Bist Du ein Ausmaler oder Linienuebertreter Deines Lebens?

Es gibt sie fuer kleine Kinder. Die Heftchen mit vorgedrucken Bildern, die die Kinder nur noch ausmalen muessen. Keine Kreativitaet, keine eigene Phantasie. Nein ausmalen. Hast Du auch zu den Ausmalern gehoert, als Kind? Oder warst Du mutig genug, selber zu malen? Hast Du schoen brav darauf geachtet, die Linie nicht zu uebermalen? Oder hast Du Dich so richtig ausgetobt und Dein kleines Kunstwerk daraus gemacht? Es ist ein gewaltiger Unterschied im erwachsenen Leben, zu welcher Gruppe Du als Kind gehoert hast.

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Bist Du ein Ausmaler, oder ein Linienuebertreter?

Was macht das denn bitte schoen fuer einen Unterschied? Mag sich heute manch eine/r Fragen. Ich sage, einen gewaltigen.

Wie war das als Kind fuer Dich? Diese Hefte zu sehen, in denen Du Flaechen ausmalen durftest? Die Farbe war egal, Hauptsache Du malst schoen brav aus. Ein Haus mit einem Baum davor. Oder ein Hund mit seiner Schuessel vor ihm und den riesengroßen Knochen. Ein Taeddybaer. Kinder beim Spielen. Alles schoene vorgedruckte Motive, die Kinder nur ausmalen muessen. Sie sollen ein Gespuehr fuer Farben bekommen. Doch niemand fragt diese Kinder, was sie selber malen wollen?

SpielWelv3t-GluehlampeIch mag Kinder. Besonders wenn sie selber kreativ sind. Ich sehe mich da mehr als Lehrer, der ihnen etwas beibringen kann. Als Kuenstlerin war und bin ich bei den Kindern immer schon so eine Art Vorbild gewesen. Sie bekommen große leuchtende Augen, wenn sie mich malen sehen. Schnappen sich Papier und Stifte und zaubern irgendwelche Linien auf das Papier. Bunt ausgemalt und schon ist das eigene Werk fertig. Nicht zu erkennen (fuer mich), doch selbst gemalt. Stolz halten sie mir das bunte Sammelsorium unter die Nase und schreiben groß und dick meinen Namen drauf.

„Guck, mal! Das hab ich fuer Dich gemalt! Guck doch mal.“

Noch niemals kam ein Kind mit seinem vorgefertigten Bildheft zu mir und sagte: „Guck, mal das hab ich ausgemalt!“

Im Kindergarten fand ich es als kleines Kind aeußerst spannend, wenn uns die Erwachsenen irgend etwas beigebracht haben. Wachsblumen malen. Tolle Idee. Wachs von unterschiedlich farbigen Kerzen auf ein Papier tropfen und dann mit Buntstift Blumenbilder malen. Eigentlich keine große Sache, doch fuer einen Kreativen die ganze Welt. Und weil es mir so großen Spaß gemacht hat, durfte ich die Karte fuer den Herrn Pfarrer zum Geburtstag auch noch malen. Groß, bunt und ganz viele MEINER Wachsblumen. Kein Ausmalbildchen. Ich war immer schon ein Linienuebertreter, bis eines Tages die Grundschule meinen Weg kreuzte und mich zwingen wollte, zum Ausmaler zu werden. Die Schrift bis exakt an den Heftrand zu setzen und ja nicht darueber. Im Kunstunterricht malen, was der Lehrer wollte. Ist an sich sinnvoll. Allerdings nicht, wenn man das alles schon weiß, kann und sich vollkommen langweilt. Du machst aus einem Linienueberterter keinen Ausmaler. Du machst aus einem, der sein Motiv selber malt niemanden, der Flaechen innerhalb von Linien ausmalt und es als tolles Bild verkauft.

Was also ist der Unterschied zwischen dem Ausmalern und den Linienuebertreter?

Ein Ausmaler ist der, der sein Leben von anderen diktieren laesst. Ausmaler denken meist nicht selber. Er nimmt Dogmen und Richtlinen der Welt meist ungefragt an und faengt an, die Lebensbereiche seines Motives auszumalen. Perfektionismus und akkurate Linienfuehrung ist sein Leben. Das Motiv, dass anderen ihm vorgefertigt gegeben haben. Ein Ausmaler orientiert sich daran, was andere Ausmaler machen. Er vergleicht sein fertiges Bild mit anderen Ausmalern, um zu pruefen, dass sein Bild das Schoenste ist. Er vergleicht, was die Nachbarn tun? Was andere sagen? Er achtet peinlich darauf, die Linien seines Motives nicht zu uebermalen. Er denkt viel darueber nach, was er alles nicht soll, um das zu erreichen. Der Ausmaler bleibt meist innerhalb seiner Grenzen und weit unter seinen Moeglichkeiten. Ein Ausmaler entscheidet nicht, was er selber tun moechte, mit seinem Leben. Er wartet, was das Leben alles gibt und malt es sich bunt aus. Ein Ausmaler gibt sich mit dem Auswaehlen der Farbe zufrieden, um seine Felder zu befuellen. Ob das Feld Familie heißt, Freunde, Arbeit, … . Er hat das fertige Motiv mit Feldern vor sich. Alles, was er tun kann, ist es mit seiner Lebensfarbe auszumalen – egal, ob es ihm gefaellt oder nicht. Tag fuer Tag. Wenn die Grenze seiner Felder erreicht ist, laesst er sich von seinem Mitmenschen ein anderes Motiv geben und malt es erneut aus in einer anderen Farbe. Der Ausmaler lebt so ein fremdbestimmtes Leben, dass er nicht selbst auswaehlt. Ausmaler fuerchten sich vor Linienuebertertern, da ihnen die Vorstellung, selber neue Linien zu ziehen und die Motive selber zu waehlen, Unbehagen bereitet. Ausmaler haben ein Sicherheitsdenken. Sie handeln aus eigenen Motiven. Ihre Grenzen zu erweitern, um die Welt zu bereichern ist ihnen fremd. Sie glauben, sich innerhalb ihrer Grenze wohl zu fuehlen. Doch innerlich haben sie Angst davor, dass das Leben ihnen irgendwann kein vorgefertigtes Bild mehr geben wird. Dass ihre Grenze erreicht ist.

Ein Linienueberterter, ist der, der sein Leben selber gestaltet. Ein Linienuebertreter hat kein Interesse daran, was der Ausmaler ausmalt. Er malt frei und experimentiert. Seine Linien duerfen auch schlampig sein, wenn es um das Lernen geht. Der Linienuebertreter malt die Lebenslinien seiner Lebensbereiche selbst nach seiner Vorstellung und befuellt sie. Erreicht er eine Grenze in einem Bereich, erweitert er seine Linien und malt sich ein neues Bild seiner Wirklichkeit. Der Linienuebertreter sieht die Linie nicht als unueberwindbare Grenze. Er sieht sie als Abschnittsbereich seiner Entwicklung, die er veraendern kann. Steht die Linie seiner Entwicklung im Weg, weitet er sie aus und schafft ein Umdenken. Er befuellt den Bereich so lange mit Leben, bis er die Grenze ausweiten kann, um mehr Leben hinein zu geben. Ein Linienuebertreter fuehlt sich in der begrenzten Welt des Ausmalers unwohl. Er hat keine Angst vor ihm, doch seine Denkweise erschließt sich ihm nicht. Der Linienuebertreter weiß, dass er Linien auch als Erster uebertreten wird, damit ihm andere Folgen koennen. Der Linienuebertreter lernt immer in seinem Leben dazu, da er sein Motiv von Anfang an selbst malen will. Er lernt die Grundlagen des Lebens, auf denen seine Bilder aufbauen, denn er weiß, wenn er schlampige Linien vorzeichnet, wird das fertige Bild auch schlampig sein. Der Linienuebertreter weiß, dass es Momente gibt, wo er nur ausmalen kann, um weiter zu kommen. Der Linienuebertreter behaelt das Gesamtbild der Welt immer im Blick, auch wenn er nur an Teilbereichen arbeitet. Er uebertritt die Linnie nicht aus Egoismus. Er übertritt sie, damit alle bereichert werden. Er waechst an seinen Aufgaben und sucht immer groeßere Leinwaende, die er befuellen kann. Der Linienuebertreter hoert Ausmalern zu, weil er weiß, dass er von Ihnen lernen kann, sein Leben zu verbessern.

Warst Du in der Schule ein Ausmaler, oder ein Linenuebertreter?

Ich wurde zeitweise zum Ausmaler, um als Linienuebertreter Luft zum Atmen zu holen. Es gab eine Zeit in der Schule, das war das stupide Ausmalen eines Bilder fast schon ein Segen. Nicht nachdenken muessen, sondern einen Ausmaler-Tagesablauf in der Schule. Problematisch wird es, wenn der Ausmaler die Oberhand gewinnt. Es hat viele Jahre gedauert, ehe ich meinen Perfektionismus des Ausmalers als spaeterer Kuenstler ablegen konnte und frei aus mir einfach drauf los Farbe auf die Leinwand geklatscht habe. Frei einfach das Pad gezueckt und ohne Anspruch drauf los gemalt.

Die Wahrheit ist 

Es gibt im Leben immer wieder Situationen, da ist das vorsichtige Verhalten des Ausmalers vorteilhafter. Das Leben nach Richtlinien wuerde nicht funktionieren, wenn wir keine Gesetze haetten. Dennoch waren es die Linienuebertreter die dafuer sorgen, dass im Laufe der Geschichte Frauen beinahe den Maennern gleichgestellt sind, zumindest in den westlichen Laendern. Vor ueber Hundert Jahren durften Frauen nicht mal waehlen. Linienuebertreter waren es, die fuer Toleranz der Schwulen- und Lesben gekaempft haben, bessere Arbeitsbedingungen, Tierschutz, Umweltschutz, … . Es sind die Linienuebertreter, die etwas in der Welt bewegen, nicht die Ausmaler. Es sind die Linienuebertreter, die mit dem Feuer in der Hand in der Hoehle des Homo Sapiens standen, um Essen zu braten. Es sind die Linienuebertreter, die nach den Sternen gegriffen haben, damit wir ins All fliegen koennen.

Wozu brauchen wir dann Ausmaler?

Die Wahrheit ist, wir brauchen keine Ausmaler. Ja, das ist hart, ich weiß. Aber es ist die Wahrheit. Wir brauchen keine weiteren Menschen, die das nachmalen, was andere machen. Wir brauchen keine Ausmaler, die weiterhin im Dunklen Reich abhaengig leben, Angst vor ihren Faehigkeiten haben und sich innerhalb ihrer kleinen Grenzen bewegen. Wir brauchen keine Ausmaler auf dem Gedankenkarussell in der Wueste des Nichts. Was die Welt braucht, sind Linienuebertreter, die von dem Karussell absteigen. Wir brauchen kreative Koepfe, die helfen, unsere Umwelt- und Ressourcenprobleme zu loesen. Wir brauchen mutige Wegbereiter, die den Weg fuer globales Bewusstseinswachstum ebenen. Wir brauchen Faehigkeiten, Technik und Produkte, die unserer Welt dienen und das Leben aller (einschließlich Tier und Natur) verbessert. Wir brauchen erwachte Menschen, die wieder selbststaendig denken und die Verantwortung fuer ihr Leben selbst  in die Hand nehmen. Wir haben nur eine Erde, und das weitere sture Ausmalen der Fehlerlinien unserer Ahnen koennen wir uns schlichtweg nicht mehr leisten.

Wir brauchen erwachte Ausmaler, die zu Linienuebertretern werden!

Als Ausmaler sollte ich anfangen, mich zu fragen, ob es nicht Linien in meinen Leben gibt, die ich schon laengst uebertreten sollte, um in meiner Persoenlichkeit zu wachsen? Ob es Sinn macht, immer nur auf das zu hoeren, was andere mir vorgeben? Oder ob es nicht besser waere, meiner Stimme des Herzens zu lauschen? Welche Talente schlummern in mir, die der Welt helfen? Welche Faehigkeiten habe ich, die die Welt braucht? Wie kann ich diese Faehigkeiten leben, anstatt davor Angst zu haben? Ein Linienuebertreter lebt nicht besser. Er lebt Selbstbestimmter und denkt viel ueber die Sinnhaftigkeit der Linien des Ausmalers nach. Er denkt viel ueber die gesamte Welt nach.

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Wie lange malst Du noch Dein Leben innerhalb von vorgefertigten Linien? Schnapp Dir doch mal einen Stift und uebermale einfach die Linien Deines Lebens. Das Gefuehl ist unbeschreiblich … befreiend .

Wir sehen uns in der der SpielWelt, wach auf und veraender Dein Leben.

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