Vom Suchen und (er)Finden … der eigenen Grenzen

Das Schoenste am Erfinden von Geschichten ist die grezenlose Freiheit. Grenzenlos…? Aeh moment mal, ein paar Posts vorher hab ich noch was dem irren Aufwand geschrieben, so eine fiktive Welt zu erfinden. Die Gesetzmaeßigkeiten, Regeln, Moeglichkeiten, Charaktere, Orte … . Wir reden immerhin von der Landmasse unserer Erde.

Genau das ist das wundervolle am menschlichen Verstand. Er strebt nach grenzenloser Freiheit in seiner Kreativitaet und begrenzt sich gleichzeitig selber in seinen Moeglichkeiten, durch eben diese Kreativitaet. Warum? Das Wort grenzenlos setzt bereits voraus, seine Grenze zu kennen. Um wissen zu koennen, wie weit das Grenzenlose reicht, bedeutet auch zu wissen, wo das Grenzenlose beginnt. Oder anders ausgedrueckt, wo die eigene Grenze endet und das Grenzenlose beginnt.

Heute schreibe ich ueber das

Suchen und (er)Finden der eigenen Grenze

Wir leben in einer Welt, die sich taeglich aendert. Taeglich erblicken neue Ideen und Erfindungen das Licht der Welt, taeglich geschehen Ereignisse die die Welt veraendern, doch am entschiedensten sind wir selbst. Wir veraendern uns unser ganzes Leben lang. Wie? Durch unser Denken und die Faehigkeit unseres Gehirns, ein leben lang zu lernen.

Das Wissen mag fuer manche schrecklich sein! Die Vorstellung davon, ein Leben lang lernen zu sollen, ja sogar zu muessen. Doch ist das im Grunde nicht schlimm, es ist ein natuerlicher Prozess unseres Gehirns, neue Verknuepfungen zu legen, oder nicht mehr gebrauchte abzubauen. Mittlerweile ist es sogar wissenschaftlich bewiesen, dass unser Gehirn diese Aufgabe ein leben lang ausfuehrt und Lernen und sich entwickeln in jedem Alter moeglich ist.

Das Gehirn meines siebenunddreißig Jahre alten Ich denkt vollkommen anders, als das Gehirn meines neunzehnjaehriges Ich. Das ist klar. Doch betrachtet mein heutiges Gehirn meine Bilder von damals auch vollkommen anders und da wird es spannend.

Da es den aktuellen Handlungsstrang der Spielwelt betrifft, moechte es an der Stadt AKNOM erklaeren.

Ich habe aus den vielen Jahren, in denen ich nur meine inneren Bilder gemalt habe, diese „Fenster“ (so nennen ich die physischen Bilder) keines von Aknom gemalt. Diese Stadt existierte nicht in meinem Bewusstsein. Auch in den ersten Jahren 2011, wo ich anfing, die Karte zu zeichnen, tauchte diese Stadt nicht auf. Der Grund ist einfach banal, aber dazu spaeter mehr.

spielweltv3-FineArtPrints-LaisviejdaDie Arbeit an der SpielWelt ist aehnlich, wie ein Gedaechtnispalast. Ich gehe heute in meinem Geist durch diese Welt und lasse mich einfach nach Gefuehl leiten. Oft schaue ich mir meine Bilder an, und suche neue Verknuepfungen zu der SpielWelt, wo dieses Fenster sein koennte. Es tauchen dann Bilder in meinem Kopf auf, manchmal Figuren, manchmal auch Text oder Situationen, die ich im Kopf zuordne und dann in meinem Vorlagenkatalog festhalte. (Scrievener ist gut, doch die App Corkulous auf meinem Tablett griffbereiter, wenn der PC aus ist.) Es kann auch sein, dass ich einfach den Impuls habe, zu malen, und so ein neues Bild von einem Ort sehe, denn ich noch gar nicht kannte. Einfach weil es Zeit ist, dass er ihn Erscheinung tritt.

Es muss etwa das Jahr 2011 gewesen sein, als ich mich eingehender mit der Architektenstadt Aknom innerhalb der Handlung befasst habe. Der Stadt, wo die Designer, Gestalter und Architekten zu Hause sind und sich in der SpielWelt verbreitet haben. Das war meine erste Skizze der Stadt.

Architektenstadt Entwurf

Nichts halbes und nichts ganzes. Da meine Grenze in meinem Kopf sich auf die Architektur beschraenkte und die Bauwerke, die unsere Vorausgegangenen Epochen erschaffen haben. Der Entwurf schlummerte weitere Jahre in der Schublade,  bis ich im Jahr 2013 erneut auf die Stadt Aknom traf. Die Handlung war konkreter geworden, die Figuren charakteristischer und ich brauchte langsam dem Ort, wo in der SpielWelt Visionen entstanden.

spielweltv3-aknom1

Der Grund, warum ich die Stadt vorher nie gemalt hatte, ist banal einfach, da sie sich unter der Erde befindet. Aknom ist eine Stadt im Stein, unter dem Visonssee, die in die Tiefe hinein in vier Ebenen aufgebaut ist. Der Grund, warum, ihr ahnt es schon, klaert sich im Laufe der Geschichte. Hey, ich kann doch nicht alles vorher schon verraten. Wo bleibt da der Spaß 😉

Apropos Spaß. Ich bin immer noch dabei, meine Grenze zu finden, um sie weiter hinein in das Grenzenlose auszuweiten. Daher bringen wir ein wenig Farbe ins Spiel der Moeglichkeiten.

spielweltv3-aknom2

Das ist das aeussere Erscheinungsbild von Aknom, nichts sichtbares. Nur ein See allerdings von den Ausmaßen 1/3 des Bodensees, um eine Groeßendimension zu bekommen. Die Stadt darunter, ist um ein vielfaches groeßer. Und bevor ihr fragt, den Bewegungspunkt, mit dem es moeglich ist, sich binnen Herzschlaegen in dieser Welt zu transportieren, habe ich lange vorher entdeckt und meine Flexiblitaetsgrenze erweitert. Logistisch waere das alles sonst eine einzige Katastrophe.

Ich habe im Laufe der Zeit meine gedankliche Grenze ueber eine Stadt Stueck fuer Stueck erweitert, und immer mehr in die Grenzenlosigkeit geschoben, indem ich immer wieder ueber sie und ihre Moeglichkeiten nachgedacht habe. Mein Ziel ist es, die Moeglichkeiten der SpielWelt, dieser Welt des fuer uns unsichtbaren, auszutesten und neues auszuprobieren. Stahl, Eisen, Glas, Aluminium, Holz, sind Baustoffe, die wir kennen und nutzen. Sie ermoeglichen uns eine Vielzahl an Anwendungen, doch begrenzen sie uns auch in Ihrer Beschaffenheit. Holz verwittert, Eisen rostet, Aluminium ist weniger belastbar als Stahl, Glas splittert, … . Die grenzenlosen Kombinatinsmoeglichkeiten der Baustoffe werden durch die Grenze der Baustofffaehigkeiten festgelegt.

Genauso begrenze ich die grenzenlosen Moeglichkeiten einer fiktiven Welt mit den Umstaenden und Regeln, die ich in dieser Welt festgelegt habe.

Die Frage ist jetzt an der Stelle, ist der Mensch fuer ein grenzenloses Dasein ueberhaupt geschaffen?

Nein, da unser Koerper und seine Moeglichkeiten die Grenze sind. Geistig wuerde ich sagen, ja, absolut. Da alles, was unser Verstand erdenken kann, kann er erschaffen. Es gibt die Theorie, dass es moeglich ist, ewig zu leben, wenn wir das Sterben nicht kennen wuerden, bzw. die Erfahrung um das Sterben unserer Art. Ich glaube schon, dass an dieser Theorie etwas dran ist, jedoch schwer, diesen Zustand zu erreichen, wenn ich in einer Welt lebe, wo Alterung und Verfall mich umgibt.

Es gab vor kurzem in Terra X eine Dokumentation ueber die Geschichte der Farbe. Dieser Zweiteiler ist fuer visuelle Menschen, wie ich, absolut sehenswert. Wir Menschen konnten nicht immer in dem Farbspektrum sehen, wie heute. Es dauerte Jahrtausende unsere Grenze zu erweitern und ueber die Farben Rot und Blau mehr sehen zu koennen. Und auch heute noch sieht nur ein begrenzter Teil der Menschen ein weites Farbspektrum in den feinsten Nuancen. Das alles bedeutet, dass der Mensch in der Lage ist, die Grenze seiner Wahrnehmung zu verschieben und in die Grenzenlosigkeit zu erweitern. Ein spannendes Thema, denn ich bin sicher, dass es noch Farbtoene gibt, ueber die Primaer- und Sekundaerfarben hinaus, die wir heute noch gar nicht kennen oder wahrnehmen koennen.

Es soll heute bereits Menschen geben, die unsere Aura sehen koennen. Sie beschreiben sie als bunt, wie ein Regenbogen, die riesengroß sein soll bis zu 100 Meter im Durchmesser, und sich auch mit anderen ueberlappt oder ueberschneidet. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Die Beschreibung klingt fuer mich eher, wie die morphogenetischen Feldern, die wir erzeugen und in denen wir uns bewegen – bunt und voller allem. Wenn ich mir die Aura geistig vorstelle, dann sehe ich jeden Menschen in nur einer Grundfarbe erstrahlen, die mal flackert, mal strahlend hell ist, mal klein, trueb wird, doch sich immer nur innerhalb der Grundfarbe bewegt. Doch das wuerde jetzt den Rahmen sprengen. Es soll lediglich als

Erklaerung dienen, was ich unter grenzenlose Freiheit verstehe:

  • das staendige Erweitern der eigenen (gedanklichen) Grenze in den Bereich des Grenzenlosen hinein, um die dort schlummernden Moeglichkeiten zu nutzen.
  • immer wieder, um so Stueck fuer Stueck freier zu werden.

In dem Zusammenhang, es lohnt sich, alte Ideen in spaertieren Jahren zu betrachten und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Derzeit dreht es sich Hauptsaechlich um das Innere von Aknom, und da faengt die Grenze wieder an. Bauplaene einer Stadt zu entwerfen, die ich zwar von oben kennen und Teile von innen gesehen habe, doch mich bis dato noch nie so lange darin aufgehalten habe, um fluessig den Showdon des Kapitels 1 der SpielWelt abschließen zu koennen.

Wie schreiben? Dachtet ihr, ich habe allen Text bereits fertig und spiel hier nur ein wenig herum? Nein, ich schreibe die SpielWelt teilweise in Echtzeit und kann nur noch auf einen kleinen Textrest zurueck greifen, den ich vor Jahren begann. Waghalsig, vielleicht, doch ich habe meine Handlung geplotet. Ausserdem finde ich es spannend, mich dieser Herausforderung zu stellen, dem Leser meine Fehler zu zeigen, meine Entwicklung bis zur fertigen Korrektur. Ich finde es wichtig, zu zeigen, wie viel Arbeit in Planung, Entwicklung und Gestaltung steckt, um in der Welt wieder ein Gefuehl fuer Werte zu erschaffen, die fuer uns heute leider selbstverstaednlich geworden sind.

Wir wollen alles perfekt und schoen haben, doch sind wir nur bereit den Preis eines Butterbrotes mit Ei zu bezahlen. Ich finde es traurig, in unserer Zeit im Internet kostenlose e-Books zu finden, dessen einzige Kritik in der Rezession der Leser die Fehler in der Rechtschreibung sind! Keine Wuerdigung ueber den Aufwand oder die Arbeit an sich, geschweige den Hinweise zu Inhaltlichen Fehlern, Fachliches oder Sinnhaftigkeit. Da werden kostenlose e-books geladen und sich dann beschwert, dass es auf der ersten Seite bereits Tippfehler hat. Hier empfehle ich einen Grenzverschiebung im Thema: Wichtigem von Unwichtigem unterscheiden lernen. Nicht die huebsche  austauschbare Verpackung ist wichtig, sondern die Information im Buch! 

Aus dem Grund erhaltet ihr hier auf diesem Blog diese Einblicke in den Aufwand, so etwas zu erschaffen. Ihr erhaltet Einblicke in die Entstehung eines bisher noch nicht genutzten Mediums Web-Book, die Schreibversuche, wenn ich unbekanntes Terrain betrete, die Ueberarbeitungen und Verbesserungen. Wer von Anfang an dabei ist, sieht die Entwicklung allein schon an der Veraenderung der Start- und Updateseite, sieht wie viele Kapitel dazu gekommen sind, seit dem Release vor etwas mehr als einem Jahr. (ueber 100 Illustrationen, auf ueber 10 neuen Webseiten und ueber 80000 Woerter – ohne Blog und Glossar). Ihr erhaltet diese Einblicke, um eure Grenze erweitern zu koennen, weil ihr selbst Buecher schreibt, selbst erschafft, Anregungen fuer Eure Projekte sucht, oder schlichtweg die Spielwelt besser verstehen koennt. Und nebenbei bemerkt, ja, der eine oder andere Hinweis ist hier im Blog versteckt.

Die Frage ist jetzt fuer Dich, wie kannst Du Deine eigene Grenze erweitern? 

Das funktioniert genauso, wie Sport, durch Traening. Kleiner Scherz ;-), der jedoch einen großen Wahrheitsgehalt hat.  Das Gehirn ist in erster Linie ein Muskel, der benutzt werden will. Je mehr Du diesen Muskel trainierst, umso weiter kannst Du Deine Grenze in allen moeglichen Bereichen verschieben.

  • Erlaube Dir, anders zu denken, als die Norm, die Gedanken sind frei.
  • Lesen trainiert Deinen Muskel. Such Dir spannende Fachbuecher oder ansprechende Romane, die Dich gedanklich fordern. Lesen erweitert zudem Deine Sprachgewandtheit.
  • Suche Dir ein Thema, dass Du uenmoeglich findest, ja sogar ablehnst. Suche alles im Internet heraus, was es zu diesem Thema gibt und versuche es zu verstehen. Das bedeutet nicht, es gut zu heißen, lediglich zu verstehen. Willst Du selbst schreiben, gibt es fuer Deine Charaktere keine Tabuthemen. Deine Grenze ist auch die Grenze Deines Buches, Deiner Figuren und Deiner Moeglichkeiten.
  • Das, womit Dein Gehirn die meiste Zeit beschaeftigt ist, schafft die Verbindung (auch Synapse genannt) in Deinem Kopf und sorgt fuer die Veraenderung in Deinem Leben und Deinem Arbeiten. Aber wer glaubt, 10 Minuten an seiner Idee gruebeln, schreiben, arbeiten, denken, sind mehr wert, als 4 Stunden Fernsehprogramm, denkt hier schon mal falsch.
  • Schmeiß den Fernseher aus dem Fenster und nutz die Mediatheken und Youtube. Bestimme selbst, was und vor allem wie viel Du von dem „was“ sehen willst. Statt Dich bestimmen zu lassen, wann Du sehen musst, was das Fernsehen will.
  • Denke abstrakt, stelle Dich selbst in Frage.
  • Wenn Du eine Grenze in Bereichen nicht verschieben kannst, (jeder hat sein Kryptonit, ich auch) akzeptiere es. Diese Grenze verschiebt sich mit allen anderen mit, zwar nur wenig, doch sie tut es.
  • Bist Du Dein Denken oder wirst Du gedacht?
  • Befass Dich mit allen moeglichen, lass Dich inspirieren. Aus der Form der Portugisischen Galeere wurde meine Flotte des Dunklen Reiches.

Fuer Aknom verschiebe ich meine Grenze immer weiter, derzeit in das Innere der SpielWelt hinein. Es geht sogar soweit, dass ich mich mit Bodenbeschaffenheit befasse. Erst gestern bei einer Illustrationsidee fuer das naechste Update haben sich mir weitere Moeglichkeiten eroeffnet, die ich in den naechsten Kapiteln umsetzen kann. Ich will keine „irdische“ Stadt fuer diesen Ort, der Visionen. Ich will etwas Neues, das genauso, wie das Laisviej (das glasaehnliche Licht, dass nur Eileb als einziger, lebender Inghros, beherrscht), neue Moeglichkeiten eroeffnet. Und Ich glaube ich habe es gefunden, in einem Baustoff, denn selbst wir Menschen nutzen.

Bald im naechsten update, wenn es hinein geht in die eroberte Stadt im Stein, Aknom.

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Wir sehen uns in der digitalen, grafischen Fantasylegende SpielWelt®
Das Spiel der Macht ueber Deine Innere Welt hat laengst begonnen.
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