihn aufhorchen. Er starrt Tczarles lange in die Augen. Dann nickt der Alte.

„Koennen wir jetzt mit dem Interview weitermachen, Steve?“

Steve erschaudert. Er ist sich nicht sicher, ob das, was da eben geschehen ist, nur in seinem Kopf geschehen war. Er ueberfliegt seine Notizen und trifft innerlich eine Entscheidung. Dann laechelt er Tczarles an.

„Selbstverstaendlich. Was ueber unsere Welt wollen sie wissen?“

Tczarles leckt sich die Lippen und strahlt. „Wie schmeckt ein Burger?“ 

Steve entgleisen die Gesichtszuege. Er hat Dunkelheit erwartet, den Uebergriff des Dealers, endlich Antworten. Er seufzt enttaeuscht.

„Einen Burger? Ist das Ihr Ernst?“

Der Alte laechelt breit und nickt.

Steve ueberlegt. Antwortet genervt. „Er schmeckt… Keine Ahnung. Ich… Hey, geh mal los und hol ihm einen Burger.“ Er  nickt dem Tontechniker zu.

„Ich heiße Ralf, okay.“ Kommt eine gereitzte Antwort.

„Ja, ja schon gut. Geh und hol ihm einen Burger und Fritten, Ralf.“ Steve betrachtet den Alten und wartet, bis Ralf aus dem Studio raus ist. Oder ist es ein Test?

„Noch was?“ 

„Was vermisst Du am Meisten?“ Tzcarles laechelt.

Steve versteht immer weniger. „Warum zum Teufel wollen sie das wissen?“

Tczarles lacht. „Zum Teufel, lustiges Wort. Ich glaube ich verstehe die Bedeutung. Wir sagen Viejenver dazu.“

Er betrachtet Steve eine Weile schweigend, ehe er weiterspricht.

„Ich glaube, dass Lisa Ihnen weit mehr bedeutet, als nur eine Kollegin. Habe ich recht?“

Steve horcht auf. Hatte er nicht vorhin gesagt, er weiß, wo sie ist? Oder ist er doch nicht der Dealer?

„Ja, sie bedeutet mir alles und ich will sie finden.“ Steve ist ehrlich.

„Das kann ich sehen.“ antwortet Tzcarles.

Steve ist verwirrt. „Wieso koennen sie das sehen?“

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„Weil ihr Herzlicht erstrahlt.“ Laechelt der Alte. „Wir in der Spielwelt haben unser Lebenslicht. Wir sehen es, wohingegen auf ihrer Seite niemand mehr sehen kann. Sie haben vergessen zu hin zu sehen. Ihr Herzlicht erstrahlt hell und klar und weißt Ihnen laengst den Weg. Doch sie sehen nicht vor Angst und sie glauben den Luegen der Kaelte.“

Steve glotzt ihn mit offenen Mund an. Will etwas sagen, doch Tczarles schuettelt den Kopf.

„Die Kaelte der Angst ist ein einsamer Weg ins Verderben an dessen Ende die Verzeiflung lauert. Und ihr Preis ist immer zu hoch.Liebe hingegen verlangt keinen Preis. Sie gibt immer aus sich selbst, hinterlaesst waerme und Trost. Und am Ende erwartet den Suchenden Geborgenheit.“

Tczarles laechelt ihn an.

„Du wirst sie finden, doch Du hast Die Wahl. Folgst Du Deiner Angst und bringst Dunkelheit ueber die Welt? Oder folgst Du Deinem Herzlicht und entzuendest Feuer im Dunkeln gleich einem Lichtermeer?“

Steve schaut zu Pittbull, doch der Huehne ist in seinem Handy vertieft und schaut gelangweilt auf die Uhr.

„Arbeiten sie mit ihm zusammen?“ Fragt er gerade heraus. Er kann langsam nicht mehr unterscheiden, was wahr ist und was nicht.

Tczarles schaut ihn lange an. „Interessant, wie groß der Zweifel auf dieser Seite ist. Und wie viele Greifer sich ihrer Bemaechtigen.“

Ehe Steve nach der Bedeutung fragen kann knallt die Tuer auf als Ralf den Buerger bringt. Pittbull faellt vor Schreck das Handy aus der Hand. Steve ist irritiert und wechselt einen Blick mit Tczarles, der nur immer weiter laechelt. Dann wird ihm klar, dass sie im Geist gesprochen haben und der Kameramann nichts mitbekommen hat. Ralf schaut unsicher zu Steve, als er die Tuete ablegen will.

„Mach ihn los.“ Antwortet er laut und zu Tczarles im Geist „Bringen Sie mich in Ihre Welt.“

Der Alte laechelt, schuettelt seine befreiten Arme und greift nach dem Burger. Genussvoll beißt er rein und beginnt langsam zu kauen. Er schließt seine Augen.

„Mhm… koestlich.“

Fortsetzung der Geschichte

Wir sehen uns, in der SpielWelt. Wach auf und veraender Dein Leben …

cropped-cropped-markenlogo-walla-spielwelt-e1411154532143.jpg  SpielWelt® ist eine eingetragene Marke

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