Du kannst!

Ich erinnere mich an eine unangenehme Szene in meiner Schulzeit, als ich anfing, das Schreiben aus meinem Leben zu verbannen.  Der Lehrer damals hatte wohl einen schlechten Tag, oder ich war einfach genervt von den vielen Anspruechen, die ein Alltag von einem Kind abverlangt. Vielleicht zweifelte ich auch einfach nur an mir selbst und meinen Faehigkeiten.

Fakt ist, ein einziger Tag in der Schule hatte ausgereicht, mir den Spaß am Schreiben fuer sehr viele Jahre zu nehmen. Ein Tag war notwendig, dass ich aufhoerte an mich zu glauben und das annahm, was ein ueberforderter Lehrer an aufgestauter Wut abgab. Heute weiß ich, dass

ich kann

Es gibt eine Situation in meinen Leben, deren Deja Vu`s kann ich nicht mehr zaehlen.

Es war immer die Gleiche Situation. Ein Lehrer (Seminarleiter, Coach, Dozent, … ) unterrichtete uns Schueler (Teilnehmer) und erklaerte seinen Stoff. Die Schueler verstanden es nicht und ich versuchte zu Helfen und es Ihnen zu erklaeren. Bald schon liessen sie den Lehrer reden und kamen anschließend zu mir, damit ich es Ihnen erklaerte. Der Grund, warum ich das konnte war, ich habe schon sehr frueh angefangen selbst zu lernen, weil mir die Lehrer manches nicht erklaeren konnten. Im Unterricht hab ich auf Durchzug geschaltet, damit der Lehrer mich nicht verwirren kann und meine Comics entworfen oder mein Essen in meinem Block gezeichnet.

Das Problem dabei war, die meisten Lehrer fanden es nicht lustig, dass ich Schuelern das Thema besser erklaeren konnte, als sie. Nur wenige foerderten meine Faehigkeit und ermutigten mich. Und hier faengt das Deja Vu an, das sich immer wieder holte, bis ins Berufsleben heute. Die meisten Lehrer wurden nachtragend, haben mich ignoriert oder gedisst wie es heute heißt. Und ein paar wenige machten sich klein und hackten verbal vor der ganzen Klasse auf mir Kind herum, um mich noch kleiner zu machen.

Die erste und schlimmste Begegnung dieser unheimlichen Art, als ich das Schreiben an den Nagel hing und nie mehr nachdachte, war in der Hauptschule, 5. oder 6. Klasse, Unterrichtsfach Deutsch.

Wir sollten eine Geschichte von Wilhelm Tell erfinden, seine Abenteuer, die er bestehen koennte. Ich habe mich ueber die Aufgabe so gefreut, weil ich es liebte, mir solche Geschichten auszudenken. Soweit ich mich noch erinnern kann, hatten wir die Wahl zwischen drei Moeglichkeiten, mit denen wir spielen durften. Ich entschied mich, dass Willheim Tell in einer Baeckerei sein Unwesen trieb. Was genau, kann ich heute nicht mehr sagen, er schoß einen Laib Brot vom Regal, der dem boesen und raffgierigen Baecker auf den Kopf broeselte. Mir hat es Spaß gemacht, doch aus irgendeinem Grund meinem Lehrer nicht. Er zerriss die Geschichte vor der Klasse, zeigte Fehler auf und erklaerte es als Unsinn. Er forderte schon beinahe Kenntnisse vom Baeckergeschaeft und Produktionsablaeufe, die eine Schuelerin mit zwoelf unmoeglich haben kann. Er nahm meine Geschichte als Aushaengeschild, wie man auf keinen Fall schreiben sollte und der, der das geschrieben hat, sollte es kuenftig lassen. Da blieb mir die Kinnlade offen stehen, denn ich hatte bis zu dem Tag gute Noten und auch gute Erklaerungen erhalten, warum es inhaltlich nicht stimmte, oder was ich besser machen konnte. Aber das hier, das war so vollkommen anders. Das war eine einzige verbale Attakte auf einen schwaecheren Schueler, an dem der Lehrer seinen ganzen Frust ausließ. (Oder die Enttaeuschung, dass seine einser Schuelerin nicht perfekt ist, sondern auch Fehler macht und machen darf.)

Warum schreibe ich das hier so aus meinem Leben?

Nun ja, deinetwegen, lieber Leser. Vielleicht hast Du als Kind eine Freude gehabt, etwas, was Dir Spaß machte und dann kam ein Erwachsener, ein Lehrer, Elternteil, Nachbar, … der Dir gesagt hat, dass du es nicht kannst. Vielleicht sitzt Du heute auch an Deinem Buch, Deinem Traum, den Du schon seit Deiner Kindheit hattest und bist am zweifeln, ob Du das kannst? Weil Menschen in Deinem Umfeld gesagt haben, Du kannst nicht, das ist Grottenschlecht. Vielleicht ueberlegst Du Dein Leben zu aendern, raus aus dem alten Trott, ueberlegst Dich selbstaendig zu machen, glaubst aber, es nicht zu koennen.

Dieses, Du kannst nicht, sagen nur Menschen, die Dich davon ueberzeugen wollen, auch nicht zu koennen. Oder anders, nicht zu duerfen. Sie sagen Dir immer wieder ihre Ueberzeugung „Du kannst/darfst nicht … .“, so lange, bis Du sie glaubst. Je staerker Du bist, umso mehr muessen Sie dich attackieren, verbal, oder mit Gewalt, um dich an Deiner Entwicklung zu hindern. Bis Du zerbrichst und anfaengst, Beweise suchen, dass du nicht kannst. Du findest immer mehr Fehler und Schwaechen als Beweis fuer Deine Unfaehigkeit, bis Du weißt, dass es stimmt und auch sagst, „Ich kann nicht … .“

Menschen machen das nicht absichtlich. Sie reden Dir Deine Traeume nicht absichtlich aus, sondern nur aus Angst. Angst vor der Dunkelheit. Sie sind manipuliert, sitzen auf ihrem Karussell, drehen ihre kleine Runde und haben Angst davor, dass Du Erfolg haben koenntest und ihnen zeigst, dass da mehr ist, als die kleine Runde. Denn dann haben sie keine Ausrede mehr, nicht zu koennen. Sie haben Angst, dass Du ihnen den Beweis lieferst, dass es doch geht und sie einfach nur absteigen muessten von dem Karussell. Pfeif auf die und beweis Dir das Gegenteil, beweis, dass es geht und erobere dir Deine SpielWelt zurueck.

Wie ging es nach diesem Tag in meinem Leben weiter.

Ich schrieb die ganze Geschichte um, so, wie der Lehrer es wollte. Ich schrieb seine Geschichte, anstatt meine zu verteidigen und ein paar inhaltliche Schwaechen zu korrigieren. Die ganze Situation wiederholte sich noch ein paar Mal, bis ich nur noch schrieb, was der Lehrer von mir haben wollte. Ich fing an zu glauben, dass ich das nicht kann und begann viele Rechtschreibfehler zu machen. Alles Beweise, die mir bestaetigten, dass ich nicht schreiben kann. In der Realschule wurde es etwas besser, doch ich schrieb hier auch nur unter meinen Moeglichkeiten, was die Lehrer wollten, mit einer inzwischen Katastrophalen Rechtschreibung. Worte zu finden war nie das Problem, und es machte mir nach wie vor Spaß, mir Gedanken zu machen, auch bei dem verhaßten Thema „Eroertung“. Ich liebte es, Themen zu eroertern und Schluesse zu finden, doch die Katastrophe Rechtschreibung … . Und so schrieb ich meine Geschichten ich nur noch fuer mich, oder in meinen Gedanken. Wenn damals jemand sagte, Du schreibst mal eine ganze Welt, haette ich ihm einen Vogel gezeigt. Meine einstudierte Standartantwort:

„Ich? Kann das nicht … .“

Erst im Berufsleben fing das Thema schreiben wieder an fuer mich interessant zu werden, auf draengen von Menschen, die wussten, dass ich kann. Das ist das erstaunliche. Die Stimme in Dir, die glaubt, verstummt niemals wirklich. Die Schwierigkeit ist, sie zu hoeren zwischen all den Zweiflern. Ich fing an, Beweise zu suchen, dass ich das kann. Beweise, dass ich lernen kann, dass ich Fehler nur mache, um besser zu werden, um mehr zu koennen. Nicht, um aufzugeben. Ich fing in meiner damaligen Arbeit irgendwann an, mir Gedichte und Sprueche auszudenken, um gefrusteten Kollegen den Tag zu versueßen. (Hello Angel 🙂 ) In Kombination mit malen enstanden so besondere Karten. Und was soll ich sagen, der Verstand erkannte nur schwer Beweise, dass ich kann. Er ist auf Vergleichen und Fehlersuche Konditioniert. Nicht weil er boese ist, sondern weil ich ihn trainiert hatte, diese Beweise zu suchen. Sein Auftrag lautete, Beweise mir, dass ich nicht kann. Die Aufgabe besteht jetzt darin, in umzuprogramieren auf einen neuen Befehl. Der Beste und reale Beweis hierfuer, bis der Verstand neu geeicht ist, sind Gesichter von Menschen, die ermutigen unterstuetzend helfen bei „Ich kann … „.

Gesichter zeigten mir, was ich kann. Ich kann in ihnen

  • herzliches Lachen hervorlocken,
  • sie vor Freude weinen lassen,
  • ihre Hand erstaunt vor dem Mund nehmen,
  • das Glitzern in ihre Augen zaubern,
  • sie tief beruehren
  • Großartigkeit geben
  • Deine Liebe geben

Nach und nach fing mein Verstand an, zu akzeptieren, dass ich kann. Mir begegnen immer noch Menschen, die mir vehement und lautstark diskutierend sagen, was ich nicht kann. Doch jedes mal lasse ich sie ziehen und gehe weiter, denn wichtiger sind fuer mich die, die mir sagen Ja, mach das und ich dabei unterstuetzen.

Ich bin der Meinung vor allem kleine Kinder sollten das sehr frueh wissen. Sie sollten von klein auf erfahren, dass niemand ihnen etwas verbieten moechte, sondern sie alles schaffen koennen, egal, was die Erwachsenen, die eigenen Eltern, sagen. Will Smith sagt es im den Film, das Streben nach Glueck, so wundervoll zu seinem Sohn. „Lass Dir von niemanden sagen, was Du nicht kannst. Auch nicht von mir!“

Wenn Du auch so jemand bist, dem von seinen Eltern und Familienmitgliedern gesagt wurde, was Du nicht kannst, lass los. Es ist schwer, zu verstehen, denn der Wunsch nach Unterstuetzung ist gerade von der Familie sehr groß. Ist diese Unterstuetzung jedoch nicht da, und wird abgeschmettert, hast du zwei Moeglichkeiten. Du kannst nicht … , oder Du kannst … .

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