Als Kind war die Welt nicht mehr in Ordnung

Ich gebe Euch heute etwas besonderes. Etwas, dass ich noch nie mit der Welt geteilt habe:

Eine kostbare Erinnerung aus meinen Geist …

Als Kind hatten viele von uns ihre „Freunde“, die nur sie sehen konnten. Sie waren etwas besonders, außergewoehnlich und fuer alle anderen unsichtbar. Sie waren immer da, haben uns nie verlassen und weißten uns unseren Weg. Meine Freunde aus der Kindheit waren zwei. Einen davon habt ihr bereits kennen gelernt, bedrohlich und unheimlich ist er heute geworden. Ich moechte Euch heute zeigen, wie er frueher war, dieser zwielichtige Charakter.  

.Kind

… nicht mehr in Ordnung

.

Als ich ein kleines Kind war, war die Welt fuer mich ein Abenteuer. Ich liebte alles, was es zu erleben und entdecken gab. Tiere und Pflanzen, Spielzeug und mein kreativer Verstand. Mein Vater kreiste bereits bei meiner Geburt auf aeußersten Rand der Bierstraße um Mars und meine Mutter bastelte fleißig an einem Raumschiff von der Venus aus, um ihn zur Vernunft zu bringen und zu verhindert, dass die Kreise enger wurden. So war es wenig überraschend, das mein bester Freund als Kind Teddy hieß und nun ja ein Stofftierbär war. Überall, wo ich war, ging Teddy mit, er war mein Trost, mein Freund, meine Geborgenheit in der dunklen Welt, in der es wenig Licht für mich und ein verängstigtes Kinderherz gab.

In den seltenen Momenten, wo meine Mutter meinen Vater mit ihrem Raumschiff einholen konnte und zurück auf die Erde brachte, kam sein kreatives Geschick zu Tage. Er verwendete dann viele Stifte und Papier, um zu zeichnen und Skizzen für seine Bilder, Krippenmodelle oder Schiffe zu entwerfen. Da wurde mir eins klar, das ist etwas, was mein Leben erhellt, etwas, dass mir Kraft gibt. Mit so etwas einfachen wie einem Stift und etwas Papier ganze Bilder und Welten erschaffen, das wollte ich auch. Die Zeichnungen und Modelle, die mein Vater bei seinen Erdenbesuchen anfertigte, waren für mich wundervolle Kunstwerke. Jedoch opferte er sie häufig wieder seiner Reise zur Bierstraße hinter dem Mars. Ich weiß noch, dass ich mir sehr früh seine Zeichenutensilien geschnappt und selbst gemalt habe, stundenlang, so oft es ging. Einfach gemalt, alles, was ich dachte, sah und irgendwie auf Papier festhalten wollte. Tiere, Menschen, Wolken, Blumen, Bäume, Häuser und Teddy, ja er war sehr wichtig und half mir auch dabei, malen zu lernen, indem er geduldig ausharrte, während ich versuchte, ihn zu zeichnen. Die ersten Versuche waren… nun ja, Strichfiguren und Kindergekrakel. Aber ich malte, hielt einen Stift in der Hand und konnte damit alles erschaffen, was ich wollte. Da wußte ich ja auch noch nicht, dass Teddy immer bei mir war und nur auf meine Erlaubnis gewartet hatte, mir zu helfen.

Es dauerte nicht lange, bis jedes Kochbuch vollgekritzelt, jeder Tapetenfleck ausgenutzt und ich endlich eigenes Papier zum malen bekam. Ich vergaß alles, war vollkommen in dem Moment, und zeichnete, was der Stift ausspuckte, immer in Begleitung von Teddy. Verdammt, er war nur ein Stofftier, aber der beste Lehrer den ich jemals hatte, weil ich meine eigenen Fehler machen musste um zu lernen. Und er hat mich nie kritisiert oder getadelt, wenn etwas in seinen Augen falsch war. Selbst im Kindergarten war malen das einzige, was ich interessierte. Ich erfand eine neue Sprache, zeichnete das, was ich nicht aussprechen durfte, das, was ich nicht fühlen durfte, das, was unterdrückt in dem kleinen Kinderherz schlummerte, seit es die Sehnsucht nach dem Licht tief in sich verbarg.

Eines Tages zeichnete ich einen Clown, in zerrissenen Lumpen und mit verschmierten Gesicht. Lachen war damals bereits etwas, was mir schon längst fehlte. So fiel an diesem Tag, wo ich allem wieder entfloh, der Clown aus meinem Stift. Ich male ja eigentlich nicht, ich führe nur den Stift um das zu zeichnen, was er malen möchte und das war eben ein Clown, jedoch ganz anders, als ein Clown sein sollte. Er sah sehr traurig aus, zerlumpt, die Schminke im Gesicht verschmiert, ein roter Haarkranz zierte seinen Kopf, die rote Nase war fleckig und er trug graue, verschmutzte Handschuhe. Er tat mir leid und ich wollte ihm irgendwie helfen. Ein Bild mit Buntstiften malen war für mich im Grunde schnell geschehen, aber dieses Bild wollte ich weder neu malen, noch übermalen. Ich wollte es nicht zerstören, und das war für mich neu. Bisher malte ich einfach des Malens wegen, aber ich trennte mich auch von Zeichnungen, fing wieder von vorne an, zerriss alte. Bei diesem Clown konnte ich es nicht. Lange starrte ich ihn an, fühlte mich einsam und hilflos, genauso verloren wie dieser Clown. Die Welt erkennt ihn, aber niemand sieht was er wirklich war. Mir viel die Geschichte vom verzauberten Froschkönig ein. Ein Prinz in einem Frosch verwandelt, der darauf wartet, von einer Prinzessin erlöst zu werden. Vielleicht war mein Clown ja auch jemand, der auf eine Prinzessin wartete.

Nein, als ich die Zeichnung küsste geschah nichts, es blieb ein Clown. Ich war also keine Prinzessin und er auch kein Prinz. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass seine Augen ein wenig zu lächeln angefangen haben, aber ich konnte es mir auch nur einbilden. Bevor ich mein Werk beendete zückte ich einen grünen und gelben Stift und malte ihm eine kleine Haube in form eines Frosches mit einer Krone drauf. Wenn Du schon so traurig sein musst und ich nichts für Dich tun kann, dann soll Dir auch Glück beschert werden. Jedoch zerriss mir sein Anblick das Herz. Eine meiner Träne landete auf seiner Krone, und verschmierte die Farbe ein wenig, es blieb jedoch immer noch nur ein Bild, geschaffen aus meiner Phantasie.

Was heißt nur ein Bild?

„Wer war das?“ Als ich mich umdrehte und im Raum umsah, war ich allein. Ich wendete mich wieder meiner Zeichnung zu und starrte einen Moment verwirrt mit offenen Mund vor mich hin. Hatte ich den Clown in dieser Haltung gemalt? Aufrecht, den rechten Arm in die Hüfte gestemmt? Auch der traurige Ausdruck in seinem Gesicht war verschwunden. Ich war verwirrt.

Wann bist Du das mal nicht?

Ich drehte mich wieder um und schaute mich im Zimmer um, Niemand stand hinter mir. Um sicher zu gehen, öffnete ich den großen Schrank und schaute hinein, aber selbst hier war war niemand. Auch nicht unter den Betten. Niemand und das Zimmer war sehr klein, mehr ein Schlauch der an beiden langen Wänden gerade mal ein Kinderbett, ein Schrank und einen kleinen Schreibtisch Platz bot, damit in der Mitte ein schmaler Weg blieb, um sich zu bewegen. So sehr ich auch suchte, es war niemand hier. Wieder drehte ich mich meiner Zeichnung um und sprang sofort zurück. Zitternd stand ich da und schaute auf die Zeichnung eines Clowns, der eine Hand zum Winken erhoben hatte.

„Was geht hier vor?“

Ich hatte Angst, aber dieses Mal lies ich die Zeichnung nicht aus den Augen.

Das, was Du möchtest.

Es war keine fließende Bewegung, mehr wie ein Daumenkino, als der Clown langsam seinen Arm senkte und wieder in seine Hüfte stemmte.

„Das, was ich möchte? Wie meinst Du das?“

Du zeichnest das, was Du möchtest. Also geht das vor, was Du möchtest.

„Ich… warte mal. Meine Zeichnungen können sprechen?“

Mehr als das. Aber das kommt erst im Laufe Deiner Entwicklung. Je besser Du malst, umso schöner und vielfältiger werden die Bilder und umso mehr können sie. Aber begnügen wir uns jetzt erst mal auf das, was wir haben. 

„Und was haben wir?“

Kinderkritzeleien. Entschuldige, aber es ist Deine Phantasie, die sie zum leben erweckt. Nur musst Du noch lernen, Deine Phantasie besser malen zu können. Dann ist die Kommunikation auch einfacher.

„Aber wenn ich einen Strichmännchenclown zeichne, warum verhältst Du Dich dann nicht, wie ein echter Clown?“

Weil Dein Kinderglaube nicht ausreicht, sich vorzustellen, dass ein Strichmännchenclown auch wirklich echt werden könnte. 

Mir blieb der Mund offen stehen. Ich wollte etwas einwenden, aber mein Kopf war leer. Er hatte vollkommen recht. Mir war der Kinderglaube abhanden gekommen in der dunklen Welt, aber eben noch nicht gänzlich, wie mir diese Zeichnung zeigte.

„Was muss ich tun.“ Ich holte tief Luft und versuchte Mut zu fassen. Es fühlte sich so an, als ob mein Herz jedoch wieder ein Stückchen kleiner geworden wäre.

Öffne Dein Herz. Hab vertrauen. Das Licht ist nicht vollkommen verschwunden aus Deinem Leben. Es wird zurück kehren, wenn die Zeit gekommen ist und Du stark genug bist, in der Dunkelheit zu leuchten.

„Wie? Es fühlt sich hier alles so….“ Ich konnte nur noch weinen, um meinen Kummer Ausdruck zu verleihen. Der Clown versuchte mir ein Taschentuch zu geben. In ruckelhaften Bewegungen griff er in eine Tasche und zog einen Stofffetzen heraus, den er mir entgegen hielt. Es war nur ein Bild, und konnte ein kleines einsames Kinderherz so sehr trösten.

Nimm schon.

Ich schaute mich vorsichtig im Zimmer um, ob mich jemand beobachtete, dann versuchte ich mit zwei Fingerspitzen das winzige Tuch zu greifen. Aber ich fühlte nur Papier unter meinen Fingern und eine unüberwindbare bariere.

Hab Vertrauen und nimm es. Du kannst es. Glaub an Teddy.

Der Bär saß die ganze Zeit an meiner Seite und hatte still alles beobachtet. Ich war mir inzwischen über gar nichts mehr sicher, aber ich glaubte, dass er eben geblinzelt hatte. Ich holte noch ein Mal tief Luft und griff langsam mit spitzen Fingern in das Bild. Zuerst spürte ich wieder das Papier, dann allerdings etwas weiches, warmes. Ein angenehmer Duft schwebte mir entgegen nach frischen Wind und Rosen. Als ich meine Hand wieder zurückzog, hielt ich ein weiches, weißes sauberes Taschentuch in meiner Hand. Ich war so aufgeregt, ich konnte nur glücklich lachen.

Siehst Du Teddy. Ich hab es Dir doch gesagt. Sie erinnert sich. Immer Stück für Stück, dann schaffen wir das…. Ups.

„Teddy?“

Ich schaute meinen Bären lange an, aber verhielt sich ganz ruhig. Ich lies meinen Blick zurück zum Clown in der Zeichnung schweifen und sah ihn an. „Clown?“

Er stopfte sich beide Hände in die Hosentasche und trat unruhig auf der Stelle.

„Hallo, ich rede mit euch beiden.“

Antworte ihr lieber, sie hört sonst nie auf.

Diese Stimme kam nicht vom Clown, sie klang tiefer und voller. Der Clown klang heller und rauer.

Also gut. Ich erzähle es. Hast Du Dich nie gefragt, wo Dein Teddy herkam?

Verwundert antwortete ich: „Äh, nein. Er war immer schon da. Wieso?“

Du hast ihn erschaffen.

„Erschaffen?“ Ich musste es laut wiederholen, konnte es aber nicht glauben.

Er war Deine erste Zeichnung, als Du zum ersten Mal die Stifte Deines Vaters geklaut hast. Du hast den Teddy kaum fertig gezeichnet gehabt, da hat Dein Vater Dir den Stift entrissen und wollte das teure Papier haben. Als er gesehen hat, wie Du Dich fast schon verzweifelt an die Zeichnung geklammert hast, hat er eine abfällige Bemerkung gemacht und sie Dir gelassen. Du hast diese Zeichnung überall hin mit genommen. Sobald sie Dir jemand wegnehmen wollte, hast Du geschrien und getobt. So lange, bis Teddy in Dein Leben kann. 

„Ja, meine Eltern haben ihn mir geschenkt beim Einkaufen.“

NEIN. Das erzählen alle Eltern den Kindern, wenn sie etwas erschaffen. Sie haben Angst vor der Macht, weil sie selbst es vergessen haben.

Macht? Vergessen haben? Versteh ich nicht?“

Dein Licht hat Dich nicht verlassen, liebes Kind. Es strahlt heller in Dir, als der schönste Stern am Firmament. Aber Du kannst es nicht mehr sehen, weil Du außerhalb Deiner Selbst bist und die Welt wahr nimmst. Die Erwachsenen haben das vergessen. Sie haben vergessen, dass in Ihnen so ein strahlender Stern wartet in der Dunkelheit. Sie haben vergessen, dass sie Dinge wahr werden lassen, nicht irgendjemand. Sie haben vergessen, aus Angst in die Dunkelheit zu gehen und ihre Macht zu entdecken. Sie haben Angst, zu erschaffen. Deswegen erzählen sie ihren Kindern Märchen, um sie klein und machtlos zu halten. Deine Eltern haben ihn nicht gekauft. Du hast Teddy erschaffen, Du ganz allein. Du hast ihn real werden lassen. Lass niemals zu, etwas anderes zu glauben, als dass Du alles erschaffen kannst, als dass Du Macht hast über Dein Leben. Denn sonst wirst Du Dein Licht niemals wieder finden und die Welt wird dunkel bleiben.

„ESSEN!“

Schnell. Lass Dir nichts anmerken und geh. Wir reden später weiter. Teddy ist hier und ich auch. Es wird alles gut.

Alles drehte sich um mich und meine Knie zitterten. War das alles wahr? Oder wurde ich verrückt durch die Marsbesuche auf der Bierstraße meines Vaters? Verwirrt stand ich auf und ging hinaus.

In der SpielWelt werden wir uns damit befassen, wie er zu dem machtgierigem Monstrum wurde, das die Welt heimsucht. Wie er zum Dealer der Gefaelligkeiten wurdeWir sehen uns in meiner SpielWelt® – das Spiel der Macht um Deine innere Welt hat dort laengst begonnen.

Dieser Blog ist zusammen mit dem WebBook SpielWelt® ein neuartiges Konzept Dein Unterbewusstsein kennen zu lernen und Dein Leben zu bereichern. Mehr Informationen auf www.spielweltv3.com

.

Vielen Dank fuer Deine Wertschaetzung


.

cropped-cropped-markenlogo-walla-spielwelt-e1411154532143.jpg

SpielWelt® ist eine eingetragene Marke

Du hast auch etwas Wichtiges zu sagen. Tu es.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s